Mein erster Eindruck von Battlefield V

Neben Counter-Strike war Battlefield 1942 eine meiner ersten LAN-Party-Erfahrungen und wird immer ein Platz in meinem 144Hz-Gamer-Herzen haben.

Battlefield V bringt die Reihe zurück in den zweiten Weltkrieg und nachdem Battlefield 4 für mich nach meinem Serienhighlight 3 schon nicht mehr so viel Spaß machte und Battlefield 1 totaler Müll war, bin ich leicht optimistisch.

Das Spiel sollte eigentlich schon nächsten Monat rauskommen, wurde jetzt aber doch auf November verschoben. Aktuell läuft die Public Beta mit zwei Maps, die einem einen guten ersten Eindruck geben. Hier also meine ungeordneten Gedanken:

  • Nachdem die Minimap in den Vorängern immer wichtiger wurde und Spotting eine der wichtigsten Mechaniken war, wurde alles davon stark(!) zurückgeschraubt, was mir sehr viel Freude bereitet. Jetzt geht es wieder mehr um die grundsätzliche Fähigkeit Gegner zu erkennen, das Fadenkreuz auf sie zu ziehen und abzudrücken. Das gefällt mir gut.
  • Zweiter Weltkrieg als Setting ist mir recht. Die Waffen sind modern genug (erster Weltkrieg, wie in BF1, gefiel mir gar nicht) und die Maps fühlen sich zeitlich auch vertraut an. Allerdings… habe ich Schwierigkeiten damit Nazis zu spielen und gewinnen zu wollen? Geht das nur mir so? Meistens denkt man nicht drüber nach, aber wenn man dann mal unten links in die Ecke schaut und sich daran erinnert, dass man gerade, so rein historisch, für Hitler den Krieg kämpft, in dem es um Weltherrschaft und das Auslöschen aller Juden geht… ist das doch… irgendwie komisch?! Nein? Doch, ich denke schon.
  • Generelle Waffenmechaniken gefallen mir gut. Ich ziele und treffe und es fühlt sich angenehm direkt an. Bei Battlefield 1 hatte ich das Gefühl einen Schwamm zu drücken, aus dem manchmal in zufälligen Richtungen Kugeln flogen.
  • Das Interface ist noch immer lächerlich. Einige Sachen kann man nur im Hauptmenü erreichen, andere nur im Spiel und generell geht da irgendwas ganz arg schief. Das war bei Battlefield 1 schon so schlimm.
  • Zumindest wurde die Komplexität der verschiedenen Progression-Mechaniken verringert, soweit man das anhand der Beta beurteilen kann. In Battlefield 1 gab es gefühlt pro Waffe und Klasse 4000 Dinge, die man erst freischalten musste und ich hatte nie das Gefühl mit Leuten mithalten zu können, ohne vorher einen 200 Seiten “Best Assault Weapon Setup September 2017” Guide gelesen zu haben.
  • Es sieht fantastisch aus und die Performance (auf meinem quasi High End Rechner mit einer GTX 1080) ließ auch nicht zu wünschen übrig.

Insgesamt kann ich mit Freude verkünden, dass die Beta mich von “Kein Interesse, wird sicherlich so dämlich wie Battlefield 1” zu “Ich freue mich drauf und werde es mit Vergnügen kaufen” brachte. Die Tatsache, dass sie auch einen Battle Royale Modus rausbringen werden, bringt meine Vorfreude auf “Kann es kaum erwarten”.

Ein Chlorreiniger geschwängerter Gedanke

Während ich heute das Klo putzte, dachte ich darüber nach, ob nicht vielleicht das, was wir als Nerdiness verstehen, der Schlüssel zu allen Geheimnissen der Zivilisation sein könnte. Klar, das ist eine haltlose Übertreibung, aber die teilweise Überzogenheit meiner Epiphanie, begründe ich mit den großen Mengen Chlorreiniger, die ich währenddessen eingeatmet habe.

Aber wie so oft, wenn es um durch Chlorreiniger erzeugte Gedanken geht, ist im Kern ein kleines bisschen Wahrheit. Was wir als Nerdiness bezeichnen und dabei an Hornbrillen, Computer, Binärcode und Eiterpickel denken, ist vielleicht nichts anderes als einfache Begeisterungsfähigkeit. Achtung, jetzt kommt der richtige Knüller: Vielleicht ist Begeisterung etwas, das alle Menschen brauchen um Glücklich zu sein und man kann diese Begeisterungsfähigkeit, oder Nerdiness, in verschiedensten Themen entdecken.

Fußballfans sind doch nichts anderes als Fußballnerds. Sie kennen die Spieler, ihre Geschichte, ihre Stats, beschäftigen sich mit dem Thema ausgiebig und können nicht aufhören davon zu sprechen. Ihr Realitätsfluchtmittel ist über Fußball nachzudenken. Der Sport an sich ist nicht komplex genug um tatsächlich dafür auszureichen, aber die Fußball-Meta funktioniert dafür tadellos. Gleiches für Eishockey, Politik, Elterntum. Alles Themen in die man sich einarbeiten und über die man abnerden kann.

Jetzt zum Teil meiner Gedanken, der vielleicht sogar wirklich was wert ist: Wenn wir diese Nerdiness nicht verdammen, sondern verstehen und nutzen, könnte es ein gutes Mittel sein um Kinder von Themen zu begeistern. Der zweite Weltkrieg kann ein Thema sein, in das man sich hineinnerded. Mathe auch. Bücher generell, so als Medium. Man muss nur Begeisterung wecken lernen.

So. Mein Wort zum Sonntag. nimmt noch einen tiefen Zug vom Chlorreiniger

Rückenschmerzen

Irgendwann in den letzten Wochen hörte ich auf ins Fitnessstudio zu gehen. 35°C+ führten dazu, dass ich wenig Motivation aufbringen konnte meinem Körper mehr Aufwand als nötig zuzumuten. Dazu kommt noch, dass ich in letzter Zeit nachts irgendwie komisch liege, tagsüber Rückenschmerzen habe und total verspannt bin. Man kann also sagen, dass es mit mir rasant aufs Ende zugeht.

Kurznachrichten

Philipp hatte den Gedanken, dass er ja auch einfach wieder kürzere Blogposts statt Tweets und Toots schreiben könnte. Recht hat er, dachte ich mir und machte mich dran mein Theme für kurze Posts ohne Titel zu optimieren. Dabei stellte ich fest, dass ich das bereits irgendwann machte. Problem solved.

Nachdem ich gestern im Stasi Museum war und mir noch mal vor Augen führte, dass die DDR – unabhängig von der grundsätzlichen gesellschaftlichen Dynamik ständig zu erwähnen, dass nicht alles schlecht war (Hashtag NotEverythingWasBad) – doch einfach ein Schurkenstaat gewesen ist schaute ich abends noch mal Schindlers Liste.

Ist ja wirklich kein Film, den man kurz vorm Schlafen schauen sollte. Abgesehen davon, dass er drei Stunden und 15 Minuten geht, ist er intensiver, als ich ihn in Erinnerung hatte. Dabei sah ich ihn vorher schon zwei Mal.

Nach dem Film öffnete ich Twitter um zu lesen, wie Leute “Deutschland den Deutschen” rufend und den Hitlergruß zeigend durch Sachsen laufen.

Aber Hauptsache alle erwähnen im Minutentakt, dass wir ja nicht alle Sachsen und Chemnitzer in einen Topf werfen sollten. Das ist wirklich das, worauf wir uns konzentrieren sollten, niemand sollte sich unnötig angesprochen fühlen. Im Gegenteil, wir sollten primär die Leute loben, die es schaffen nicht mit Hitlergruß durch die Straßen zu laufen. Was wir auf keinen Fall machen sollten? Die Leute bestrafen, die wortwörtliche Nazis sind, oder es okay finden sich mit wortwörtlichen Nazis abzugeben. Nee, das wäre verrückt.

Hauptsache alle sind gut gelaunt. Hashtag NotAllMen. Hashtag NotAllSachsen. Hashtag HauptsacheAmThemaVorbei.

Personal Space

Am schlimmsten ist es, wenn Leute an der Kasse nicht verstehen, dass sie einen gewissen Abstand zu der Person vor ihnen (mir) haben sollten. Selbst, wenn man dann einen Schritt nach vorne geht um ihnen mehr Möglichkeiten zu geben, einem Freiraum zu lassen, kommen sie genau so nah wieder heran. Letztens hat jemand MEINEN ARM BERÜHRT. Ich sehe das als eines der größten gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit.

Warum wir Twitter verlassen und eine bessere Alternative nutzen sollten

Für einen Umschwung braucht es verschiedene Personen, die das Gleiche in anderen Worten sagen. Dies ist mein Versuch mit einfachen Worten und wenig Technik-Blabla euch davon zu überzeugen Twitter zu verlassen und eine bessere Alternative aufzusuchen.

So als Mitglied einer menschlichen Gesellschaft hat man ja einige Privilegien, aber auch viele Pflichten. Oft kommen die Privilegien mit einigen Nachteilen für einen selbst, aber auch andere. Diese Nachteile kann man hinnehmen um sein entspanntes Leben zu genießen, oder daran arbeiten sie loszuwerden. Das ist auf viele Bereiche anwendbar. In diesem Post geht es aber um einen, der vergleichsweise unwichtig ist: Social Media.

Facebook, Twitter, Google, mit den Plattformen, die wir benutzen, geht immer auch einher, dass wir implizit mit den Aktionen und Meinungen des Unternehmens dahinter einverstanden sind. Man kann Google Docs nutzen, weil es das beste Tool für den Job ist, aber dann ist man implizit auch cool damit, dass man Google dabei unterstützt in China eine vom Staat zensierte Suchmaschine zu bauen. Gleiche Aussage in kurz: Mitgehangen, mitgefangen.

Der Status Quo

Hier soll es aber um Twitter gehen. Mein favorisiertes Social Network. Mein Account ist 11 Jahre alt, ich habe über 100.000 Tweets geschrieben und einen Großteil meiner Freunde und später auch Kunden über Twitter gefunden. Aber Twitter hat über die Jahre hinweg einige Entscheidungen getroffen, die Leuten wie mir nicht gefallen. Nicht-chronologische Timeline? Klar, ist nicht so super. Werbung im Stream? Auch nicht so toll. Drittanbieter-Apps so sehr kastrieren, dass sie kaum noch zu benutzen sind? Ganz schön arschig. Alles wenig cool, aber man kann damit leben, sind halt Software-Features, die schlechter statt besser werden.

Aber wenn es um den gesellschaftlichen Aspekt geht, der in dem man sich die Frage stellen muss, ob man ein Unternehmen dabei aktiv unterstützen möchte eine Plattform zu bauen, die Rassisten, Sexisten und andere Idioten dabei hilft gezielt das Leben von anderen Leuten zu zerstören, dann hat das eine andere Tragweite.

Selbst, wenn man nicht direkt Opfer dieser grässlichen Gruppen ist, sollte es einem am Herzen liegen, dass im Internet Räume entstehen, die für alle Menschen angenehm sind, die in erster Linie dafür sind, dass sich alle mit Respekt behandeln. Das Problem ist, dass es jeden treffen kann. Selbst, wenn es einen bisher nicht selbst betraf, sollte man daran arbeiten, dass es auch nicht passieren wird. Das ist wie mit Krankenversicherungen. Braucht man nicht ständig, man arbeitet auch für alle anderen mit, aber wenn man es braucht, ist die Lösung da.

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Nazis als UX Problem

Als Product Designer muss man eine Lektion schnell und früh lernen: Gute Produkte entstehen (unter anderem) durch gut getroffenen Entscheidungen. Der Alltag eines Product Designers besteht in erster Linie aus dem Abwägen von Fürs und Widers und einer letztendlich gefallenen Entscheidung für die beste Variante.

Manchmal gibt es schwierige Entscheidungen, bei denen auf beiden Seiten die Vor- und Nachteile ungefähr ausgeglichen sind. Leute, die noch nicht viel Erfahrung im Erstellen wirklich guter Software haben, tendieren an der Stelle dann schnell zu “Das lassen wir den Nutzer selbst entscheiden”. Nachvollziehbar, aber leider fatal. Das führt dazu, dass keine der beiden auf dem Tisch liegenden Varianten vernünftig durchdacht und eingebaut wird. Stattdessen muss der Nutzer am Ende Arbeit investieren und sich für eine von zwei halbgaren Lösungen entscheiden.

Das ist, in 98 % der Fälle, der falsche Ansatz und es lohnt sich meistens die stundenlangen, anstrengenden Diskussionen zu führen, die am Ende eine klare Entscheidung nach sich ziehen.

Keine Entscheidung zu treffen und den Nutzer entscheiden zu lassen ist auch eine Entscheidung. Die Entscheidung für Variante 3: Wir bauen ein Tool, das der Nutzer sich erst noch vernünftig einrichten muss. Vielen im Product Design Prozess Involvierten ist nicht bewusst, dass sie eine aktive Entscheidung getroffen haben, denn meistens wird sich für “Der Nutzer kann sich das einfach aussuchen!” entschieden, wenn die Beteiligten keinen Bock mehr auf die Diskussionen haben.

Twitter hat aktiv entschieden, dass ihr Social Network ein besseres Produkt ist, wenn Nazis ihre menschenfeindlichen Inhalte dort verteilen und andere Leute belästigen können. Das ist kein Zufall, sondern etwas, das passiert, weil die Macher der Software (Das Design-Team, die Programmierer, die Chefetage und jeder einzelne Mitarbeiter) sich nicht gegen Nazis entschieden haben.

Kann man machen, wenn man auf der Seite von Nazis stehen will.

(Ich hoffe noch immer, dass Twitter sich irgendwann besinnt und dabei hilft die Welt zu einem besseren Ort zu machen, an dem alle Leute akzeptiert werden, die alle Leute akzeptieren. Auch mir fällt es schwer, mich von meinem Twitter-Account zu trennen. Allerdings gebe ich mein Bestes und poste immer mehr Zeug auf Mastodon. Dazu vielleicht später mehr.)