The Best Free Discord Emojis

Vor einigen Wochen habe ich angefangen für einen privaten Discord-Server einige Emojis zu bauen. Das klingt für die älteren von euch komisch, weil Emojis in diesem Kontext eigentlich klassische animierte Gif Smileys sind, aber was solls, wie müssen alle mit der Zeit gehen.

Wie auch immer. Damit auch an andere in den Genuss kommen auf jedem Server diese Emojis benutzen zu können, habe ich einen dedizierten Server erstellt, der sie bereitstellt und sonst nichts bietet. Wenn ihr also Discord Nitro (Meine Empfehlung ist Nitro Classic. Keine Ahnung, warum es das andere auch gibt, aber Classic ermöglicht es Emojis von einem Server auf allen anderen zu benutzen. Mehr will man nicht.) habt, und dem RRR Server beitretet und den Invite Link mit 200 Freunden teilt, wird eure ICQ-Blume blau und könnt ihr die objektiv besten Discord Emojis auf jedem anderen Server eurer Wahl nutzen. Je nach Muße, Zeit und Ideen, werde ich nach und nach vermutlich weitere hinzufügen. Macht nämlich Spaß!

Klingt kompliziert, aber ihr hippen Millenials und Gen-Zer kriegt das alles sicher gut hin. Ich glaube an euch.

Zum RRR Emojis Discord-Server

Meine Best of 2020 Spotify Playlist →

Heute puhlen natürlich alle ihre Spotify 2020 Statistiken aus den Apps und denken, dass ihr Musikgeschmack der beste ist, aber wir wissen alle, dass meiner völlig unantastbar an der Spitze steht. Viel Spaß also mit meinem musikalischen 2020. Den Stats nach bin ich in der Top 0,005 % der Leute, die Anna Ash hören. Wer hätte gedacht, dass ich jemals der größte Fan von jemandem sein werde.

Faserland – Christian Kracht

Manchmal, wenn ich mich auf meinem nächtlichen Streifzug durch meinen Lieblingsbuchladen – der bis 23 Uhr geöffnet hat – bewege, komme ich am „Wollte man schon immer mal gelesen haben“ Tischchen vorbei und wähle halb zufällig etwas aus. Wollte ich noch nie gelesen haben, aber der Tisch wird schon nicht lügen. Faserland ist eines der Bücher, die mir durch diesen Prozess in die Hände fielen.

Ich mochte das Buch nicht. Der Schreibstil nervte, die Charaktere nervten, die Geschichte nervte, das Ende nervte. Alles daran ist so dermaßen Deutsch, dass ich mich in einer Realität wiederfand, die sich anfühlte, als würde ich auch freiwillig Sat.1 Spielfilme schauen.

Wäre ich jemand auf Twitter, würde ich meine gesamte Meinung zum Buch mit „Deutsche Catcher in the Rye“ zusammenfassen können.

Braucht‘s nicht. Aber immerhin habe ich im Zuge des Buches endlich mal den Begriff „Bildungsroman“ nachgeschlagen, weil ich den zwar immer hörte, aber nie so wirklich wusste, was er bedeutet.

★★☆☆☆

Seven and a Half Lessons About the Brain – Lisa Feldman Barrett

Als App Designer kann ich respektieren, wenn Produkte auf den Punkt kommen. Kurz, knapp, produktiv. Dieses Buch verliert keine Seite an unnötiges Geblubber und hat mir daher gut gefallen.

Siebeneinhalb Kapitel, knapp 200 Seiten, viele neue und sehr interessante Informationen über das grob wie eine Walnuss aussehende Organ in unseren Köpfen.

Ein Punkt, der mich nachhaltig begleiten wird ist dieser: Es ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache, dass Gehirne durch äußere Umstände messbare und fast dauerhafte (durch Training aber wieder reparierbare) Veränderungen erfahren. Was bedeutet, dass Kinder, die in schlechter Luftqualität und mit viel Lärm aufwachsen, schlechter funktionierende Gehirne besitze. Was dazu führt, dass Armut Kinder erzeugt, die auch biologisch dazu tendieren weiterhin in Armut zu leben. Wir aber als Gesellschaft nicht so ganz bereit sind diesen Fakt zu akzeptieren, weil es von unserer „Alle Menschen sind gleich“ Phantasie abweicht.

Essen für Gedanken.

★★★★★

The Last Colony – John Scalzi

Das dritte Buch der Old Man‘s War Serie von John Scalzi und vielleicht das beste bisher. Hätte nicht erwartet, dass es mir so gut gefallen würde.

Alles an diesem Buch war stimmig. Einerseits wird die übergreifende, das ganze Universum umspannende Storyline weitergetrieben, andererseits bekommt man von einer ganzen Reihe Charaktere aus den vorherigen Büchern einen besseren Eindruck.

Auf mich wirkt es auch als hätte Scalzi hier seine Stimme gefunden. Die Bücher sind lustig, obwohl sie ernste Themen behandeln. Sie sind überschaubar, obwohl sie komplexe, planetenübergreifende politische Bewegungen beleuchten.

Freue mich auf die nächsten Bücher aus der Serie.

★★★★★

Pines – Blake Crouch

Über Umwege landete ich in der Bibliografie von Blake Crouch, dessen „Recursion“ ich sehr genossen habe. Früh in dessen Autorenkarriere schrieb er offenbar eine Reihe von Büchern, die mit Pines beginnt und insgesamt „Wayward Pines“ heißt. Mehr wusste ich nicht, als ich diesen ersten Teil der Reihe kaufte.

Ein Thriller! Ich lese so selten Thriller, dass ich jedes Mal wieder überrascht bin, wie thrilling sie sind. Es spricht schon viel für eine Geschichte, die vielleicht nicht die tiefgründigsten Themen behandelt, aber einen vollumfänglich fesselt. Pines hat das für mich geschafft. Las es in zwei Tagen, hatte die ganze Zeit kurzweiligen Spaß daran und am Ende genug Interesse um irgendwann den zweiten Teil zu lesen.

Will auch gar nicht groß auf die Geschichte eingehen, weil sie lediglich aus 4-5 primären Punkten besteht die mit viel „Thrill“ verknüpft sind. Aber diese Punkte fand ich interessant, den Thrill thrillend und die Leseerfahrung positiv.

Nichts zu meckern.

★★★★★

Martian Time-Slip – Philip K. Dick

Huh, das war eine Überraschung. Was ich erwartet habe: Ein Retro-SciFi-Zeitreiseabenteuer. Was ich hingegen bekam: Eine Geschichte über Lohnarbeit und Mental Health Issues.

Wenn Philip K. Dick etwas kann, dann seinen Charakteren ganz nebenbei Sätze in den Mund legen, die so profund sind, dass man manchmal gar nicht mitbekommt, wie deep war, was gerade gesagt wurde. Und dabei ist es nie abgeschmackt oder wirkt fehl am Platz. Das ist ziemlich beeindruckend.

Allerdings ließ mich auch Martian Time-Slip, wie The Man in the High Castle schon, eher verwirrt zurück. Dachte ich für ungefähr 90 % des Buches, dass ich verstünde, was es mir sagen will, so hat das Ende mich völlig aus dem Konzept gebracht. Ich habe es nicht verstanden. Damit will ich nicht sagen, dass ich einige Fragen habe, aber schon grob weiß was passiert ist, nein. Ich habe nicht verstanden was passiert, wie es dazu kam, was es bedeuten soll und warum das vielleicht in irgendeiner Form Sinn ergeben könnte.

Zweites 3-Sterne-Buch von Dick für mich. Beide gefielen mir, bis sie am Ende entgleisten. Ich entdecke ein Muster.

★★★☆☆

The Obelisk Gate – N. K. Jemisin

Der Nachfolger von The Fifth Season setzt da an, wo die Geschichte im ersten Buch aufhörte und ich habe ein bisschen bereut so viel Zeit zwischen den beiden Büchern gelassen zu haben. Dauerte ein wenig, bis ich wieder reinfand.

Die Cover dieser Bücher sind leider endlos hässlich. Warum ist alles, was grob in Richtung Fantasy geht, immer so hart auf Grunge ausgelegt? Ist doch nicht 2004, Leute.

Meine Reinfindungsschwierigkeiten waren nur bedingt weil ich mich an die Charaktere und Handlung erinnern musste. In erster Linie fiel es mir anfangs schwer den wirklich besonderen Schreibstil wieder schätzen zu lernen. Dahingehend sind diese Bücher wirklich einzigartig.

Ansonsten: Eine gute Fortführung der Geschichte. The Obelisk Gate hatte zwar einige Längen und völlig vorhersehbare Twists, aber hat mir Lust auf Teil 3 gemacht. Ich hoffe sehr, dass die Geschichte zu einem unterhaltsamen Ende gebracht werden kann.

★★★★☆

Homo Deus – Yuval Noah Harari

Der Trick um Homo Deus gut zu finden ist, dass man es nicht als Sachbuch, sondern als sehr, sehr lange Meinung einer Person lesen muss. Es geht bei diesem Buch nicht um die Wahrheit, sondern um eine Möglichkeit, eine Form von begründeter Vision.

Anfangs dachte ich, dass ich einem Scam aufgesessen bin. Das denke ich überraschend häufig und habe, wie auch dieses Mal, sehr selten damit recht. Ich lerne aber nicht daraus und bin lieber sicher als entschuldigung.1 Ganz viel von dem, was in Homo Deus als Herleitung für die letztendliche Vision erzählt wird, hat man in Sapiens bereits ausführlicher erfahren. Damit fühlt sich die erste Hälfte des Buches ein wenig überflüssig an. Auf der anderen Seite könnte man die zweite Hälfte des Buches aber nicht ohne die erste verständlich machen, wenn man nicht davon ausgeht, dass jeder Sapiens gelesen hat. Was natürlich Unsinn wäre. Ich mache Harari also keinen Vorwurf, möchte aber, dass die oder der geneigte potentielle Leserin oder Leser sich der Tatsache bewusst ist, dass Sapiens gelesen zu haben beim Lesen von Homo Deus sowohl hilft als auch gleichzeitig schadet. Ebenso ist nur Homo Deus lesen nicht ausreichend um alles aus Sapiens mitbekommen zu haben.

Ich war also ungefähr 50 % des Buches genervt. Am Ende gab ich ihm fünf von fünf Sternen. Harari macht etwas, womit in 2020 wenig Leute gut umgehen können: Er erklärt lang und breit und gut argumentiert, warum die Zukunft so aussehen könnte, wie er aufmalt und will Leute dazu auffordern mit dieser potentiellen Realität umgehen zu lernen. Es ergibt keinen Sinn hier seine Vision zu erklären. Lest halt das Buch. Es lohnt sich. Aber diese Meta-Ebene, die für mich das Buch ganz besonders macht, ist sehr spannend, finde ich. Seit längerem habe ich schon das Gefühl, dass wir als Gesellschaft nicht bereit sind vermeintlich negative Zukünfte in Betracht zu ziehen und früh genug etwas dagegen zu unternehmen. Von endlos komplexen Problem wie Klimawandel über Digitalisierung bis hin zur Zukunft von Demokratie. Wir hoffen auf‘s Beste, führen den Diskurs auf einer „Naja, das darf halt nicht sein“-Basis und verdrängen absehbare Probleme bis sie uns mit der Faust die Nase brechen. Da kam plötzlich eine unnötig gewaltvolle Metapher mit ins Spiel, aber sie funktioniert.

Nur zu sagen, dass man eine wahrscheinliche Zukunft nicht gut fände, bringt nichts. Harari stellt den (meiner Meinung nach ganz süß optimistischen) Versuch an einen Diskurs früh genug ins Rollen zu bringen, damit wir nicht überrascht sein werden. Mein Menschenbild ist nicht positiv genug um davon auszugehen, dass er damit Erfolg haben wird, aber ich wünschte, mehr Menschen würden machen, was er versucht.

★★★★★

  1. Es scheint als könnte man „better safe than sorry“ nicht direkt ins Deutsche übersetzen.↩︎

Oculus Quest 2

Vorweg: Ich verstehe das Problem. Weder bin ich ein großer Fan von Facebook, noch von übermäßigem Datensammeln. Ich verstehe auch die Grundregeln des Kapitalismus und weiß, dass ich mit meinem Geld implizit befürworte, was Facebook in anderen Bereichen macht.

Meine Begeisterung für Technologie aus der Zukunft, die aus irgendeinem Grund bereits in der Gegenwart zu haben ist, war aber an dieser Stelle stärker. Da hat mich nicht mal abgehalten, dass ich die Oculus Quest 2 in Frankreich bestellen musste, weil sie aus politischen Gründen in Deutschland nicht zu kaufen ist. Meine Form des Punkrocks. Tatsächlich habe ich sie sogar am erstmöglichen Tag vorbestellt, so sehr freute ich mich auf sie.

Es ist gar nicht so lange her, dass ich Half Life: Alyx einen Quantensprung der Unterhaltung nannte. Damals spielte ich es auf meiner ersten Generations Oculus Rift und hatte eine unglaubliche Erfahrung, an die ich noch immer gerne zurück denke. Klingt völlig pathetisch, ist aber so. Kürzlich wurde eine Version mit Developer Commentary veröffentlicht und ich werde es zeitnah noch mal durchspielen.

Der große Unterschied zu meiner Rift und der Quest 2? An der Rift hängt, durch Kabel verbunden, mein 2000 € Gaming-PC, der für den gesamten Software-Teil der Angelegenheit verantwortlich ist. An dem PC hängen außerdem noch zwei Beacons, die der Rift die Möglichkeit geben sich im Raum zu orientieren.

Die Quest 2 hingegen ist ein ganzer Computer, der sich durch Kameras selbst im Raum orientiert. Das Headset und die beiden Controller sind alles, was man braucht. Letztere sind theoretisch sogar optional, weil Hand Tracking ebenfalls existiert und überraschend gut funktioniert.
Von Real Reality zu Virtual Reality zu kommen, dauert wortwörtlich 5 Sekunden. Setzt man das Headset auf, geht es automatisch an und man befindet sich direkt im Virtual Reality Homescreen.

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Good Omens – Neil Gaiman & Terry Pratchett

Wenn man schon länger etwas von Neil Gaiman und auch von Terry Pratchett lesen wollte, kommt ein Buch, das von beiden gemeinsam geschrieben wurde, natürlich sehr gelegen. Eine Art Sonderangebot.

Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dieser Geschichte. Obwohl ich den Humor erkenne, gar witzig finde und stark respektiere, dass die Autoren mehr Witz auf drei Seiten unterbringen, als alle deutschen Satiriker in ihrem Gesamtwerk haben, war ich schnell ermüdet.
Es kam mir schnell vor als wäre die Geschichte ein Mittel zum Zweck: Der Fokus liegt auf abstrusen Situationen, endlosen, irrelevanten Abzweigungen in verrückte Details einer merkwürdigen Welt und Wortwitz. Er liegt eindeutig nicht auf einer Geschichte, die einen bei der Stange hält, oder Charaktere, die einem irgendwie gefallen sollen.

Das ist vermutlich okay. Wie gesagt, ich erkenne die Qualität und respektiere das Buch für das, was es sein soll. Das macht es sehr gut. Aber es gefiel mir nur mittelmäßig.

★★★☆☆

iPhone 12 Mini

Manchmal, wenn man in einem Raum ist, in dem sich ein subtiles Geräusch im Hintergrund stetig aber unauffällig in die eigene Psyche bohrt, merkt man diese Belastung erst wenn sie von einem fällt. So geht es mir mit dem iPhone 12 Mini. Seit ich es in die Hand nahm, war ich absolut überzeugt, dass mir all meine iPhones seit dem iPhone X zu groß und schwer waren.

Hat mich mein sauteures iPhone 11 Pro wirklich belastet? Natürlich nicht. Ist das iPhone 12 Mini ein besseres Gerät für meine Ansprüche? Absolut. Es fühlt sich weniger substantiell an. Egaler, auf eine Art. Was es damit mehr zu einem Werkzeug als einem Schmuckstück macht und ein wenig seinen Glanz verliert. Das ist, für mich als jemanden der weiterhin viel Wert darauf legt nicht zu sehr in digitale Löcher abzudriften, ein großes Plus.

Dass ich es direkt weniger wertschätze und behüten möchte, zeigt sich auch darin, dass ich das erste Mal sehr Jahren mein Handy ohne Schutzhülle mit mir herumschleppe. Das ist seit dem iPhone 5 nicht mehr passiert und fühlt sich fantastisch an. Es ist einfach nur ein kleiner Screen, der mir Kommunikation mit Freunden und Zugriff auf alles Wissen der Welt ermöglicht, dabei aber nicht bei Nicht-Nutzung wie Ballast meine Hosentasche Richtung Erdboden zieht. Im Gegenteil! Ich spüre es in meiner Hosentasche kaum. Das erste Mal seit Jahren.

Sollte Apple in Zukunft entscheiden, dass kleine Telefone doch nichts sind, was sie produzieren wollen, wird das ein Problem für mich. Ich habe Blut geleckt.

Bühnen

Über die letzten Jahre hat sich bei mir die Meinung gebildet, dass das Suchen von Öffentlichkeit ein Charaktermakel ist. Die Theorie ist, dass zufriedene Personen nicht nach Anerkennung von Außen suchen sollten. Unbedingt auf einer Bühne – sei sie analog oder digital – stehen zu müssen um von Leuten bewundert zu werden, kann nur aus Abgründen der Psyche kommen, die reflektiert und bearbeitet gehören.

In eine unangenehme Zwickmühle gelangt man, wenn man das zwar wirklich glaubt, aber gleichzeitig auch den Drang hat seine Meinungen und Arbeiten einem Publikum zu präsentieren. So geht es mir. Manchmal habe ich Lust Comics zu zeichnen. Nicht nur, weil der Prozess Spaß macht, sondern auch, weil mir die Version von mir, die Comics mit der Öffentlichkeit teilt, gefällt. Manchmal möchte ich Blogposts wie diesen hier schreiben, weil für ein Publikum schreiben mir Spaß macht und es in mein Selbstbild passt, eine Meinung zu haben, die eine Gruppe von Menschen respektiert und hören möchte.

Beide Mühlsteine der Zwickmühle (funktionieren die so?) zwicken mich also. Wenn ich nichts veröffentliche, will ich etwas machen und veröffentlichen. Wenn ich etwas mache und veröffentliche, frage ich mich durchgehend warum ich diese Form der Zurschaustellung nötig habe und ob ich nicht lieber an mir arbeiten sollte, damit ich diesen Drang nicht mehr empfinde.

Schwierig.

Der Verlorene – Hans-Ulrich Treichel

Eine Nachkriegsgeschichte, die das Schicksal einer deutschen Familie umreißt, die ein Kind auf der Flucht vor den Russen verloren hat.

Einige Rezensionen auf Goodreads sehen in diesem Buch eine Parabel zum Fall des Dritten Reiches und der Teilung Deutschlands. Ich sah, bodenständig wie ich bin, eine Geschichte über eine Familie, die versucht mit Traumata umzugehen, mit denen niemand umgehen müssen sollte.

Textlich teilweise etwas zäh, weil unbedingt ein medizinisches Gutachten auf fünf Seiten ganz von einem der Charaktere vorgelesen werden muss. Das macht bei insgesamt knapp 170 Seiten einen nicht unerheblichen Teil der Gesamterfahrung aus. Stilistisch gibt es auch einige Entscheidungen, die ich eher nervig als künstlerisch wertvoll fand. Und trotzdem, obwohl es etwas rumpelt, ist die eigentliche Geschichte eine, die sich irgendwie doch in mein Bewusstsein gebohrt hat und so schnell nicht wieder verloren gehen wird.

★★★☆☆