Der Verlorene – Hans-Ulrich Treichel

Eine Nachkriegsgeschichte, die das Schicksal einer deutschen Familie umreißt, die ein Kind auf der Flucht vor den Russen verloren hat.

Einige Rezensionen auf Goodreads sehen in diesem Buch eine Parabel zum Fall des Dritten Reiches und der Teilung Deutschlands. Ich sah, bodenständig wie ich bin, eine Geschichte über eine Familie, die versucht mit Traumata umzugehen, mit denen niemand umgehen müssen sollte.

Textlich teilweise etwas zäh, weil unbedingt ein medizinisches Gutachten auf fünf Seiten ganz von einem der Charaktere vorgelesen werden muss. Das macht bei insgesamt knapp 170 Seiten einen nicht unerheblichen Teil der Gesamterfahrung aus. Stilistisch gibt es auch einige Entscheidungen, die ich eher nervig als künstlerisch wertvoll fand. Und trotzdem, obwohl es etwas rumpelt, ist die eigentliche Geschichte eine, die sich irgendwie doch in mein Bewusstsein gebohrt hat und so schnell nicht wieder verloren gehen wird.

★★★☆☆

Hallo, ich bin Marcel, zeichne selten Comics, schreibe manchmal Texte, gestalte öfter Digitale Produkte und interessiere mich für Bücher, Digitalen Minimalismus, Philosophie, Kunst und Videospiele. 👋

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