Man soll Trolle bekanntlich nicht füttern, aber da hier der ein oder andere noch etwas lernen kann und es automatisch einigermaßen gute Werbung für meine Fähigkeiten als Product Designer ist, hier ein paar Worte zu Usability. 

Die oben abgebildete E-Mail bezieht sich auf diese beiden Tweets, die ich heute von mir ließ, als ich das neue Update der BVG-App ansah. Eine weitere Firma wechselt von Tab-Navigation auf Hamburger Menü. Ein weiteres Mal siegte nicht Usability, sondern die Faulheit der Designer, Entwickler und Entscheidungsträger. 

Das ist nicht nur so daher gesagt und auch keinesfalls annähernd so egal, wie es der anonyme (natürlich ist die Person anonym, wie könnte man auch leichter einer Diskussion aus dem Weg gehen. Es ist zum Gähnen.) E-Mail-Schreiber beschreibt. Ganz im Gegenteil, dieses Verhalten ist, was Software schlecht macht.

Ich saß oft genug mit Personen zusammen, die keine Erfahrung im Bau von gut funktionierender und leicht zu bedienender Software haben. Dann ist etwas “gut genug” und “das merkt doch sowieso niemand” und “das macht keinen Unterschied” und “dann kann der User sich das selbst konfigurieren” und “alles davon ist absolut gleich wichtig, jeder dieser Unterpunkte muss visuell die gleiche Wichtigkeit haben”. 

Es gibt auch eindeutig Entscheidungen, die so begründet werden können. Aber insgesamt erleichtert man Nutzern das Leben, wenn man Entscheidungen nicht nach “Ach, das gefällt mir so” und “Das passt schon” trifft, sondern Argumente und empirische Beweise benutzt. 

Nehmen wir dieses Navigationsbeispiel. Vorher hatte die BVG eine iOS-typische Tab-Navigation. Fünf Tabs, die die fünf Bereiche der App darstellen. Direkter Zugriff von jedem Bereich auf den jeweils anderen, ein einzelner Tap trennt den User von jedem potentiellen Ziel. Ersetzt man dieses Konstrukt mit einer Navigation, die sich hinter einem sogenannten “Hamburger-Menü” (die drei Striche oben links in der Ecke) verbirgt, verlieren wir substantielle Bestandteile der Usability:

1. Das Menü ist nicht mehr direkt Sichtbar, dem User ist ohne Interaktion nicht klar, welche anderen Bereiche es überhaupt gibt.

2. Jeder Bereichswechsel braucht ab jetzt zwei Taps, statt einem. 

“Das ist doch egal, das macht doch keinen Unterschied” kann man sich einreden und an den Haaren herbeigezogene Beispiele von Juristen und Profifußballern bringen, aber tatsächlich wurde mehrfach bewiesen, dass Menschen Apps besser bedienen können, die klüger aufgebaut sind. Hier ist ein Post von LukeW zu diesem Thema. In diese Richtung gibt es endlose weitere. Wir müssen nicht nach Bauchgefühl entscheiden, A/B Tests beweisen wissenschaftlich, was der Mail-Schreiber abtun möchte. Es ist nicht egal, im Gegenteil, es verändert sowohl den potentiellen Gewinn des Kunden, als auch das Erlebnis des Users.  

Die User, das sind Menschen, die besser, sicherer, schneller zu ihrem Ziel kommen. Wir sprechen hier nicht von Instagram, oder Snapchat, wir sprechen vom Kaufen eines Tickets, einer alltäglichen Angelegenheit, die so einfach, wie möglich sein sollte, damit das Leben des Kunden so angenehm wie möglich gestaltet wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute jetzt ihre dämlichen Tickets nicht mehr finden, weil sie in ein Menü mit fünfhundert weiteren Punkten gepresst wurden, ein Menü, das man nur findet, wenn man das kryptische Icon erkennt. 

Unsinn wie dieser erleichtert, verändert sogar teilweise Leben. Über diese Dinge nachzudenken ist kompliziert. Komplexe Abläufe, wozu der Kauf eines Tickets und das Planen einer Reise gehören, sind eine Herausforderung. Mobile Usability ist im Vergleich ein ganz neues Pflaster und es gibt einen guten Grund, warum Leute wie ich an jeder Stelle versuchen das Maximum aus Produkten herauszuholen. Ich will, dass mein Großvater sein iPhone in die Hand nehmen und ein Taxi bestellen kann. 

Es gibt dementsprechend kein “Es reicht doch für die Landesliga” in diesen Bereichen. Es gibt nur die Frage, ob man Personen ausgrenzen möchte, oder nicht. Und ich will weder meinen Großvater, noch irgendjemand anderes ausgrenzen, der ein Ticket kaufen möchte. 

Schönen Gruß
Der Digitale Wutbürger

UI Refresh in Photoshop CC 2015

UI Refresh in Photoshop CC 2015

Cute animation when you cancel a audio recording in the newest WhatsApp update. Facebooks aquisition seems to have great positive impact on the user experience.

Update: People on Twitter told me that this is not very new. It’s cute nevertheless, so there you go.

☰ The slippery slope

Harry Brignull:

It’s a type of fishing net that is made up of two layers of different types of net. The fish – or your user – can either get caught up by the first layer, or the second layer, or they can get stuck between the two. They’re banned in most kinds of commercial fishing, but it seems you can put them in your UIs without any legal repurcussions.

On dark patterns.

☰ A Good User Interface

A Good User Interface
has high conversion rates and is easy to use. In other words, it’s nice to both the business side as well as the people using it. Here is a running list of practical ideas to try out.

There is absolutely nothing wrong with this list of things you might consider the next time you’re building a website.

☰ What UI really is (and how UX confuses matters)

Ryan Singer:

People mix the terms UI and UX together. UX is tricky because it doesn’t refer to any one thing. Interface design, visual styling, code performance, uptime, and feature set all contribute to the user’s “experience.” Books on UX further complicate matters by including research methods and development methodologies. All of this makes the field confusing for people who want to understand the fundamentals.

☰ Avengers UI Design

Jayse Hansen:

This is just an image dump of marvel approved stills and screenshots of my work on the film. I’ll do a proper post soon – this is a fraction of the work – But I had the distinct pleasure of working with Cantina Creative, leading the design of the glass screens for the Helicarier in the Avengers. I also led the design and animation of the all new and upgraded Mark VII Hud.

All work was done in Illustrator, After Effects and Cinema 4d.

Whoa, impressive work. I love those little scribbles and the result is amazing.