☰ Was halte ich eigentlich von geschlossenen Systemen und dem, was manchmal als "Zensur" bezeichnet wird?

Wie es Headlines so an sich haben, beinhaltet auch diese hier das eigentliche Thema. Und – wen überrascht es – es dreht sich um Apple. Bei Formspring wurde mir die Frage gestellt, was ich denn davon halten würde, dass Apple den Appstore “zensiert”. Spannendes Thema, das einen präsenteren Raum, als eine Formspring-Antwort verdient hat.

Vorweg: Eigentlich habe ich keine Ahnung von dem Thema, keine wirkliche. Ich kann nur erzählen, was ich dazu denke, ob meine Ansichten die richtigen sind: Fragwürdig. Aber für mich persönlich sind sie schlüssig und ich bin zu einem Ergebnis gekommen, mit dem ich perfekt leben kann.

1. Mit Headlines sehen Texte wichtiger aus

Schauen wir uns das also an. Wir haben eine Firma, die ein Telefon vertreibt, das offenbar relativ erfolgreich ist. Um ein wenig zu provozieren: Ein Telefon, das heute, nach über zwei Jahren, noch immer nach einem wirklichen Konkurrenten sucht. Es gibt Handys, die Dinge besser machen, als das iPhone, aber nicht grundlos gibt es kein Handy, das vergleichbar erfolgreich ist. Ich spreche hier bewusst von “Handys”, weil es mir um die Kombination aus Betriebssystem und Hardware geht. Android legt gerade gewaltig zu, was Verbreitung angeht, aber ein Großteil der Handys, die mit Android ausgeliefert werden, spielen nicht annähernd in einer, mit dem iPhone vergleichbaren, Liga.

So. Es ist nicht so wirklich leicht etwas für das iPhone zu entwickeln. Erstmal gibt es die offizielle Entwicklungsumgebung nur für Macs, dann muss man sich an die Regeln des Appstores halten und dann noch Glück haben, dass das Programm freigeschaltet wird. Bei Apple sitzen nämlich tatsächlich echte Menschen, die jedes Programm testen und, nach Aussage von Jobs, zu 95% innerhalb einer Woche freigeben.

Apple hat da also, nach eigener Aussage, vermutlich ist es so, abgesehen vom Internet, die größte Sammlung von Applikationen an einem Ort. Das ist der spannende Aspekt. Da wird etwas gebaut, das es vorher so nicht gab und unwahrscheinlich viele Programme stürzen darauf zu. Weil es sich für Entwickler lohnt, im Appstore vertreten zu sein, weil gute Programme verdammt viel Geld bringen. Apple, als eine Firma, der ich vollkommen abkaufe, dass sie das beste für den Benutzer will, sieht sich in der Verantwortung ihren (weil ‘die Firma’, feminin) Appstore sauber zu halten. Das ist okay, wenn jemand einen Appstore will, der andere Regeln befolgt, soll er ihn eröffnen und ein Handy rausbringen, das vergleichbar erfolgreich ist.

2. Noch eine Headline

Apple stellt also Regeln auf. Keine Nippel, keine Pornografie, etc. Was sollte man dagegen haben? So ist das Leben und – an dieser Stelle setzt mein Halbwissen ein – ich denke auch nicht, dass das irgendwas mit freier Marktwirtschaft zutun hat. Wenn irgendwelche Verlage ihre, vermutlich sowieso grottenschlechten, Apps im Appstore verkaufen möchten, dann haben sie sich an die Regeln zu halten. Wenn man Kunden zufrieden stellen will, muss man etwas bieten, dass gut ist. Apple macht das, indem Regeln aufgestellt worden sind, die den Appstore vor etwaigen schlechten Produkten beschützen, die dem Benutzer negativ auffallen würden und damit zwangsläufig ein schlechtes Licht auf das Produkt, das Apple verkaufen will, fällt. Das iPhone. Aus Unternehmenssicht also vollkommen nachvollziehbar und ich würde es jederzeit genauso machen.

Stimmen, die laut werden und sagen, dass geschlossene Systeme noch nie funktionierten, sind tatsächlich interessant, weil teilweise richtig, allerdings wird ein geschlossenes System so lange funktionieren, wie es keine offene Alternative gibt, die den Kunden, also denjenigen, der das ganze mit seinem Geld überhaupt möglich macht, vollkommen befriedigt. ( :kch ) Davon ausgehend, dass dann irgendwelche Pornoapps (was ja offenbar viele unbedingt brauchen…), Programme die Abstürzen oder einfach fünfmilliarden Furzapps in diesem Store zu finden sein werden, wird sich der Normalbenutzer nicht sonderlich wohl fühlen. Und wenn man sich nicht wohl fühlt, versucht man etwas an seiner Situation zu ändern. An dieser Stelle kommt dann ein Appstore ins Spiel, der zwar beobachtet, kategorisiert und… irgendwie lektoriert wird, dafür aber auch nicht aus 90% Rotz besteht.

Zu der Zensur von politischen Karikaturen etc, kann ich eigentlich nur das wiedergeben, was Jobs im D8 Interview sagte, was für mich überaus schlüssig und aufrichtig klang. Niemand hat etwas vergleichbares vorher machen müssen. Apple hat sich anfangs Regeln überlegt, die dem Appstore helfen sollen ein gesunder Marktplatz für Programme zu werden. Dazu gehörte, wie Jobs als Beispiel nennt, die Regel, dass keine Menschen diffamiert werden dürfen. Das beschützt Privatpersonen davor, dass niemand eine “Jennys Unterwäschesammlung und hier ist ihre Telefonnumer”-App in den Store stellt und damit das Leben einer Person ruiniert. Jetzt reicht jemand eine Applikation ein, die politische Karikaturen zeigt, also in irgendeiner Form eine Diffamierung einer Person. Der Mensch der die Apps testet sieht das, schaut auf die Regel, die besagt, dass solche Apps nicht zugelassen werden dürfen und lehnt sie ab. Klares Ding. Dass politische Karikaturen allerdings eine ganz andere, rechtliche, Grundlage haben, als Vergleichbares bei Privatpersonen, wurde bei Apples Regelfindung nicht bedacht. Gibt Jobs zu, sagt, dass auch Apple fehler macht. Regeln wurden angepasst, Programm freigegeben.

Ich denke, dass viel Hype um solche Ablehnungen entsteht, weil es eine grundlegende Anti-Apple-Fraktion gibt, schon immer gab, die solche Dinge natürlich ausschlachtet. Dass der Appstore eine fantastische und riesengroße Sammlung (meistens) sehr gut funktionierender Programme ist, wird nicht so häufig erwähnt. Weil Kritik immer lauter ist, als Lob. Ist auch okay.

3. Drei sollten es schon sein

Hm ja, vermutlich habe ich etwas vergessen, diverse Ecken und Kanten vollkommen übersehen oder gehe absolut falsch an das Thema heran, aber das ist, unstrukturiert, das, was ich dazu denke.

Für die Kommentare: Man darf hier gerne nicht meiner Meinung sein, aber unreflektiertes, dämliches Apple-Gebashe wird ausgeblendet. Hilft niemandem. Schreibt, was ihr denkt, ausführlich und ordentlich, aber trollt nicht rum. Bin gespannt.

Kommentare

  1. Als würde ich mir den ganzen Text nochmal durchlesen. Tippfehler sind bestimmt welche drin. Ihr bekommt alle Admin-Accounts um die zu korrigieren.

  2. Sehe ich ähnlich. Worüber sich aber noch streiten lässt, ist, wie weit Apple den Zugriff auf Daten gestattet. Ich zum Beispiel würde mich extrem über eine Einbindung der CherrySMS App (sowas wie chompSMS für Android, glaube zumindest, dass das da so heißt) in das “native” SMS-System des iPhones freuen.
    Apple tut das nicht, was für mich scheiße ist, aber trotzdem habe ich ein iPhone. Einfach, weil ich weiß, dass mir kein anderer Hersteller (und zwar egal ob jetzt Google, HTC, Samsung oder Sony Ericsson) diese Kombi bieten kann. Und mit Kombi meine ich nahtlose Synchronisation meiner iTunes Bibliothek, Aperture-Fotos, etc.

  3. Was Marcel sagt.
    Ich drucke mir den Artikel aus und halte ihm jedem unter die Nase, der mich wegen des neuen iPhones dumm anmachen will.

  4. Naja, da ist zum einen die Frage, warum und wer sich dafür entschieden hat, Freedom means Freedom from Porn zu postulieren und welche Auswirkungen das haben wird. Ich erinnere mal an Betamax. Wer hat denn das Recht zu bestimmen, welche Apps ich auf meinem Mobile laufen lassen möchte. Warum werde ich vor Daus geschützt? Auf der anderen Seite die Aussage, Apple wolle das beste für seine Benutzer. Daran glaube ich ausdrücklich nicht.

    Apple möchte – das ist das Wesen von Aktiengesellschaften und gilt genauso für Google, HTC usf. – das beste für seine Aktionäre. Alles andere würde Jobs recht schnell seinen Job kosten (kannst du hier noch das Wortspiellachsmiley einfügen, danke).
    So sehen wir – und von daher erscheint mir das auch ok – ein geschlossenes System, dass das beste für seine Benutzer bietet als Effekt einer auf den Aktienkurs ausgerichteten Strategie von Shock and Awe.

    1. Niemand hat das Recht zu bestimmen, welche Apps du auf deinem Handy laufen lassen willst. Aber Apple hat das Recht zu bestimmen, welche Apps du auf deinem, von denen gekauften, Handys installieren KANNST.

      Und klar, dass da wirtschaftliche Interessen hinter stehen ist mir bewusst, allerdings ist die, überraschend simple Logik “Zufriedene Kunden –> Viele Kunden –> Viel Geld” nicht falsch. Wobei ich auch kein Wirtschaftswissenschaftler bin.

      1. Der Philosoph in mir fragt sich gerade, woher ein Philosoph bei Apple wissen kann, was ich kann 🙂 Aber egal, ich hab den Punkt verstanden. Du hast das Wortspiellachsmiley vergessen… 🙁

  5. Was du noch vergessen hast: Der App Store ist nicht der einzige Weg, über den Anwendungen verfügbar sind – es gibt immernoch das Internet/HTML5/Safari – ich benutze zum Lesen von RSS Feeds z.B. ausschließlich reader.google.com – da kann ich dann auch so viele porn-feeds abonnieren, wie ich mag…

    1. Hmja, ließ ich relativ bewusst außen vor, weil ich bisher keine wirkliche Webapp gefunden habe, die mich überzeugte. Googles Reader ist tatsächlich gut, aber kein vergleich zu zB Reeder. Und Check.in ist auch ziemlich gut, für eine Foursquare-App, die ausschließlich eine Webapp ist.

  6. Ich gebe dir von der Grundaussage her recht. Das ist Apples Gerät und es ist ihr gutes Recht Regeln aufzustellen um den Store von Schund mehr oder weniger frei zu halten. Wenn ich das aus der Sicht eines “ich kauf mir ein iPhone weil es cool ist und nicht weil ichs brauche”-Kunden ist das sogar wirklich gut, da es Sachen enorm erleichtert.
    Auf der anderen Seite gibt es Leute wie mich, die Ahnung von dem haben zu was dieses Gerät fähig ist und auch wissen was sie tun. Für die Menschen ist es natürlich sehr ärgerlich, dass das System so geschlossen ist, da gerade das BSD-basierte Betriebssystem, dass das iOS ja genau wie OS X ist, enormes Potential bietet.
    Darum würde ich eine Abstufung für gut halten. Standardmäßig ist nur der Standardstore installiert, den man aber über ein zusätzlich gesondertes Login mit extra Aufklärung, dass jetzt “explicit Content” kommt für Pornographie und andere Sachen freischalten kann.
    Zusätzlich würde ich einen zweiten Store für Menschen anbieten die glauben zu wissen was sie tun. Ähnlich wie Cydia das jetzt ist. Leider geht ja bei einem Jailbreak die komplette Garantie verloren. Ich wäre dann hier für die Lösung, dass bei diesem Zusatzstore die Garantie flöten geht wenn man mit dieser Software das Gerät zerschießt, die normale Garantie bei Hardwarefehlern jedoch bestehen bleibt.
    Das wäre denke ich eine Variante mit der jeder gut leben kann, da nur die Leute die sich damit auskennen überhaupt etwas von den Möglicheiten mitbekommen würden.

    1. Hm, mal davon abgesehen, dass ich denke, dass das eine halbgare Lösung ist, sollte man aufhören die Unwahrheit zu verbreiten, dass bei Jailbreak die Garantie flöten geht. Das ist vielleicht theoretisch der Fall, praktisch aber nicht, weil ein Jailbreak, nach zurücksetzen des Geräts, nicht mehr nachweisbar ist.

    2. Und ja, dass ist noch ne halbgare Idee. In fünf Minuten hab ich halt kein perfektes Konzept zusammen. Aber es es eine Basis von der man weiterdenken kann, denke ich

    3. “ich kauf mir ein iPhone weil es cool ist und nicht weil ichs brauche”-Kunden

      Wer von euch braucht bitteschön sein iPhone wirklich? Seid ihr alle schon so wichtig dass ihr dauerhaft auf alles Zugriff haben müsst? Wers glaubt wird seelig.

      1. Brauchst du dein Internet wirklich? Nein, du kannst auch Bäcker sein, oder Bauarbeiter. Brauchst du deine Wohnung wirklich? Nein, in einem Obdachlosenheim würdest du auch leben können. Was soll das für eine Argumentationsgrundlage sein? Eine bescheuerte? Passt!

    4. Nö, brauch ich ja auch nicht wirklich. Aber ich komm auch nicht daher und mach einen auf wichtig während ich mich erstmal herablassend über den Rest der Welt auslass.
      Btw, deine Argumentation ist ja wohl wirklich haarsträubend.

      1. Ja, wenn man nichts zu sagen hat und niemand sich für die Meinung interessiert, muss man auch nichts sagen. Das unterscheidet uns beide, Christian.

  7. Also mich als Android-User stört es tatsächlich immens, wenn ich den Android-Market durchstöbere und mich anfangs erstmal durch 20 Puzzle- und 50 [Titten/Asiatinnen/sonstiger Pornokrams]-Apps wühlen muss. Das nervt ungemein!
    Apple macht das da schon ganz gut. Im Appstore von Apple kann man quasi darauf vertrauen, dass eine App gewissen Standards entspricht, was Android-Apps im Market oft nicht tun. (Wer braucht bitte 400 verschiedene Asiatinnen-Puzzles???) Von “Zensur” durch Apple würde ich (auch als Apple-nicht-Möger) aber keinesfalls sprechen. Ich würde mir ein ähnliches Testverfahren auch im Android-Market wünschen, was aber derzeit sicher dazu führen würde, dass es dort weniger neue Apps im Angebot gäbe. Nunja, lieber weniger (qualitativ hochwertige) Apps, als diverser Müll und Schrott.

    [Denkt euch hier noch n bisschen mehr Senf…]

  8. Ich bin voll und ganz deiner Meinung. Ich lebe lieber mit einigen Einschränkungen, als mich durch einen App-Store voller unnützer, nicht funktionierender und hässlicher Apps zu quälen, um vielleicht die App zu finden, die das tut, was ich will. Und ich denke auch, dass Apple stets versucht es den Entwicklern und Anwendern so einfach wie möglich zu machen.

    1. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass man sich durch die Einschränkungen nicht eingeschränkt fühlt. Ich zumindest nicht, die meisten anderen vermutlich auch nicht. Sag ich mal so.

  9. Ich bin kein riesen Apple-Jünger, wie manche. Aber ich mag die Produkte, die Apple auf dem Markt hat sehr gerne, auch wenn ich (noch) keines davon besitze. Und jetzt meine bescheidene Meinung zu dem Thema: Dieses Gequatsche über das geschlossene System auf iphone, ipad und co. halte ich für ziemlich sinnlos. Hat nicht jedes dieser Geräte einen Browser? Mit dem man notfalls auch pornographisches Material ansteuern kann, wenn es sein muss? Ich weiß es nicht 100%ig vom iphone, aber beim ipad bin ich mir eigentlich ziemlich sicher. Wo ist das System also bitte geschlossen, wenn ich über den Browser die gleichen Möglichkeiten habe wie an meinem Desktop-PC auch?

  10. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Durchschnittsuser froh darüber ist, dass das Angebot “eingeschränkt” ist, also keine o.g. Tittenpuzzles zu finden sind.
    Das überfordert die Leute schlicht und ergreifend.
    Und eine Qualitätskontrolle, die mir garantiert, dass kein Scheiß auf mein Gerät kommt kann ich bei nem Handy für diesen Preis durchaus erwarten.
    Und Pornos kann ich mir, wenn ich das denn wollte, aus dem Internet ziehen, ins iPhone-Format umwandeln und fertig.
    (Manche Portale bieten sogar bereits einen Direktdownload im iPhone/iPod-Format an. Ich recherchierte diesbezüglich mal)

    1. Wo sollte da der Widerspruch sein? Mal davon abgesehen, dass ich derzeit keinen Jailbreak habe (und trotzdem zufrieden bin), offeriert ein Jailbreak halt das, was man sonst nicht bekommen kann, aus oben genannten Gründen. Wenn ich also Apps laden möchte, die mir Multitasking erlauben, dann kann ich das tun, bin aber in der Lage die Folgen, sprich verkürzte Akkulaufzeit, Systemauslastung etc, abzuschätzen. Meine Mutter könnte das nicht. Eine Multitasking-App im Appstore, die das iPhone also langsamer und ätzend machen würde, wär schlecht für alle.

  11. Ich muss mich da ebenfalls bladiblub anschließen, bin auch Android-User und das größte Manko an Android ist einfach der Market, weil wie gesagt: Scheiße ohne Ende und wer wühlt schon gern im Mist, nur um eine kleine Perle zu finden?
    Eine Regelung bzw. eine Überprüfung, wie bei Apple wäre wirklich wünschenswert, nur eben auch die Möglichkeit Apps von außerhalb zu installieren ohne den jailbreak.
    Das einzige was ich an meinem Androiden vermisse im Vergleich zum iPhone ist tatsächlich der App-Store. (Das iPhone ist natürlich auch gut, nur mag ich halt meinen android lieber 😀 das ist wie mit Büchern ich mag das eine halt lieber, auch wenn das andere bessere Rezensionen hat, jetzt bräucht ich nur noch einen Font in meinem Buch, der mir besser gefällt ;))

  12. Es wurde zwar schonmal gesagt aber da es die Lösung ist gleich nochmal: HTML5. Die Anwendungen sind zwar noch recht mau und kaum verbreitet aber mit HTML5 und den damit verbunden neuen Funktionen wie Canvas und Storage API lassen sich ziemlich mächtige Anwendungen schreiben. Apple unterstützt die Entwickler sogar hier indem sie in Safari sehr viele HTML5-Funktionen integrieren und diese Web-Apps lassen sich sogar relativ einfach auf dem Home-Screen einbinden.

    Daher ist die Plattform nicht wirklich geschlossen … nur vielleicht fortschrittlicher als der Mainstream-Entwickler.

    Geschlossen sind, wenn überhaupt, nur die APIs die zum Endgerät gehören aber auch nicht wirklich alle und dann stellt sich die Frage welche (nützliche) App man nicht auf das iPhone bekommt.

  13. Ohne mich näher mit dem ganzen Thema auseinandergesetzt zu haben, klingt dein Eintrag für mich sehr schlüssig! Schön geschrieben.

  14. Im Prinzip ist die Diskussion doch eine ähnliche wie die, warum Apple das OS X nicht für beliebige Computer freigibt. Die Hackintosh-Szene beweist analog zur iPhone-Jailbreak-Szene, dass das erstaunlich problemlos funktioniert, und dass kleinere oder billigere oder schönere(?) oder schnellere(?) Computer durchaus mit dem schönen bunten OS X betrieben werden können. Warum also unterbindet Apple dies mit allen rechtlichen und technischen Mitteln?

    Weil sonst das gleiche passiert, wie mit Windows. Oder sogar noch schlimmer. Das OS X ist für bestimmte Geräte entwickelt, optimiert, getestet. Wird ein neues Feature eingebaut, ein Treiber umgeschrieben, muss nur für diese beschränkte und überschaubare Menge von Hardware-Kombinationen getestet werden und kann mit relativ großer Sicherheit sagen, auf welchen Maschinen welche Features wie funktionieren.

    Wenn $discounter einen Computer zusammenschraubt und 200€ verkauft, weiß niemand so genau, welche Komponenten drinstecken und wie sie kompatibel untereinander oder zum Betriebssystem sind (oder gar zu zusätzlichen Geräten und ihren Treibern). Deswegen hat Windows so viele Leichen im Keller, deswegen sind Bluescreens so bekannt und verbreitet.

    Bezogen auf das iOS bedeutet das, dass ohne eine Kontrolle (“Zensur”) die Qualität der Apps (und damit die wahrgenommene Qualität der Plattform an sich) im Durchschnitt viel schlechter werden würde, und das Anbote im Appstore (oder den Appstores) im Durchschnitt extrem undurchschaubar, gefährlich (Viren?) und frustrierend. Deswegen stimme ich Marcel zu und kann gut mit der von Apple auferlegten Einschränkung leben.

  15. Na, ich halte auch nichts von blahblah. allerdings haben nicht alle probleme mit der apple-supervision direkt was mit pron apps zu tun, sondern vielmehr mit dem, was andere als die grenzenlose freiheit des mobile safari ansehen: dem interweb. hier er link zu einem artikel darüber, warum und wie lange die jungs von suprb probleme mit der dropular app bekommen haben: http://suprb.posterous.com/dropular-vs-apple

    1. Habe deinen ersten Satz drei Mal gelesen und nicht verstanden.

      Zum Link: Der bestätigt ja, was ich schrieb. Abgelehnt, weil gegen die Regeln (Apptester sieht Nippel, Regel: Keine Nippel, Rejected). Dass die sich nicht mit jeder Webseite und Funktionalität die hinter einem Programm, respektive der Webseite, steckt auseinandersetzen können, ist ja relativ klar.

      Ergebnis ist doch, dass die App jetzt im Store ist. Weil Apple einsah, dass es nicht wirklich ein Regelverstoß ist. Alles gut. :weissnich

      1. naja, aber alles in allem hat es 5 monate gedauert hat, was für einen hippen webdienst tödlich lang sein kann. und das nur wegen nippel, die nicht aus der app, sondern aus dem netz kommen. nippel, die der mobile safari auch darstellt.
        der erste satz bezog sich auf das generelle blah, was um “zensur” gemacht wird, die de facto hier der qualitätssicherung gilt.

  16. Was man auch bedenken sollte: Die Apps werden von Amerikanern mit ihren amerikanischen Moralvorstellungen zugelassen oder abgewiesen. Wenn man sich an Janet Jacksons Nippelgate zurück erinnert ist es da kein Wunder das Nippel nicht in den AppStore kommen weil sie zu anstößig sind. Wahrscheinlich ist das für den Großteil der Amerikaner auch zu anstößig und zu pornographisch.

    Zweitens muss man bei der Kritik an der “Zensur” unterscheiden zwischen der, oben genannten, moralischen Zensur und der Qualitätszensur. Die Qualitätszensur ist ok, ich halte es absolut für legitim das Apps nur von Apple zur Verfügung gestellt APIs nutzen (das garantiert die Stabilität der Apps und des ganzen Systems) und auch das Applikationen eine gewisse Mindestanzahl an Features haben müssen ist gut (sprich keine Furzapps).
    Bei letzterem aber nur eine kleine Kritik, zB wegen Google Voice. Wurde ja abgelehnt weil es eine Funktion vom Standard OS dupliziert, aber das ist etwas scheinheilig. Hier kann aber auch die Ablehnung der Provider Schuld an der Nichtzulassung sein.

    Bei der moralischen Zensur muss man wohl etwas differenzierter vorgehen. Wenn Apps mit Bildern auf denen sich zwei Männer/Frauen küssen abgelehnt werden aber nicht, wenn sich ein Mann und eine Frau küssen dann wird mit zweierlei Maß gemessen. (Ich glaube aber das Apple auch hier einen Fehler eingestanden hat, hätte aber eigentlich nicht passieren dürfen, mittlerweile gibt es den AppStore und seine Richtlinien auch schon zwei Jahre).

    Was ich aber nicht verstehen kann ist, dass sich einige über Verlust der Netzneutralität aufregen. Es geht hier um den Apple AppStore und nicht um das Internet. Das ist vollkommen neutral und offen und unzensiert auch am iPhone/iPad verfügbar.

    1. Naja… sich über die Ablehnung von “moralisch verwechlichem” aufzuregen ist so ein zweischneidiges Schwert.

      1. Ich kenne inzwischen einige U16-Jugendliche, die ein iPhone besitzen. Wenn es für die höchstoffiziell im Store die Möglichkeit gäbe, sich alles – im Zweifel mit einem “Jo, bin über 18”-Klick – ganz gemütlich runterzuladen, was die Wunderwelt menschlicher Triebhaftigkeit hervorgebracht hat, manche Eltern würden es sich vielleicht überlegen, ihrem Kind dieses Handy zu kaufen. Es geht hier übrigens um Psychologie, nicht um Logik (Hä? Kriegen sie doch jederzeit alles über den Browser?).

      2. Die Grenze zwischen “Verboten” und “Moralisch geächtet” ist manchmal nicht ganz so einfach zu ziehen. In den USA sind Homo-Küsse z.B. teilweise verboten. In Deutschland ist Sex mit Kinder verboten. Auch wenn ich dazu eine klare Meinung habe – dazu aufschwingen, ein für allemal zu bestimmen, was “richtig” und “falsch” ist, möchte ich mich eigentlich nicht. Und bevor ich im AppStore über die erste “2 girls 1 cup”-App stolpere – lieber gar kein Sex. 😀

      Kurz: Für die meisten Regeln im App-Store gibt es handfeste Gründe. Und die mit einem “ach, das sind die prüden Amerikaner” abzutun, ist etwas zu einfach.

      1. Sexuelle Handlungen mit Kindern sind de lege lata überall auf der Welt verboten, das hat einige gute Gründe. Das Verbot von homosexuellen Handlungen hingegen entbehrt einer vernünftigen Grundlage. Es war zwar wahrscheinlich nicht deine Absicht, aber ich halte den Vergleich für reichlich hanebüchen.

      2. Ich glaube, dass es kein Vergleich werden sollte, sondern lediglich zwei Beispiele von Verbotenen Dingen. Ist aber tatsächlich eher ungeschickt ausgedrückt.

  17. ist ja auch nicht so, dass Apple kontrolliert, was wir auf unsere Geräte tun, sondern lediglich was sie über ihren Marktplatz anbieten.

  18. Ich habe mir ein Palm Pre organisiert, weil a) mir die in Frage kommenden iPhone-Verträge zu teuer sind und b) ich Vertrauen in die Entwicklung des App Catalogues hatte. Resultat ist nun aber, dass nach 2 Monaten ein beträchtliches Stück aus dem Pre-Gehäuse rausgebrochen ist, ohne dass ich mir einer nennenswerten Einwirkung meinerseits bewusst wäre und vor allem, dass ich die “besten” Apps aus einem grotesken Sammelsurium unfassbar schlechter Apps rauspfriemeln muss, die zum größten Teil hässlich sind und teilweise astronomisch viel Geld kosten. Ich verbringe jedenfalls die meiste Zeit vor dem Gerät mit wilden Flüchen und Beschimpfungen und werde wohl oder übel demnächst doch noch einmal Geld ausgeben müssen. Ich würde jedenfalls ein wenig App Store Restriktion künftig gerne in Kauf nehmen wenn der Kram dann wenigstens funktioniert.

  19. Die Formspring-Frage entsprang meiner Tastatur, ich wollte mal eine eindeutige Meinung hören und wusste, dass man sich in der Hinsicht auf dich verlassen kann.

    Aus Zeitgründen mache ich’s ausnahmsweise kurz: Mir ging es ausschließlich um die politische – ja, Zensur. Mit allen anderen Regelungen und Restriktionen kann ich mich arrangieren, Gründe siehe dein Text.
    Es ist jedoch so, dass hierzulande bspw. eine App des Titanic-Magazins keine Chance auf Zulassung im App Store hätte. Vollkommen zurecht gewinnt die Titanic aber die meisten ihrer Rechtsstreite und konnte (von strittigen Ausnahmefällen abgesehen) bislang weder durch die Kirche noch durch sonstige Fanatiker zensiert werden. Satire darf alles, zumindest auf politischer(!) Ebene; überhaupt sollten politische Äußerungen jeder Art bis an die äußersten Grenzen toleriert werden, ab welcher dann ohnehin die Staatsanwaltschaft einschreitet. Alles andere ist nun einmal Zensur.
    Wann immer ich Statements von Apple oder Jobs zu dem Thema höre, fühle ich mich daher an Diktaturen erinnert.

    (Insofern ein zufriedenstellender Text, vgl. Twitter, nur mit Steve Jobs Politics-Policy komme ich nicht klar.)

    1. zensur wäre der beschnitt der meinungsfreiheit – ich sehe das hier nirgends. denn: der app-store ist ja keineswegs öffentlich, sondern von apple angeboten. so, wie ich als disco-betreiber auch leuten hausverbot erteilen kann, die mit ihren nackten, verschwitzten oberkörpern rumrennen, kann apple bestimmte regeln aufstellen für den krams, der in den app-store kommt.

      1. Da hast du recht. Aber welcher Clubbetreiber erteilt Titanic-Redakteuren Hausverbot, weil sie Titanic-Redakteure sind? Um den Gedanken konsequent weiterzuspinnen: Welche Disco ist dafür bekannt, keine Linken/Rechten/Grünen/Violetten/Homos/Heteros/… einzulassen? Darauf wollte ich hinaus.

        Diskotheken, die (bspw.) Schwulen und Schwarzen Hausverbot erteilen, werden aus genau diesem Grund von mir und dem Rest der zivilisierten Menschheit gemieden – umso mehr staune ich, dass Spiegel, Springer und all die Freunde und Bekannten der Meinungsfreiheit auf iPad und iPhone abfahren.

  20. Guter Artikel, Marcel.
    Bin seit kurzem iPod Touch Nutzer und total zufrieden. Ich benutzte ihn nicht nur MP3-Player sondern als digitales Gedächtnis sozusagen als PDA (falls diese Dinger noch wer kennt).
    Den Appstore finde ich ebenfalls gelungen, allerdings könnte man an der Übersicht noch etwas feilen. Ich finde die Kategorien etwas mager da sollten noch ein paar mehr Unterkategorien hin.
    Oder hat wer einen anderen Tipp wie man gute Apps findet?
    Bis jetzt sind aNote und Rezepte meine zwei meistgenutzten, da nützlichsten Apps. Bin wohl auch mit meinen Nutzungsprofil ein etwas spezieller Fall. (Ach ja Mail habe ich noch vergessen das ist auch super und kann mit einem kleinen Trick sogar meine GMX IMAP)
    Mein Samsung S5600 hatte mich mit seinen Zusatzfunktionen enttäuscht daher habe ich zum iPod gegriffen, ein iPhone war mir zu teuer und außerdem mach das Samsung als Telefon ja was es soll.

    Wenn man im Netz nach Seiten sucht die gute Apps empfehlen findet man nur tausende Spiele und genau sowas suche ich eben nicht.

    Gruß
    Benjamin

  21. Ich kann mich noch erinnern als ich mein iPhone 3G beim Verkaufsstart bekommen habe und restlos begeistert war. (Ich hatte zuvor ein Siemens M55)

    Damals habe ich täglich die neuen Apps durchgeschaut und alles installiert, was irgendwie interessant geklungen hat. Heute ist das eine Flut, die man so nur noch schwer bewältigen kann, zugegeben ich habe auch nicht mehr die Zeit dafür. Aber wenn ich die neuen Apps einmal durchschaue ist nur sehr, sehr wenig dabei, das wirklich Qualität hat. Sehr viele Nachahmungen und sinnloses Zeug. Daher sehe ich es sehr kritisch, wenn geschrieben wird, dass Apple dafür sorgt, dass die Apps eine gewisse Qualität haben. Denn ich verstehe die Qualität viel eher als Stabilität, was ja auch zutrifft und in meinen Augen sehr wichtig ist.

    Überschrift?

    Inzwischen habe ich mich durch das aktuelle Smartphone Aufgebot durchgetestet und bin noch immer der Meinung, dass das iPhone, das Gerät mit der besten Usability ist. Und den meisten nutzbaren Apps. Das liegt meiner Meinung nach weniger an den strikten Regeln von Apple sondern mehr der Mikroökonomie, die sie durch den App-Store geschaffen haben. Durch iTunes konnten sie viel Erfahrung sammeln und sie haben bewiesen, dass die Leute sehr wohl für alles mögliche zahlen, wenn es einfach genug ist. Auf allen anderen Plattformen ist es einfach zu umständlich.

    Symbian ist sowieso zum vergessen. Der Ovi-Store, Nokias Versuch den App-Store nachzumachen, ist durchsetzt mit Bullshit wie Klingeltönen und Wallpapern. Und ihre aktuelle Aktion, dass man kostenlos aus dem Blog eine App machen kann ist nicht wirklich förderlich. Zugleich gab es mit Gravity den aus meiner Sicht lange Zeit besten mobilen Twitter Client auf Symbian. Das Kaufen davon war jedoch eine Tortur. Das System insgesamt ist offen und man kann sich von jeder Website Apps herunterladen. Das ist umständlich und dumm. In den meisten Fällen.

    Android ist auf einem guten Weg und es gibt inzwischen einige wirklich gute Apps. Wenn man sich die Top-Listen im Market ansieht findet man lauter gutes Zeug. Ich hatte das G1 und das Legend, wobei das Legend das iPhone 3G hardwaremäßig und designtechnisch imo überholt hat. Google macht vieles richtig, nutzt die Vorteile der Offenheit aus und weiß, dass sie Usabilitymäßig nachlegen müssen, weshalb sie sich den Palm-Menschen geholt haben. Das System ist für den Normaluser scheiße. Wirklich. Wenn man sich nicht damit auseinandersetzt wundert man sich immer wieder warum der Akku so schnell leer ist oder warum das System bestimmte Sachen macht. Oft weiß man nicht einmal was wirklich vorgeht. Auch mit Taskmanager nicht. Komisches Zwischending aus offen und zu.

    Maemo mein aktuelles OS auf dem N900. Super Ansätze aber momentan nur für Nerds sinnvoll nutzbar. Keine Ahnung, wohin es in der Zukunft damit geht. Aber eigentlich erwähne ich es nur, um wieder zur Ausgangsfrage, offen vs. geschlossen zu kommen. Maemo basiert auf Linux und so funktioniert auch die App-Verwaltung. Grundsätzlich kann man alles installieren, aber normalerweise macht man es über den App Manager und der so aufgebaut, dass ich grundsätzlich nur Zugriff auf ein Repository habe, welches streng getestete Apps enthält. Die funktionieren alle tadellos und man kann sie ohne Probleme installieren. Dieses wird von Nokia selbst verwaltet, afaik. Bereits installiert, aber man muss es noch aktivieren ist das Extras-Repository, dieses wird von der Community verwaltet und enthält nur stabile Apps. Kann auch vom Normaluser problemlos über die Einstellungen aktiviert werden. Damit hat man schon eine nette Auswahl (im Vergleich zum App-Store lachhaft). Will man mehr, muss man selbst Repositorys hinzufügen. Funktioniert wie in Cydia, einfach Adresse eingeben und geht schon. Als offizielle gibt es noch Extras-Testing und Extras-Developer. Das eine mit Apps im Beta-Status, manchmal instabil, aber das meiste recht benutzbar. Und im Dev-Channel sind dann die Apps, die wirklich noch entwickelt werden. Ich kann aber auch inoffizielle Repos hinzufügen, wie etwa das von Firefox.

    Mit diesem System der unterschiedlichen Repos, hat der Normaluser seine sicheren, getesteten Apps, aber wer mehr will und die Verantwortung übernimmt, kann mehr installieren.

    Im Grunde läuft es am iPhone nicht anders. Der Normaluser nutzt das System wie es ist, wer mehr will macht einen Jailbreak, der einfacher ist als auf Symbian etwas zu kaufen, und fertig. Der einzige Unterschied ist, dass es auf Maemo offiziell erlaubt/unterstützt wird und am iPhone nicht.

    Was mir bei Apple nicht passt ist, dass mir plötzlich gesagt wird, was gut für mich ist und was nicht. Wenn ich sage ich bin über 18 und daher dürfen sie mir Nippel zeigen, dann können die Apps auch im App-Store erscheinen und sonst nicht. Man kann das ja mit dem iTunes-Account verbinden was auch immer. Wichtig ist mir die Stabilitätskontrolle. Ich will keine Apps haben, die ständig abstürzen und ähnliches. Was es leider auch beim iPhone gibt, aber seltener als auf anderen Plattformen. Maemo ausgenommen, was dort dev und testing durchlaufen hat, ist stabil. Das ganze ist halbautomatisiert, man braucht jeweils eine gewisse Anzahl an positiven Votes, App funktioniert gut, einen Zeitrahmen, App ist seit X Tagen in Testing, und formalen Kriterien, Feedback-Seite, benutzt diese und jene Funktionen des Geräts.

  22. Ich glaube ja, Jobs ist ein bisschen froh über die Jailbreak-Community, denn (ob es Jobs gefällt oder nicht) ein Appstore braucht Beschränkungen. (Von Simlock ganz zu schweigen). Ich z.b. würde ein IPhone nicht ohne Jailbreak nutzen, aber das ist eine andere Geschichte.

    Worauf ich hinaus will: Wenn sich jemand über die “Einschränkungen” beschwert, soll er/sie Cydia installieren. Dann hat man Freiheit, plus Chaos.

  23. Was mich immer noch am meisten wundert, ist die Tatsache, dass alle auf Apple und ihrer iPhone/Appstore-Politik herumhauen.
    Du hast es bereits erwähnt, Kritik ist immer lauter als Lob, aber wieso werden nicht mal andere Geräte kritisiert? So ein altes Nokia zum Beispiel,
    mit einer einzigen Display-Farbe (so im Gameboy-Style), hat Nokia denn da ungeheuer viele Applikationen erlaubt, war dieses Handy “offen”?

    In einem Punkt muss ich dir widersprechen: Es ist vergleichsweise (!) einfach, für das iPhone zu entwickeln. Vor allem als angehender Indie-Spielemacher
    hat man für das iPhone einfach wesentlich einfachere Startbedingungen, da tut es ein Mac Mini für kleines Geld und ein einziges Testgerät. Für die aktuellen Spielekonsolen
    inklusive PSP und NDS braucht man wesentlich mehr Kapital, um überhaupt nur Anfangen zu können.
    Zusätzlich greift Apple jedem Entwickler durch das SDK enorm unter die Arme, die ganzen APIs sind unheimlich praktisch – Beispiel Neigungssensor. Beim iPhone gibt’s dafür ‘ne eigene API, die einem genaue “Ortsangaben” liefert, bei der Wii hingegen kommt ein Wust an Zahlen raus, der erst einmal interpretiert werden will – Ohne, dass Nintendo irgendwelche Hilfen diesbezüglich bereitstellt (Was unter anderem auch der Grund ist, warum nur die Nintendo-eigenen Spiele auf der Wii wirklich rocken. Ausnahmen bestätigen die Regel). Von der Entwicklungssprache einmal abgesehen, wer für den Mac entwickeln kann, kann mit ein wenig Umgewöhnung auch für das iPhone entwickeln.

    Dass Apple den Appstore zumindest versucht sauber zu halten, ist aber auch aus anderen als von dir genannten Gründen verständlich. Apples Strategie besteht aus dem tadellosen Zusammenspiel zwischen Hardware/Software. Dementsprechend kann und muss es Apple sich leisten, selbst zu bestimmen, was auf ihre Geräte kommt, denn ein Überfluss an abstürzenden und schlechten Apps fällt augenblicklich auf Apple zurück und schreckt Kunden ab – Du hast die Logik schon benannt, Zufriedene Kunden = Viele Kunden = Mehr Geld.
    Android bzw. Google kann sich das garnicht leisten, da Google in diesem Falle nur als Software Hersteller agiert. Würde Google für seinen Android-Store und das OS im Allgemeinen ähnliche Restriktionen wie Apple auffahren, würden die Hardwarehersteller wie zum Beispiel HTC auf die Barrikaden gehen und sich ein anderes OS suchen, das zwar beschissener, aber dafür immerhin “offen” ist.

    Alles in allem finde ich die ganze Meckerei übertrieben. Ich habe lieber ein funktionierendes System, bei dem ich nicht großartig rumbasteln muss und das immer aktuell ist. Das ist nämlich ein weiterer, riesiger Nachteil von Android: Die Hardware mag super sein, aber sie bringt mir rein garnichts, wenn mein System veraltet ist, weil der Hardwarehersteller nicht mit dem Updaten seines eigens geschraubten UI hinterherkommt. Bei Apple sieht’s sogar von Haus aus schick aus.

    Soviel dazu. Bestimmt wieder vom Thema abgewichen, aber was soll’s. Ist ja auch nur ein Kommentar.

    1. Oh ja, ich bin teilweise ziemlich vom Thema abgewichen. iPhone und Wii vergleichen, wo es doch eigentlich um Handys (müsste rein aus denglischer Korrektness nicht “Handies” heißen?) geht. ^^

  24. Irgendwie scheint jeder verdrängt zu haben, dass es vor (2008) dem iPhone 3G überhaupt keinen AppStore gab und der Jailbreak die einzige Möglichkeit war, eigene Programme auszuführen. Damals musste man einfach jailbreaken, um die vielen neuen Möglichkeiten dieses Gerätes auszuprobieren.

    Steve Jobs hat von Anfang an gesagt, dass die Entwickler gerne WebApps programmieren dürfen und sollen – bevor man sich Apple dann Schritt für Schritt in Richtung Programmierung und AppStore vorgetastet hat. Die Möglichkeiten für die Entwickler werden mit jedem Jahr mehr.

    Natürlich ist auch das iOS nicht perfekt (jammern auf hohem Niveau), aber hier handelt es sich um Software, die sich, genau wie das AppStore-Reglement, weiterentwickelt und sich an die Nutzerbedingungen anpassen lässt.

  25. Das iPhone ist übrigens mein zweites Handy gewesen und mein erstes richtiges Vertragshandy. Weil alle anderen Mobiltelefone einfach furchtbar (Bedienung, Internet, Software, etc) waren und erst die Smartphones sich einen Platz in meiner Hosentasche verdient gemacht haben!

    Seit dem iPhone ist es auch der “älteren” Generation möglich, nicht nur zu telefonieren sondern endlich auch die SMS ihrer Kinder zu lesen. 😉

  26. Sehe ich genauso. Die meisten Leute, die einfach Apple im Allgemeinen stark kritisieren, haben leider oft wenig Ahnung und haben keineswegs schlaghaltige Argumente, warum Apple, iPhone oder Mac doof ist. Das wird nie aufhören. Mir egal. Ich bin sehr glücklich mit iPhone, Mac und auch dem AppStore. Und habe auch kein Bock auf Hunderttausend PornoApps. Danke, Apple!

    1. Schön. Die Diskussion ist ja auch wirklich mühselig, ich bin z.B. sehr glücklich mit Linux, Android und dem Android Market. Weil die Entscheidung, alles zuzulassen, niemals dazu führen wird, daß Juwele ausgeschlossen werden wegen Nippel. Ich bin für mich selbst verantwortlich und intelligent genug, z.B. Androidpit als Anlaufpunkt für Apps zu nehmen. Die “Community” ist nämlich um das hundertfache besser darin, Bewertungen und Empfehlungen zu Apps zu machen, als es jeder Applemitarbeiter je sein wird. Ich höre dazu gerne viele Meinungen und nicht nur das “geht” oder “geht nicht” von ein paar greisen und prüden Nerds mit extraeuropäischen kulturellen Wurzeln.
      Wer Freiheit will, würde sowieso die Verantwortung niemals an andere abgeben, daher bin ich froh über die 100000 Pornoapps, die ich nach einer Suche bei Androidpit höchstens auf Seite 245 der Liste sehen werde.

      1. Die Bewertung der Community funktioniert auch nur, weil keine Sau, und wenn doch, dann Nerds, den Android-Store nutzt. Wenn du die Spacken aus dem AppStore, also die User, das alles entscheiden lassen würdest, wär die Bild-App immer auf Platz eins, die nächsten zwanzig Plätze wären belagert von Furz-Apps, dann kommen drei Vuvuzela-Apps und dann Hentai-pr0n-Kinderschändungscomics.

        Schwarmintelligenz funktioniert oft, aber nicht immer. Hier nicht.

    2. Dann laß doch die Bildapp auf Platz 1 sein? Wenn die Mehrzahl der User das wünscht, ist es auch okay. In welcher Position meinst du denn zu sein, zu bestimmen, was gut und was schlecht für den Markt ist? Und wenn das Ergebnis davon ist, daß es eine Fragmentierung der Anlaufstellen für Empfehlung gibt, “HammergeilePornoApps.de” gegen “Nerdware.stuff” dann ist das immer noch besser als eine Einschränkung auf die sogenannten Philosophen der guten und richtigen Meinung. Denn dann habe immer noch ICH die Wahl. Das ist dann keine Schwarmintelligenz, sondern hier handelt es sich um ScharmintelligenzEN. Du entscheidest, wohin du gehst.

      1. Ja, und wenn ich eine Firma bin und möglichst viel Geld verdienen will, gleichzeitig die beste Produkterfahrung für einen Großteil meiner Kunden (viele Kunden, viel Geld) haben möchte, dann passe ich auf, dass nicht nur die Bauerntölpel da mitbestimmen, sondern, dass es einen gesunden Mix gibt.

  27. Genau, und der gesunde Mix ist wohl nicht bei Apple zu suchen, sondern die sind wohl nur ein Teil davon. Bezeichnenderweise wirbt ja die Bild kräftig für Appleprodukte, so daß wohl die Masse der Computeridioten bald ihr mangelndes Wissen mit einem hohen Preis kompensiert, während die Leute, die gerne Neues ausprobieren und Spaß an der Technik haben und sich dabei nichts vorschreiben lassen wollen geschweige denn sich nur auf eine Hardwarekonfiguration festzulegen zu Nokias Maemo oder eben zu Android gehen. Ich beziehe da Apple gerne als Teil der Fragmentierung mit ein.

      1. Du sagst, dass nur dumme Menschen sich vorschreiben lassen, was sie nutzen dürfen, implizierst also, dass ich und alle anderen Apple-Nutzer dumm sind, weil wir die absolute Freiheit gegen ein sorgenfreies Produkt”erlebnis” eintauschen.

        Du sagst, dass das, was offenbar, wie man den Kommentaren oben entnehmen kann, sogar den meisten Android-Usern negativ aufstößt, das absolute Chaos im Android-Market, plötzlich zum schlagenden Verkaufsargument wird.

        Du sagst außerdem, dass irgendwer irgendwas kompensieren muss, weil ein Produkt mehr kostet.

        Ja, das ist an den Haaren herbeigezogen.

    1. 1. Ich impliziere gar nichts, wenn du die Kommentare zu deinem Blog liest, wirst du feststellen, daß alle Applenutzer, die hier schreiben sich über diese “kluge Auswahl” durchaus bewußt sind, aber auch über die Schwächen einer solchen. Deswegen dieses ewige “Es gibt ja Jailbreak”-Geeiere, das fast schon lächerlich ist. Man muß jailbreaken um Apps zu bekommen, wer ein Androidgerät rootet, verbindet damit meist eine Verbesserung des Nutzererlebnisses, weil das System dabei meist zum besseren modifiziert worden ist (CyanogenMod) – das solltest du mal beobachten. Jemand, der keine Ahnung von Computern hat, ist sowieso nicht automatisch dumm, er hat nur keine Ahnung, was er da vor sich hat. Da hast du wohl einiges über einen Kamm geschert.

      2. Ich habe niemals Freiheit als Verkaufsargument bezeichnet, sondern als Auswahlargument.

      3. Ja, mangelndes Wissen wird kompensiert, weil die Benutzung eines Iphones einen hohen Grad an technischer Versiertheit suggeriert, den eben nur Nerds kritisch betrachten können.
      (Ich lasse den Vergleich Applelogo/Porschesymbol mal außen vor, das ist mir sowieso zu soziologisch. 🙂

      1. Aber das passt alles nicht! Ich bin jemand mit Ahnung von Computern, könnte locker ein Android (welches auch immer, ich kann die siebentausend nämlich nicht mehr unterscheiden) besitzen und benutzen, es wäre tatsächlich sogar meine erste Wahl, gäbe es das iPhone nicht.

        Warum tue ich das nicht? Aus oben genannten Gründen. Das ganze auf das Apple Logo zu schieben ist – mit Verlaub – nicht intelligent und albern. Es geht um Usability und dem, was man für sich braucht. Ich brauche kein Handy auf dem ich ein Linux emulieren kann, in dem ich eine Windows XP Entwicklungsumgebung laufen lasse. Ich könnte, ja, aber ich will nicht. Und das geht den meisten so.

        Im Prinzip muss ich nur alles wiederholen, was ich oben schrieb um dir auf deine Kommentare zu Antworten, aber das ist irgendwie nicht sonderlich produktiv.

    2. Mit Verlaub – albern ist es, daß du immer noch nicht verstanden hast, daß ich grundsätzlich nicht aus Haß auf Apple schreibe und mir deswegen sogar solche Polemik gegenüber dem Applelogo gespart habe.

      Was mich am meisten irritiert ist in deinem Blog die Tatsache, daß du versuchst restriktive Politik zu rechtfertigen. Das entspricht nicht meinem Freiheitsgedanken und deshalb habe ich da meine Einwände vorgebracht, weil ich nicht glaube, daß man den Menschen vorschreiben muß, was sie benutzen dürfen und was nicht. Das ist ein Grundsatzproblem. Das hast du in deinem Blog auch nicht kritisch besprochen. Und dann kommen Sachen wie:

      “Das beschützt Privatpersonen davor, dass niemand eine “Jennys Unterwäschesammlung und hier ist ihre Telefonnumer”-App in den Store stellt und damit das Leben einer Person ruiniert.”

      Sowas hätte Ursula von der Leyen auch nicht besser formulieren können. Für wie dumm hältst du denn den Nutzer? Ist es nicht besser, sich damit kritisch auseinanderzusetzen, anstatt ihm einfach nur zu suggerieren es gäbe keine Gefahren im Netz, alles ist gut, bleibt nur in eurem goldenen Käfig, hier: Final Fantasy, Full 3D-Game mit Hammereffekten, jetzt nur 4,99 bei iTunes. Das ist lächerlich.

      Aber nach deinem Kommentar über die Emulation von Linux und Windows XP auf dem Handy bin ich mir sowieso nicht mehr so sicher, über was wir hier eigentlich diskutieren. Was hat das bitte mit der Diskussion über die Freiheit im Appmarkt zu tun?

  28. Cool. Das ist doch mal ein klares Wort. Na, dann haben andere ja noch jede Menge Arbeit vor sich. 🙂 War eine nette Diskussion mit dir.

  29. Der Grund warum Apple jetzt immer weiter unter Beschuss geraten wird, ist letztlich gar nicht mit mehr auf einer technischen Ebene zu suchen, sondern entspringt vielmehr dem Abwehrmechanismus einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft, die, jedenfalls nach herrschender Meinung, die Konzentration von Marktmacht grundsätzlich für schädlich hält. Man kann das für unfair halten weil, und das gebe ich auch als Nicht-Apple-User ohne Zögern zu, das Unternehmen sich seinen Erfolg durch überlegene Qualität (Optik, Usability) der Produkte erarbeitet hat. Trotzdem wir Apple auf Dauer nicht weiter jedes Glied der medialen Produktkette besetzten können.

    Eine gewisses Unbehagen gegenüber Monopolisten halte ich folglich für okay, weil kulturell bedingt, solange es nicht allzu hysterisch wird.

  30. Sollte eigentlich ein Kommentar werden, wurde aber zu lang und so hab ich es in meinem Blog veröffentlicht. Hoffe es ist ok, wenn ich hier darauf verlinke.