☰ Warum sich kein Mensch für deinen Blog interessiert. Teil 1.

Guten Tag, mein Name ist Marcel Wichmann und ich benutze gerne Headlines, die den Leser erstmal fürchterlich aggressiv machen und mich unglaublich unsympathisch dastehen lassen. Aber darum geht es hier nicht. Sondern: Alle fünf Monate kommt mal das Thema auf, dass die größeren Blogs nur die anderen großen verlinken und ganz viele andere, an den Haaren herbeigezogene Begründungen, weswegen der eigene Blog ja nicht bekannter werden kann.

Während dieser Diskussionen schaue ich mir dann gerne die Blogs derjenigen an, die die Diskussion vom Zaun gebrochen haben und eigentlich finde ich dann immer die gleichen Mängel, die mich, ganz subjektiv, davon abhalten den Blog zu lesen. Und würde ich wirklich glauben, dass das meine absolut subjektive Meinung dazu wäre, würde ich das hier nicht schreiben. Eigentlich glaube ich, dass ich Recht habe. Darum fangen wir in diesem Eintrag mal klein an:

1. Ich will wissen wer Du bist

Zumindest will ich das Gefühl haben, dass ich weiß, wer hinter einem Blog steckt. Es gibt ausnahmen, Technikblogs zum Beispiel, die unter Umständen sogar von mehreren Autoren geführt werden. Solange diese mir täglich meine Informationen bieten, ist mir egal, wer dahinter steckt. Hier muss man aber differenzieren. Diese Blogs sind bereits groß und bekannt, und irgendwann, wenn die Inhalte stimmen, ist es einfach wurst, wer das ganze schreibt. Mir ist bei den meisten Nachrichten auch egal, wer den Artikel geschrieben hat, weil es um den Informationsgehalt geht.

Aber, und ich spreche hier für mich, ich denke, dass man einen Blog, sagen wir es ist ein privater Blog, wie dieser hier, oder der von Yannick, das heißt Blogs, die das Leben des Autoren widerspiegeln, oder sogar ein Design, Lifestyle, Whateverblog, wie der von Kai. Bei beiden habe ich, wenn ich sie lese, das Gefühl die Personen dahinter kennenzulernen. Abgesehen davon, dass ich Kai sowieso kenne, glaube ich, dass ich mich mit Yannick gut verstehen würde, im wirklichen Leben, weil ich seinen Blog lese, denke zu wissen, wie er ungefähr tickt und sowieso.

Was ich damit nicht sagen will ist, dass jeder einen privaten Blog führen sollte. Was ich sagen will ist, dass man irgendwie… “Kundenbindung” erzeugen muss. Man muss präsent sein, als Person, vor allem, wenn der Blog frisch ist, und keine Sau einen kennt. Und ich würde sogar sagen, dass eine, mehr oder weniger ausführliche, “Über den Autoren”-Seite jedem, ja wirklich jedem Blog gut tut. Eigentlich ist das sogar das este, worauf ich achte, wenn ich zufällig auf einen Blog stoße. Finde ich keine Seite zum Autoren, oder nur eine, die mich mit einem “Wird noch bearbeitet” abspeist, oder nur Name und Hobbys preisgibt, fühle ich mich, klingt komisch, irgendwie unwohl. Anonymität schön und gut, aber es ist relativ logisch, dass ein transparenter Blog auch schneller an Zuwachs gewinnt. (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass mir diejenigen egal sind, die sagen, dass sie nur für sich selbst bloggen und es sie nicht interessiert, wer und vorallem wieviele ihren Blog lesen. Bullshit.)

2. Ich will wissen wie ich mir Dich vorzustellen habe

Ja, eher merkwürdiges Kriterium, aber wenn du auf deine Informationsseite einen Text in doppelter Bibellänge schreibst, aber kein Bild von dir dazu packst, werde ich mir den Text nicht durchlesen. Ich verlange nicht mal, dass das Bild den Autoren portraitiert, ich ihn auf der Straße erkennen kann, iwo, ich habe bei mir selbst nur ein maskiertes Bild drin. Ich will einfach einen optischen Aufhänger, irgendwas. Wie gesagt, das ist irgendwie kein Kritikpunkt, der klug klingt, sondern einer, der mich davon abhält einen Blog weiter zu betrachten.

3. Ich will wissen, dass Du da bist

Klingt auch bescheuert, ist aber das, was jeder “How to Blog”-Ratgeber seit Jahren predigt, aber trotzdem alle drauf scheißen. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Blogbetreiber, jeden Tag im Internet rumhängen. Vielleicht nicht wegen des Blogs, aber wegen Farmville, Aktiengeschäften oder Wasauchimmer. Wenn man jetzt auch noch einen Blog betreiben möchte, in dem viel kommentiert wird, auf den die Besucher gerne zurückkommen und der… naja, “bekannt” ist, dann gilt folgendes:

Ich will kein verschissenes, gottverdammtes “Your Comment is awaiting moderation” lesen müssen, wenn ich mir die verkackte Mühe gemacht habe, in deinen dämlichen Scheißblog einen Kommentar zu schreiben! Idiot! Argh! Was soll das? Denkst du, dass bei deinen fünf Besuchern vier irgendwelche Naziparolen posten? Nein! Kommentare direkt zulassen!

Der nächste Schritt ist hierbei, dass ich als Kommentierender drei Tage warte, bis mein Kommentar, der eine Frage beinhaltete,  zugelassen wird (ja, ich bin so freundlich und komme tatsächlich noch ein paar Mal wieder, um zu schauen, ob das nun der Fall ist), um dann nochmal zwei Tage warten zu dürfen, bis sich der Herr Blogbetreiber dazu aufrafft meine Frage zu beantworten. Was hat das zur Folge? Ich finde dich und deinen Blog scheiße und komme nicht wieder. Trottel. Scheißblog. Örgs. Wie man das lösen kann? Hej, meine Frage wird sicherlich keine Antwort erfordern, die dich 20 Minuten Lebenszeit kostet. Vermutlich bekommst du ihn sowieso per Mail. Mail gelesen, Link angeklickt, Antwort geschrieben, fertig. das hat sogar zwei Vorteile: Der Besucher fühlt sich wahrgenommen und kommt unter umständen wieder, und der vielleicht sogar größere Vorteil: Blogeinträge, die bereits einen oder mehrere Kommentare haben, werden in der Regel öfter angeklickt, weil etwaige Interessenten auch interessiert, was andere dazu denken. Kommentiert einer, hast du einen Kommentar. Beantwortest du diesen Kommentar, hast du jemandem geholfen und einen zweiten Kommentar. Simpel, aber klug.

4. Fazit

Soviel zum ersten Teil. Vielleicht ist irgendwie klar geworden, was ich erwarte, wenn ich einen Blog besuche um ihn überhaupt erstmal in die (gedankliche) Liste interessanter Blogs aufzunehmen, die ich dann iiirgendwann verlinken würde. Vielleicht stehe ich mit einigen Ansichten alleine dar, aber ich gehe fest davon aus, dass das, was ich oben beschrieb irgendwie jedem Blog helfen würde, der noch in den Kinderschuhen steckt.

Es gibt für jedes Thema gute Blogs, wenn ein neuer Blog entsteht, muss er irgendein Alleinstellungsmerkmal aufweisen, um anerkannt zu werden. Am leichtesten ist es da, den Persönlichkeitsjoker zu spielen. Den hat nämlich jeder.

Es wird vermutlich  noch einen zweiten Teil geben, der irgendwie auf Blogdesigndinge eingeht, die mich, als potentiellen Leser, auch davon abschrecken, mir den Blog länger, als zwei Sekunden anzusehen, oder sogar die Inhalte zu konsumieren. Und wenn ich total lustig drauf bin, dann gibt es noch einen dritten Teil, der sich mit dem Aspekt des Inhalts beschäftigt. Dann vielleicht auch mit etwas mehr… Substanz.

Und ja, ich bin ein vollkommen vermessenes Arschloch, mir so einen Artikel herauszunehmen, wobei mein Blog doch selbst total unwichtig ist, und sowieso. Aber weißte was? Du hast ihn gelesen. Ätschibätsch.

Kommentare

  1. Das soll eine Klopapierrolle sein, gell?

    Und, das mit dem Persönlichen kann ich so unterschreiben (und versuchs ja auch halbwegs bei mir hinzukriegen…), denke aber auch, dass gerade die Inhalte wichtig sind, der Rest kommt von selber. Ich könnte da jetzt noch vieeeeeel weiter ausholen, auch und gerade weil ich hinter die Kulissen dieser Bloggerkonferenz in Berlin schauen durfte – aber ich machs nicht. Schafft nur noch mehr Feinde ^^^

    1. Jau, wie gesagt, auf Inhalte, etc. Werde ich vermutlich noch in den weiteren Einträgen eingehen. Will das alles jetzt endlich mal geschrieben haben, damit ich mich nicht immer wiederholen muss.

  2. wirklich gut geschrieben und ich werde mir auch hier wieder die für mich wichtig erscheinenden dinge merken 🙂 viel dank dafür
    liebe grüße jan und ja ich würde mir mit dem streifen klopapier(was der hintergrund hofftl darstellen soll) den allerwertesten abwischen..auch wenn du das nicht gefragt hast. passt nur zu deinem markanten wortstil 😀

  3. Klingt arrogant, aber gut! 😉 Nein, im Ernst: Ich schätze solche Beiträge sind gar nicht mal so schlecht, ich werde mir da auch die eine oder andere Sache von merken.

    Was mich interessieren würde wäre mal ein Blogbeitrag zur Geschichte von uarrr.org. Wie begann alles? Wie wurdest du bekannter? etc…

    Mal sehen, was der zweite Teil noch zu bieten hat 🙂

    Ach, apropos: Verlinkst du mich?

  4. wenn du dich nicht immer selbst als arschloch bezeichnen würdest, würde ich das alles hier besser finden.
    was du schreibst ist nämlich gar nicht vermessen. u_u
    :ische

  5. Und der Typ mit der hellen Schrift auf dunklem Grund will Tipps geben? Dass ich nicht lache, haha, oh. Na ja, ist doch Kack ey, verdammt schlecht, echt.

    War Spaß, kein Hass. … Und: Gibt es eigentlich auch außerhalb des Technikbereichs (deutschsprachige) Blogs, auf denen ausgewiesene Experten zu ihrem Spezialthema bloggen? Also nicht etwa Azubi Marcel W. zu allem, was ihm gefällt oder nicht gefällt oder der Webdesigner Kai M. zu allem was anderen gefallen soll oder nicht gefallen soll oder PR-Mann Sascha L. zu allem, weshalb er uns gefallen sollte oder oder oder – sondern bspw. Prof. Karl-Friedrich B. über Pathologie oder Marcel R.-R. über Literatur oder Oliver K. über Fußball; in etwa wie Udo Vetters LawBlog, nur nicht so populistisch-boulevardesk. Gibts?

    1. Am besten sind sowieso Menschen, die nicht in der Lage sind, sich eine eigene Meinung zu bilden, und ausgewiesene Experten brauchen, damit sie das, was diese sagen, einfach konsumieren und daraufhin nachplappern können. Da kritisiert man am besten dann diejenigen, die sich Gedanken gemacht haben, ihre subjektive Meinung aufschreiben, und schreibt dann unter deren Beiträge irgendeinen Bla-Kommentar.

      Kommt dir das bekannt vor? Oh stimmt, ich spreche von dir. :five

      1. Nachplappern nein, Bla-Kommentar ja: Wer auf seinem spezifischen Forschungsgebiet nach wissenschaftlichen Publikationen sucht, hat nicht unbedingt vor, das Gefundene nachzuplappern. … Ich wollte niemandem zu nahe treten, finde es nur ärgerlich, dass die (deutschsprachige) Blogosphäre doch tatsächlich nahezu ausschließlich von sog. Amateuren betrieben wird. Das mag für den Privatgebrauch (zwecks Zeitvertreibs durch Unterhaltung) ausreichend sein, bringt aber das Medium Blog in seiner Evolution nicht voran, während den Pathologie-/Literatur-/Fußball-Profis wiederum das Medium Blog entgeht.

        Zugegebenermaßen steht das hier an der falschen Stelle, aber es fiel mir dazu ein. Hätte ich es auf meinem eigenen Blog geschrieben, hätt’s kein Mensch gelesen, manno.

      2. Stimmt, falsche Stelle und falsche Meinung. Man sollte nicht die ganze Blogosphäre kritisieren, weil sie nicht deinen Ansprüchen genügt. Aber wie du schon sagst, anderes Thema.

  6. Ja, doch, stimmt wohl alles soweit. Ich habe sogleich ein kleines Bild von mir in meinen Blog eingebaut – das muss schon sein und fehlte total!
    Hier, aber dein Genöle über die Nichtbeantwortung deiner Kommentare in Blogs ist nun auch nicht ganz angebracht, denn: Erinnere dich, ich habe dir vor vielen Monate eine “wunderbare” Mail gesendet, die ebenfalls unbeantwortet blieb, obwohl sie mindestens eine Frage beinhaltete! Von wegen «Mail gelesen, Link angeklickt, Antwort geschrieben, fertig.» Ha! (Naja, wahrscheinlich im Spam gelandet, wah …)

    1. Naja, ganz davon abgesehen, dass ich sowieso immer mit zweierlei Maß messe, spreche ich oben ja von Blogs, die sich beschweren nicht bekannter zu werden. Ich beantworte hier auch nicht jeden Kommentar, und, ja, das klingt wieder arrogant, ich könnte es auch gar nicht, davon ausgehend, dass hier unfassbar viele geschrieben werden.

      Und im Beantworten von Mails war ich noch nie gut, oder schnell, oder zuverlässig. Sorry. (Habe ich jemals geantwortet? Um was gings?)

      1. Meine Anfrage blieb unbeantwortet, ich wollt eine Gratis-Illustration abgreifen, aber das hat sich quasi erledigt. Das war im Februar (Scheiße, wie die Zeit vergeht) …

  7. Ich lese einige gute bis sehr gute Blogs, und dieser Beitrag ist bestimmt das Beste, was ich in den letzten zwei, drei Wochen gelesen habe. Selbst bin ich noch Frischling im Bloggen, habe allerdings einige gute Ideen, die ich jetzt noch um eine gute About-Seite ergänzen werde.

    Besten Dank!

  8. Noch eine Sache zum Kommentare freischalten: Lasst es. Wer freischaltet hat Kenntnis von dem Kommentar und ist bei falscher rechtlicher Bewertung des Eintrages potentielles Opfer allerlei anwaltlichen Bestecks. Lieber in Unkenntnis verbleiben und ggf. eine (kostenlose) anwaltliche Inkenntnissetzung abwarten. Dann löschen.

    1. Jau, überlegte auch, ob ich das noch erwähne, dachte mir dann aber, dass ich dann im gleichen Atemzug erwähnen müsste, dass das Landgericht Hamburg das unter Umständen anders sieht, und bla. Du weißt schon.

  9. Die Selbstbezeichnung als Arschloch ist natürlich n reiner Schutzmechanismus.

    “Arrogant” ist die Frage, denn beim Bloggen schwingt ja eigentlich meist Subjektivität mit, da muss keiner sagen “Ist deine Meinung, na und?”
    Noch dazu sagst du, was dich persönlich hindert, einen anderen Blog zu lesen. Dass noch mehr Leute ähnlich darauf schauen ist eine Vermutung, und wahrscheinlich eine berechtigte.
    Ich muss auch zugeben, gleich ein Bild bei mir hinzugefügt zu haben… meine “Über”-Seite fand ich immer schon gestelzt, aber nie den Ansatzpunkt gehabt, noch mal wirklich da ranzugehen.

  10. Das Traurige ist ja, dass die meisten Menschen, die es schaffen, deinem Inhalt da oben bis zum bitteren Ende zu folgen (ohne intellektuell komplett zusammenzubrechen), sich dieses Kram schon längst selber gedacht haben.

      1. Deswegen hab ich in letzter Sekunde noch das “meistens” eingefügt. Wobei, äh, wenn man einen Blog hat und Aufmerksamkeit will, sollten einem irgendwie schon auch das einfallen, was du oben beschrieben hast… ach, egal.

  11. Ach, jetzt wollte ich so nen ewig langen Kommentar hier lassen und dann ist dieses Stück Scheisse einfach hängengeblieben und jetzt ist es ja auch egal.

    Irgendwie bin ich da nicht so wirklich einer Meinung mit dir, weil das, was du beschreibst, nur für eine bestimmte Art von Blogs funktioniert (du hast die Technikblogs schon zur Ausnahme genommen, aber m.M.n. ist das eben nur eine ganz ganz kleine Nische- genauso wie Persönlichkeitsblogs, in etwa das, was du hier hast). Da du das ganze auf dich bezogen hast, fällt es mir dahingehend schwer, irgendwas zu diskutieren, ganz leicht kann man Argumente nämlich mit einem “na und, das ist ja auch nur meine Meinung und mein Geschmack” zerbomben, deshalb ist es vielleicht wirklich besser, wenn ich es lasse. Hrmpf.

      1. Ja und nein. Ich überlegte auch, als ich das schrieb, und eigentlich fiel mir kein Beispiel ein, bei dem es den Blog nicht besser machen würde, wüsste man mehr, wehr dahinter steckt und wie diese Person tickt. Es hilft dabei, wie man den Blog versteht, es hilft dabei, sich mit dem Autoren zu identifizieren, etc. Sogar Linkschleuder-Blogs ist geholfen, wenn die Person dahinter etwas mehr hervortreten würde.

        Ich will ja nicht behaupten, dass Blogs, bei denen das nicht der Fall ist, zwangsläufig schlecht sind. Es ist lediglich vermutlich eine gute Idee für den Start und mit dem Ziel erfolgreich und gut gelesen zu werden.

    1. Es trifft auf alle Blogs, die keine 100%igen Themenblogs sind, zu. Wenn ein Blog nur ein ganz spezielles Thema behandelt, dann ist mir egal, wer dahinter steckt, weil für mich da der Inhalt alleine zählt. Entweder mich interessierts oder nicht. Da würde auch der tollste Mensch dahinter nichts ändern.

      Aber allen anderen Blogs würden diese ganzen Dinge gut tun.

      1. Naja, aber alle Persönlichkeitsblogs, Tagebücher, oder sonstirgendwas, sind auch gewisse Themenblogs, und für die gelten halt genauso Regeln wie für “Nischen”-Themenblogs- nur eben andere.

        Vielleicht sehe ich das ganze ein bisschen zu subjektiv, in meinem Reader finden sich selten Blogs wie Uarrr oder wie sogar meiner (brr, furchtbar, furchtbar, ständig dieses “ich mag dies und ich mag das”). Stattdessen sind sogar recht bekannte Blogs drin, die ich niemals Namen oder Gesichtern zuordnen könnte, die dann aber inhaltlich kontrovers oder mindestens stilistisch so überzeugend sind, dass man es GERNE liest. Anders ausgedrückt, und das meine ich keineswegs abwertend, wurde bspw. Uarrr als Blog interessant für mich, als ich Marcel kennen gelernt habe. Für gut befunden und zack in den Feedreader. Nicht wegen des Blogs selbst, sondern wegen Marcel. Plötzlich will man ja auch interessanten Bekanntschaften irgendwie folgen, und wenn es neben FB und Twitter noch mehr gibt, dann herzlich willkommen in meiner Welt 🙂 (das heisst nicht, dass ich Uarrr vorher nicht kannte). Bei den anderen ist es mir herzlich egal, meistens, wer sie sind. Jeriko ist auch so ein Beispiel. Blog gelesen und für gut befunden, aber keinen Plan wer dieser Typ ist. Hätte vor mir stehen können und ich wäre vor Angst weggerannt oder so.

        Durch Persönlichkeit entstehen Netzwerke, das ist ein großer und seltener Vorteil der Blogosphäre. Keineswegs entsteht allerdings nur deshalb auch Qualität, und es ist mMn auch kein Grund wieso ein Blog deshalb lesbarer oder besser ist. Stellt sich also die Frage, wie man Blogs selbst unabhängig von Themenbereichen nutzen möchte. Als Netzwerkoption oder als Quelle für Neuigkeiten/Meinungen/… ? Gerne beides, aber das eine bedingt das andere irgendwie doch nicht.

    2. Blogs entstanden ja (damals, als wir noch alle jung und knackig waren) aus deiser “personal” Nummer. Lebens- und Gedankenprostitution. Die Tipps sind trotzdem hilfreich, da meisten Blog-Sparten nicht dramatisch abweichen (= auch bei einem Fashionblog möchte ich wissen, ob ich nicht grad von Lady Gaga beraten werde und bei einem Musikblog signalisiert mir das Profil eines krassen, 16jährigen Kreuzbergrappers gleich, dass ich mich wahrscheinlich verlaufen habe).

      Dieser Eintrag fordert echt lange Sätze oO

  12. Völlige Zustimmung. Denke, dass einige einfach noch zu viel nachdenken. Was muss ich schreiben, damit mich alle toll finden und mich jeder verlinkt… Dabei geht die Person hinter dem Blog verloren…

  13. Und ich hab ihn sogar gerne gelesen.
    Ich finde eine persönliche Note auch wichtig. Wenn ich ein Bild der Person vor Augen habe, assoziiere ich sie ehr mit einem Blog. Kann mir Namen und Inhalt merken. Das macht das Ganze einfach realer. Weniger fakeblog-iger.
    Allerdings haben vorallem neben den schon erwähnten Technikblogs, Fashionblogs und diverse Fotografieblogs extremen Zulauf, die nicht zwingend vor Persönlichkeit strotzen.

    Wiedemauchsei bin ich schon gespannt auf den zweiten Teil.
    Aber jetzt schalte ich erstmal die moderierte Kommentarfunktion um. Bei mir zwar immer nur der erste Kommentar, aber eigentlich hast du recht.
    In dem Sinne: schönen Abend.

  14. So wenn du weiter die langen guten Texties rausklattscht wirst du noch Fett vor lauter Flattr-Kuchen !!
    Und außerdem hast du Recht und ich sollte auch mal sowas about-mäßiges bauen und außerdem wo kann ich hier die Kommentare abonnieren?

    1. Harhar, danke. Die Funktion gab es schon diverse Male, einmal kamen rechtliche Bedenken dazwischen, dann, dass die meisten Menschen das irgendwie aktivieren und sich dann wundern, dass sie für jeden Eintrag fuffzig Mails erhalten. Und dann schreiben sie mich an und wollen, dass das abgestellt wird. Und das nervt. Will ich nicht. Pfff.

  15. Klar der zusätzliche Mailkram muss echt nich. K ommentar RSS ist aber dann wahrscheinlich wie Marcel auf Twitter mitlesen versuchen son Halbtagesjob.

  16. Auf die About Seite hätte ich eigentlich selber kommen können. Bin ich aber nicht. Also Danke. Werde das mal in meinen Blogs umsetzen, vielleicht kommen dann auch mehr Besucher.

  17. Sehr guter und hilfreicher Beitrag.
    Außerde sind die Leute, die sich über zu geringe Besucherzahlen beschweren, eh nur auf den schnellen Ruhm aus und spätestens nach wenigen Monaten aus dem Netz wieder verschwunden. Freunde, den Fame müsst ihr euch erarbeiten.

  18. Ich find den Blogeintrag sehr gut und ich glaube er hat mich dazu animiert mehr mit meinem Blog zu machen 😀 Werd mich direkt heute abend hinsetzen und erstma ein neues Layout entwerfen. Das jetzige verführt mich irgendwie nicht etwas mit dem Blog anzufangen…..

  19. mal davon abgsehen, dass deine schriftfarbe viel zu dunkel ist für den hintergrundist, hab ich alles gelesen. etwas weniger rumpliger sprachgebrauch und man würde einen blog auch öfter lesen wollen.
    in den genannten punkten stimme ich dir voll und ganz zu. die stärke eines blogs ist, dass man getrost “ich” und persönliche einschätzungen nutzen kann. also mehr persönlich! aber nicht nur in den meta-infos sondern auch schon beim schreiben. macht euch transparent und schildert ein bisschen WIE es zu den inhalten auf euren blogs kommt. das ist der relevante strang den ihr zu euren lesern herstellen könnt. ich finde beim lesen von blogs nichts nerviger, wenn die zusammehänge im hintergrund als selbstverständlich hingenommen werden und der leser sozusagen nur das exklusive endprodukt sehen kann.

      1. es war eher so, dass ich generell alle internetseiten mit geringerer helligkeit ansehe, das ist ansonsten kein problem und ich bin mir dieser tatsache stets bewusst. aber bei deiner seite, musste ich die helligkeit sehr hoch stellen um diesen eintrag konzentriert lesen zu können. und es wäre schade wenn ich deinen text nicht hätte lesen können 🙂

  20. Hey, der Artikel gefällt mir außerordnetlich, dann kommst du direkt mal in meinen Feedreader. 😀 Und die Dinge die du aufgezählt hast waren mir tatsächlich nicht so klar, aber ich breche auch nie Diskussionen vom zaun, warum mich niemand verlinkt. ^^

  21. Sehr schöner Artikel wie ich finde, auch wenn ich bei mir leider alle Kommentare in die Moderation zerre. Liegt aber nicht daran, dass ich meinen Besuchern nicht traue sondern, dass doch relativ viel Spam durch die Kontrolle kommt. Allerdings schalte ich Kommentare in der Regel innerhalb einer Stunde (Meistens in den ersten 10 Minuten) frei… Muss man aber ja trotzdem nicht mögen 😉

    Aber sonst stimme ich bee da zu: *unterschreib* 😉

  22. Wichtigster Punkt ist für mich die Präsens. Keiner will einen Blog leser, der nicht aktuell ist.
    Und die Kommentar-Sache ist auch logisch *umsetz*

  23. Cool. Rock’n’Roll! Gefällt mir. Und was weiß ich noch alles. Auf jeden Fall hast du, keine Ahnung warum, mir gerade geholfen. Danke!
    Und das allercoolste ist, das ich es versuchen werde umzusetzen. Danke, Marcel!
    🙂

  24. öhm. ich mag blogs lieber, die auch dann auf eigenem blog (meinem dann) antworten.. find es doof, zurückzukehren um zu schauen, ob ne antwort da ist.
    sonst haste schon recht.

    1. Ja, stimmt, ganz tolle Idee, weil etwaige Diskussionen damit dann total gut nachvollziebar sind, für andere Leser. Genial. Oh, hätte ich das jetzt in deinen Blog schreiben müssen? :kirre

    2. Das ist absolut furchtbar. Ich finde das so nervig, wenn ich in einem anderen Blog eine Frage stelle und diese Person mir dann auf meinem Blog antwortet und ‘nen Kommentar total zusammenhanglos auf meinen letzten Post abgibt. Schwachsinn. Sorry.

  25. sowas mag ich auch nicht. stell ja auch keine fragen. so wie ihr…. egal.
    dem rest von deinem text stimm ich zu, könntest nur nen anderen sprachstil wählen…

  26. Ich bin auch deiner Meinung, dass es sehr nervig ist, mehrere Tage auf die Bestätigung eines Kommentars zu warten.
    Übrigens spricht mich dein neues Blog Design sehr an.

  27. Ich hasse dich! Du hast nie eine 9835-teilige Artikelreihe über meinen Blog geschrieben!!! Obwohl ICH meine alle diese Tipps zu berücksichtigen!

    Sagen das echt Leute? Also mein Blog ist anscheinend zu langweilig – gut Politik + Leute in meinem Alter = “Mach das weg!!”.

    Und zur Arschloch-Mentalität: Finde ich gut, wenn ich deinen Blog lese denke ich mir immer; “Der ist sicher voll eingebildet!” Aber die Rate bekommt die Designsachen einfach so gut hin, dass ich mir jedes mal wieder die Beiträge durchlese. UAAR!!!

  28. OBWOHL ich wahrscheinlich genau zu den Blogs gehöre, die du eh nicht lesen würdest, fand ich den Artikel echt klasse.
    Im Grunde glaube ich, dass eigentlich jeder versucht, seine Persönlichkeit in seinem Blog unterzubringen, aber scheinbar klappt das nicht bei allen, oder es wird von jedem unterschiedlich aufgefasst. Bei vielen ist jedoch auch das Phänomen, dass ihre Persönlichkeit zwischen den ganzen Gewinnspielen und Projekten, an denen sie teilnehmen ziemlich untergeht. Das fällt denjenigen oftmals aber gar nicht auf. Mir ist das bei mir aufgefallen, obwohl ich bei sowas noch eine der Zahmsten bin, aber ich versuche auch dagegenzuarbeiten. Man sollte sich vielleicht auch mal etwas länger für einen Post Zeit nehmen, manchmal will man einfach nur den Blog befüllen.
    Dein Eintrag regt mich irgendwie an, etwas Grundlegendes an meinen Posts zu ändern.

  29. Lieber Herr UARRR,
    ich finde es bemerkenswert, wie es sich hier auf deinem Blog entwickelt. Oder vielleicht sogar, wie du dich entwickelst. Man merkt eine gewisse Tendenz. Ich erzähl dir mal lieber bei nem Bier, was ich meine.
    Es macht derbe Spass, hier zu lesen, und das liegt nicht nur an dem neuen Layout. Oder vielleicht doch? Naja, auf jeden Fall kam dieser Wandel wohl mit dem Redesign!??!?!

    Dem oben genannten kann ich sehr gut zustimmen. Mir kann es eigentlich egal sein, wer hinter einem Musikblog oder eine Comicblog steckt, solange guter Content drauf ist. WENN ich denn den Blog nur konsumieren will, d.h. mir das Zeug durchlese und denke, toller Beitrag, fertig. Aber wer will das schon? Ich möchte mit dem meisten Leuten einen Austausch schaffen, d.h. ich sag ihm, was ich dazu zu sagen habe, darauf erhoffe ich mir, dass er mir zu meinem Kommentar seine Meinung sagt, etc. Und das möchte ich nur bei Blogs, wo ich das Gefühl habe, ich rede/schreibe mit einer Person und nicht mit einem Phantom. Deshalb ist mir der persönliche Bezug sehr sehr wichtig. Und wie die liebe S es oben schon erwähnt hat, nur dadurch entsteht das Netzwerk, was das Bloggen so naja sinnvoll macht.
    Bei meinem Redesign werde ich auch darauf achten, mehr mit dem Netzwerk zu kommunizieren und es besser einzubinden.

    Ich bin gespannt, was du zum Thema Content eines Blogs schreiben wirst, denn Blogs entwickeln sich sehr stark, das haben wir in letzter Zeit bei vielen Leuten gemerkt (bei Kai, bei Dir..bei mir…) und das braucht Zeit und Erfahrung. Naja, aber mehr dazu dann, wenn es auch besprochen wird.

    1. Ich habe total gute Gründe, warum ich den Inhalt verändert, respektive angepasst habe, aber das kann ich hier nicht schreiben, weil es sonst wirklich zu transparent werden würde. Werds dir aber gerne irgendwann mal persönlich sagen. ^^

      1. Sagen wir mal so: ich kanns mir denken! ABER ich freue mich auf unser persönliches Gespräch, bitte wende dich direkt an mich und nicht an meine Sekretärin zwecks eines Termins.

      2. Hmm….eigentlich schreibe ich nur noch hier mal um irgendwie die Kommetarzahl auf 100 zu drükcken. Klappts? Ich muss am Wochenende Videos schneiden, mal wieder (Hassjob). Aber haltet mich auf dem Laufenden, werde mir ein Bier frei nehmen können.

  30. Hab deinen Eintrag gleich verschlungen, als ich ihn gsehen habe. Sehr wahr. Wobei ich mich nicht von Anfang an auf die about-me-Seite stürze, sondern eher erst schaue, was der Typ/die Typin zu schreiben hat.
    About me mit Foto find ich generell gut und notwendig. Von daher, Daumen hoch.
    Comments mach ich generell praktisch keine, wenn ich vorher schon weiss, dass das dann erst gelesen wird (genauso bei Youtube)…
    Und zum Design. Nun ja, man muss sich halt schon ziemlich auskennen, um da mitzuhalten und sich mit Blogs wie deinem vergleichen zu können (oder gute Kumpels haben, die einem aushelfen…). Aber naja, wenn man nen Blog haben will, der gelesen wird, ist’s halt mit Arbeit verbunden…

  31. Pingback: ☟ Yeah! « Paul
  32. ich habe sehr gelacht. besonders über:
    “Ich will kein verschissenes, gottverdammtes “Your Comment is awaiting moderation” lesen müssen, wenn ich mir die verkackte Mühe gemacht habe, in deinen dämlichen Scheißblog einen Kommentar zu schreiben! Idiot! Argh! Was soll das? Denkst du, dass bei deinen fünf Besuchern vier irgendwelche Naziparolen posten?”

    vielen dank dafür!

  33. Interessanter Artikel! Durchaus ein Thema für mich zur Zeit. Ich frag mich, ob das richtige Maß an “Persönlichkeitsjoker” bei mir drin ist, und das goldene Alleinstellungsmerkmal. Spannend, wenn man über etwas schreibt, von dem man genau weiß, dass es hundert andere längst schon tun.

  34. Cooler Artikel. Ich mache sehr viel im Internetz, doch da ich weder mainstreamhurig bin, noch jeden Tag irgendwelche Funpics poste, finden sich bei mir trotz SEO und sozialer Vernetzung pro Tag etwa 1 bis 2 Leute ein. :o( Hab z.B. jetzt auch Flattr und wurde noch nicht einmal geflattert. Das macht traurig, denn soooo schlecht is mein Geschreibsel gar nicht…

  35. HI, wie sieht es eigentlich inzwischen zwischen Drupal Version X und WordPress Version Y aus? Schätze mal dank der Plugins ist die interne Linkdichte – Trackback – Funktion viel mehr frequentiert. Das ist irgendwie relativ dumm, falls man nicht nur ein Blog hat, sondern die Platform als Experimentierfeld nutzen möchte….JA, es stimmt, Drupal ist Open Source, geh einfach hin und code, was du haben willst…. Nun, ganz so einfach ist es nicht, mir fehlt A die Zeit und B das nötige Know-How… Drupal ist halt ein komplettes CMS mit ein paar Community-Funktionen und Blog-Plugins.
    Und ps falls ich es irgendwann mal hinbekomme mein Blog wieder SO online zu bekommen, wie ich es für richtig halte, bitte ich um das Zerreißen in der Luft.

  36. Pingback: newstube.de
  37. Werds mir zu Herzen nehmen, hast nämlich gar nicht so unrecht. Wenn ich mir überlege, welchen Blogs ich folge, kann ich dem, was du geschrieben hast, jedenfalls in den meisten Punkten, nur zustimmen.

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