365 Tage ohne Social Media

Heute vor genau einem Jahr habe ich alle Timelines und Social Networks aus meinem Leben verbannt. Damals konnte ich mir, nach über 10 Jahren täglicher Nutzung, nicht mehr vormachen, dass man Social Media nur richtig einsetzen muss, damit es einen wertvollen Beitrag zum Glück im Leben beisteuert. Eine Lüge, die ich vorher, trotz anhaltend schlechter Gefühle, mantrahaft wiederholte.

Es klingt wie eine maßlose Übertreibung, aber es war auf jeden Fall eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Meine echten Freundschaften wurden besser, meine Freizeit wurde erfüllender und meine mentale Gesundheit stabiler. Ich kann mich besser auf meine Arbeit konzentrieren und gleichzeitig besser abschalten, wenn ich gerade nicht arbeite. Ich las fast 100 Bücher in einem Jahr. Ich bringe mir Programmieren bei. Ich fing an zwei Instrumente zu lernen (erfolglos, aber hey), habe mich endlich vernünftig um meine Altersvorsorge gekümmert und schrieb mehr Texte für diesen Blog und mich selbst. Gleichzeitig habe ich keine relevanten Themen verpasst, mich weniger über irgendeinen Blödsinn aufgeregt und viel über mich, und was mir wichtig ist, gelernt. Verrückt, was so alles geht, wenn man die mentale Kapazität freiräumt, die Social Media einnimmt.

Als eine der wenigen Personen, die sowohl Leben als extremer Nutzer, als auch als extremer Nicht-Nutzer von Social Networks geführt hat, gebe ich Letzterem eindeutig die bessere Bewertung. Ich bereue nichts, werde genau so weitermachen und betrachte das als einen beachtlichen Baustein der Tatsache, dass ich noch nie glücklicher war als aktuell.

Hallo, ich bin Marcel, zeichne selten Comics, schreibe manchmal Texte, gestalte öfter Digitale Produkte und interessiere mich für Bücher, Digitalen Minimalismus, Philosophie, Kunst und Videospiele. 👋

11 Kommentare

  • 365 Tage ohne Social Media. Hätte ich das letztes Jahr gelesen, hätte ich das für nicht machbar gehalten. Aber ich habe jetzt 31 Tage auf Instagram verzichtet, weil es mir gefühlt nicht mehr gut tat. Man verschwendet darin so viel Zeit und viele Stories und Posts belasten einen. Die erste Woche war schwierig, aber dann war es einfach ok. Und nach 31 Tagen kann ich sagen, ich hab es nicht vermisst. Heute habe ich Instagram wieder geöffnet, durch die Timeline gescrollt, Stories angeschaut und was soll ich sagen…sofort war dieses Stressgefühl wieder da.

    Jetzt hab ichs komplett gelöscht. Vielleicht schaff ich ja auch 365 Tage.

  • Die Frage ist doch, ob eine moderate Nutzung von Social Media erfüllender wäre als das eine oder andere Extrem. Auch ich habe Facebook, Instagram & Co. vor einiger Zeit Lebewohl gesagt, weil mich bereits fünf Minuten auf den jeweiligen Plattformen ABSOLUT WAHNSINNIG gemacht haben, egal, wie gut ich sie sortiert, gefiltert und ausgemistet habe. Besonders bei Twitter. Und das ist wirklich schade, schließlich habe ich Twitter anfangs geliebt.

    Andererseits muss ich zugeben, dass ich seit meinem Social-Media-Exodus auch viel weniger neue Leute kennengelernt habe und eigentlich nur noch mit den Menschen interagiere, die ich bereits zuvor kannte. Und ich bin mir nicht sicher, ob das mental so gesund ist.

    Manchmal wünsche ich mir, ich hätte das Internet nie kennengelernt. Dann wäre ich damals Landschaftsgärtner geworden, hätte nur andere Landschaftsgärtner kennengelernt und würde nun mit meinen Landschaftsgärtnerkollegen in meinem Landschaftsgärtnerclubhaus sitzen und müsste mir über die Vor- und Nachteile sozialer Medien keine Gedanken machen.

    • Vermutlich hast du es beim Schreiben nicht gemerkt, aber dein Kommentar ist genau mein innerer Monolog in den Monaten und Jahren, bevor ich Nägel mit Köpfen machte.

      „Ja, einerseits ist das schon eher nervig. Aber auch gut. Aber auch nervig. Aber vielleicht auch gut. Muss man nur richtig und nicht zu viel nutzen… aber auch nervig… ich wünschte, das gäbe es einfach nicht.“

      Hätte ich das Gefühl, dass ich ständig neue Menschen kennenlernen müsste, weil die in meinem Leben nicht reichen, würde ich das übrigens auch als Ansatz für Selbstreflexion über meine Freundschaften nutzen. Just saying. 😀

  • „ Meine Freundschaften bestehen zum größten Teil aus den Stimmen in meinem Kopf, von daher… ?“

    Ich musste lachen. Fühle es aber …

    Gruss
    Oliver

  • Schön zu lesen, dass Du Deine Erfahrungen der letzten 365 Tage mit einem dicken Gewinn fürs Leben und gesünderen Fokus im Leben verbuchen kannst. Versuche gerade mir ein bisschen Linux beizubringen, gute Sache das ?

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