☰ Marcel, wie soll es eigentlich mit QUOTE.fm weitergehen?

Das ist eine spannende Frage. Nicht für mich, ich kenne die Antwort, aber vielleicht für einige, die das hier lesen. Ich überlegte, ob ich solche Erklärungen und Ankündigungen ausschließlich auf dem QUOTE.fm-Blog machen soll, entschloss mich aber dazu, dass es klug ist hier darüber zu schreiben, was passieren soll und dort darüber zu schreiben, was gerade passiert. Zukunftsmusik also hier, aktuelle “Produkt”ankündungen dort.

Vor einem Jahr war mir relativ schnell klar, dass QUOTE.fm, wie es aktuell zu sehen ist, noch recht viel Potential in alle möglichen Richtungen hat. Da wären einbindbare QUOTE.fm-Buttons, die zeigen, ob, wie oft und mit welchen Textteilen dieser Text auf QUOTE.fm empfohlen wurde. Das ist ganz nett und eher eine Kleinigkeit, die wir zwar bauen werden, der ich aber skeptisch gegenüber stehe. Denn mal ehrlich: Wer würde das schon einbauen?

Das sind aber Peanuts, im Vergleich zur offiziellen Version 2 von QUOTE.fm. Aktuell ist QUOTE.fm eigentlich nur halb, es fehlt ein beeindruckender Bestandteil. Wir haben also eine Plattform, auf der jetzt schon mehrere tausend hochgradig qualitative (das entnehme ich Tweets, die darüber geschrieben werden, das sind nicht meine Worte) Leseempfehlungen sind. Leseempfehlungen von echten Personen, kein Team, das sie redaktionell betreut, sondern Freunde von anderen Leuten, bekannte Leute, Personen, bei denen man grob weiß, was einen erwartet. Damit sind wir die einzigen, wenn ich mich nicht täusche. Und eigentlich habe ich die “Konkurrenz” einigermaßen im Blick. Ja, es gibt vergleichbare Empfehlungsvorgänge, ja, auch vergleichbare Konzepte, aber es gibt nichts, was alles, ich bin jetzt etwas arrogant, so gut macht, wie wir. Meistens läuft es auf die Qualität hinaus. Bei uns ist sie beeindruckend hoch. Ich erwische mich selbst, wie ich nur kurz etwas gucken wollte und dann wieder eine halbe Stunde irgendwas las. Das ist ein gutes Zeichen.

Was würde QUOTE.fm verbessern? Wir haben derzeit Funktionen, die es ermöglichen Texte direkt von der Empfehlung zu Instapaper senden zu können. Das ist nett, aber eine Einbahnstraße. Liest man einen Text bei Instapaper, gibt es keine Möglichkeit von dort aus diesen Text bei QUOTE.fm zu empfehlen.

Wie wäre es also, wenn wir unsere eigene Read-Later-Funktion bauen würden? Text im Internet finden, gerade aber keine Zeit haben ihn zu lesen? Bookmarklet klicken, zum später lesen markieren, fertig. Tolle Empfehlung bei QUOTE.fm gesehen, aber am Lesezeichenindikator gesehen, dass man ungefähr drei Stunden für den Text braucht? Zum später lesen markieren.

Logische Konsequenz, also. Das geht aber noch erheblich weiter. Wir sind der Meinung, dass kein Service bisher die Verwaltung von Texten, die man noch lesen will, richtig macht. Meistens sind es Listen von Headlines und Anfängen der Texte, Sortierungsmöglichkeiten oft nur marginal, wenn überhaupt vorhanden. Das führt dazu, dass ich mein Instapaper oft durchgehe und keinen blassen Schimmer mehr habe, was ich mir da eigentlich markiert habe. Da ist starkes Verbesserungspotential und wenn das niemand anderes in Angriff nimmt, dann tun wir das.

Die meisten Texte auf QUOTE.fm sind einem unserer 10 Discover Themen zugeordnet. Findet man also 12 Texte bei uns, die man gerne später lesen würde, sind diese automatisch in die zehn Bereiche einsortiert. Das ist ganz nett. Dann, ähnlich wie in Google Mail, denken wir derzeit, dass es gut wäre, diesen Texten Labels zuordnen zu können. Wir dachten ewig über Pros und Cons von Labels, Ordnern und Stacks nach, entschieden uns aber für Labels, weil sie am einfachsten zu verstehen und am detailreichsten einsetzbar sind.

Dann wäre da noch das Problem, dass Instapaper und Konsorten keine andere Möglichkeit haben, als den Anfang des Textes als Anreißer zu nehmen. Wir haben da einen beeindruckenden Vorteil: Findet man einen Text via QUOTE.fm, können wir sowohl das Zitat, das einen dazu brachte den Text lesen zu wollen, als auch den Poster, zu dem man vermutlich irgendeine Bindung hat, anzeigen und somit einen Anhaltspunkt liefern, warum sich dieser Artikel in der “Read Later”-Liste befindet. Kleinigkeiten, klar, aber welche, von denen ich glaube, dass sie wichtig und spannend sind.

Spinnen wir den Gedanken weiter. QUOTE.fm hat derzeit das Problem, dass Likes weniger für den Text eingesetzt werden, als für das Zitat. Das soll so nicht sein. Ein Like soll sich auf den ganzen Text beziehen und sagen “Ich mochte diesen Text”, weswegen der Like-Button unter den Zitaten falsch ist und entfernt wird. Die Möglichkeit einen Text zu liken wird ausschließlich im Read-Bereich und am Ende des Textes präsentiert. Das schließt Missbrauch nicht absolut aus, grenzt ihn aber stark ein.
Wo landen die Likes dann? Unter jedem Zitat aus diesem Text. Zitieren fünf Personen, die sich nicht folgen und auch nichts voneinander wissen den gleichen Text, wird unter jeder dieser fünf Empfehlungen angezeigt, dass X Personen diesen Text mochten.

Viele fragten mich, wo man denn sehen könnte, bei was man auf “Like” geklickt hat, also eine Liste aller Dinge, die man mag. Das bauten wir bewusst nicht ein, weil Like somit als Bookmarkknopf missbraucht werden würde, was okay ist, aber scheiße, weil es dann nicht mehr bedeutet, dass man etwas mag, sondern, dass man es sich speichern möchte. Mit Read können wir einen Bereich anbieten, in dem man sich Texte speichert, falls man irgendwann noch mal auf sie zurück kommen möchte.

Diese Funktionalität bietet noch so viele weitere neue Funktionen, die die Qualitätswahrung und ein Gemeinschaftsgefühl bewahren, dass ich ganz hin und weg bin. Wie gut wäre es, würde man irgendwo im Internet einen tollen Artikel finden, ihn zum später lesen markieren und dann dort sehen können, wie viele Empfehlungen es von diesem Text bereits gab und wer was davon empfahl? Mit direktem Link auf die potentielle Diskussion unter der Empfehlung im Kommentarbereich. Lesen wurde soeben tatsächlich sozial, wenn man denn möchte.

QUOTE.fm wird also aus zwei Teilen bestehen. Find, der Bereich, der derzeit online zu sehen ist und Read, der Lesebereich. Es wird Leute geben, die nur den einen nutzen, es wird Leute geben, die nur den anderen nutzen und es wird Leute geben, die sich sehr darauf freuen die Symbiose aus beiden zu benutzen. Dazu gehöre ich, dazu gehören auch Martin und Philipp. Und ich glaube, dass wir das Ding ganz gut hinbekommen werden, davon ausgehend, dass wir es selbst unbedingt benutzen wollen.

Und das ist bisher alles noch etwas langweilig. Spannend wird es, wenn ich erwähne, dass Apprentice-Accounts noch einen anderen Grund haben, als Leute zufrieden zu stellen. Wir bilden damit die Grundlage für Usergruppen und Usergruppen sind wichtig um es jedem zu ermöglichen die QUOTE.fm-Apps zu nutzen. Die Apps bauen wir primär ob der Lesefunktion, man wird aus den Apps heraus zitieren können, man wird lesen können, man wird neues Lesematerial finden können, alle Funktionen der Seite werden vorhanden sein. Read wird also auch eine neue Funktion für Apprentice-User und dementsprechend doppelt spannend.

Wir sind noch immer nur drei Jungs und das dauert alles noch, aber ich wollte unsere Pläne mal offen gelegt haben. Ist ja alles kein Geheimnis und vielleicht für Außenstehende auch ganz spannend.

Es ist also noch so einiges in der, Achtung unnötiger Anglizismus, Pipeline. Ich freue mich darauf. Sehr sogar. Das könnte ziemlich gut werden.

☰ Trusted Users und andere dumme Ideen.

Bevor ich anfing ein relativ komplexes System zu konzipieren, dachte ich nur immer bei anderen Seiten, dass diese und jene Funktion doch logisch ist. Ich dachte, dass alles total leicht ist, man muss es nur wie Apple machen und so, wie die ganzen Seiten, bei denen Funktion SoUndSo doch schon hervorragend funktioniert.

Mit QUOTE.fm merke ich jetzt, dass das stimmt. Eigentlich ist das alles im Vorraus ganz gut durchdenkbar, wenn man sich umschaut, weiß, was es alles so gibt und — was vielleicht das Wichtigste ist — in der Lage ist, Arbeit als hinfällig zu betrachten.

Nur, weil man Zeit in irgendwas investiert hat, stundenlang an einer Idee arbeitete, die man gut fand, heißt das nicht, dass das Ergebnis wirklich gut ist. Und erst recht nicht, dass es das beste Ergebnis ist, das man hätte hervorbringen können. Das ist sowieso ein temporärer Zustand, meistens ist man nach zwei Wochen an einer Stelle angekommen, an der man alles anders machen würde. Das ist okay, das passiert immer. Irgendwann muss man zufrieden sein und es als vorläufig final ansehen. Final genug um es zu bauen.

Wir bauten eine vollkommen andere Version von QUOTE.fm vor der aktuellen, sie war beige und rot, völlig ander strukturiert und mit einer anderen Absicht. Es ging weniger um hochqualitative Texte, als mehr um irgendwelche Texte. Sehr an Twitter angelehnt und generell nicht scheiße, aber nicht das, was wir wollten.
Die Optik war zu altbacken, sie war vielleicht nett und hübsch, aber sie wirkte nicht wie ein “Werkzeug”, man fühlte sich muffig und gefangen. QUOTE.fm soll aber nicht gemütlich oder heimisch wirken, es ist eine relativ neutrale Plattform um Texte aller Inhalte zu empfehlen.

Ab und zu wird die Darstellung der Zitate an sich kritisiert, invertierter Text sei schlecht zu lesen, blau ist keine gute Hintergrundfarbe für Text und auf einer Seite, auf der es um Texte geht, sollte das Zitat, das für den Text steht, besser lesbar sein. Stimme ich zu, absolut, allerdings muss man zeitgleich im Auge behalten, dass man beim durchscrollen das Zitat schnell vom Rest, also Username, Zeit, Kommentatorennamen, Kommentaren, etc. unterscheiden können muss. Das Zitat, das dummerweise nur aus Text besteht, muss sich vom Rest abheben, der dummerweise nur aus Text besteht. Dann darf das Zitat nicht zu sehr danach aussehen, als würde der Poster des Zitates die entsprechenden Sätze gesagt haben und trotzdem muss man durchscrollen können und eine direkte Verbindung zum Poster herstellen. Nicht, weil das galaktisches Gesetz ist, sondern weil ich es so will. Ich will Empfehlungen, aber ich will sie von Personen, von denen ich weiß, dass die Empfehlung mir etwas wert ist. Sonst kann ich auch auf Byliner und anderen Seiten herumhängen. Da gibt es viel Gutes, aber nichts, was meine Freunde mir empfohlen haben.

Naja. Wir entschieden uns für ein Redesign bevor es eine Alpha-Version gab. Wir bauten es neu, frisch, blau, besser durchdacht, mit starkem Fokus auf Qualität. Dann entschied ich, dass wir weniger Schatten, Klimbim und Rundungen haben sollten und es gab ein zweites, mittelgroßes Redesign.

Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang ich das gerade alles erzähle, was ich eigentlich sagen wollte war: Ja, wir dachten vorher schon an Accounts, die nur folgen können, Dribbble hat es schließlich vorgemacht und es erschien logisch. Der Vorteil von Dribbble hingegen ist, dass es eine stark visuelle Plattform ist. Als Spectator kann man sein Portfolio verlinken, die Leute sehen sich an, was man so macht und laden einen ein, wenn sie es geil finden.

Das haben wir nicht. Ja, man könnte anbieten, dass Apprentices drei Beispielartikel empfehlen, aber das ist irgendwie auch bescheuert. Darum läuft es derzeit und in Zukunft nach dem “Tja, Pech gehabt.”-Prinzip. Klar, es wäre schöner, könnte man es anders lösen, aber bevor uns nichts einfällt, wird es nichts geben.

Wir dachten also damals daran, die normalen Benutzer, die die empfehlen und kommentierne können, Trusted User zu nennen, ihnen die Möglichkeit zu geben für Apprentices zu voten, wenn ein Apprentice genug Votes hat, bekommt er automatisch einen richtigen Account, etc. Das war alles fürchterlich kompliziert, weswegen wir es zum Launch nicht einbauten und uns dagegen entschieden. Ich dachte, dass es klüger ist, das ganze möglichst simpel zu halten. Entweder man hat einen Account, oder man hat keinen.

Aber ja, es ist schon eine ziemlich gute Funktion, wenn man sich nur eine Timeline zusammenstellen kann. Und so bauen wir gerade Apprentice v2. Nachdem die erste Version verworfen wurde, ist jetzt alles einfacher und besser. Auf der Welcome-Seite hat man die Möglichkeit sich direkt anzumelden, keine weiteren Klicks, Formular ausfüllen, absenden, fertig ist der Account. Zeitgleich, sollte man einen Code bekommen haben, kann man den dort ebenfalls eingeben und bekommt eine Anmeldung um direkt Full Member zu sein.

Als Apprentice hat man im eigenen Profil die Möglichkeit einen Invite-Code einzugeben um seinen Account zu dem eines Full Members zu machen. Member mit Invites können so ein Profil besuchen und müssen lediglich einen Button klicken um einen Apprentice zu einem Member zu machen, Member ohne Invites bekommen ebenfalls die Eingabefelder angezeigt und können, sollten sie von irgendwo einen Invite bekommen, einen Apprentice ihrer Wahl hochstufen.

Im Prinzip legen wir damit das Fundament für ein angedachtes 3-Level-System. Apprentice, Member, Pro Member. Wobei ich noch nicht zu viel über Pro-Memberships verraten kann und will. Aber es ist ein logischer Schritt.

Der Vorteil an den Apprentice-Accounts ist, dass sie ebenfalls die Grundlage für eine fette Funktion bieten, die wir “Read” nennen, zu der erzähle ich dann in mittelnaher Zukunft mehr. Es wird QUOTE.fm ungefähr 9001% besser machen.

Das war jetzt… etwas ausschweifend. tl;dr: Wir sind voll cool.

Ach: Texte auf dem :f1 Screenshot :f2 oben sind nicht final.

☰ Introducing: Apprenticeship

Wie gesagt, wir hatten es vor Ewigkeiten schon geplant, der Launch hat bewiesen, dass es tatsächlich nötig ist, und somit werden wir eine weitere Accountart zu QUOTE.fm hinzufügen: Apprentices.

☰ Ich bereite euch schon mal darauf vor…

… das mein Ego dadurch nicht unbedingt geschwächt wird. t3n vergab Awards und kürte uns, obwohl sich QUOTE.fm zum Zeitpunkt des Votings noch in der geschlossenen Beta befand, zum drittbesten Startup des Jahres. Firmen gründen ist offenbar also auch gar nicht so schwer, wie alle immer tun. Ich persönlich und wir als Team, freuen uns sehr. Danke!

:yea

☰ 00_quotefm_v2_welcome_stranger_ neu_extraneu2.psd

Beeindruckend, wie man sich immer ausmalt, wie Sachen gemacht werden müssten, damit sie perfekt funktionieren und man dann an der Realität scheitert. Wobei scheitern falsch ist, man merkt eher, dass Perfektionismus Utopie ist, die einen zurückwerfen würde.

Ich hatte vor meine PSDs für QUOTE.fm perfekt ordentlich zu halten, vernünftig benannte Ebenen (schaffe ich bisher), Layer Comps, die Sinn ergeben (auch geschafft) und alle immer in der neusten Version. Bei Iterationen nicht einfach in alten PSDs rumpfuschen, sondern eine neue Anlegen und Versionsnummern einbehalten. Ich fing an, mit 00_quotefm das nächste hätte dementsprechend 01_quotefm und eine kleinere Version 01_01_quotefm sein müssen, stattdessen passte ich nur immer das an, was gerade für Martin wichtig war, um das CSS vernünftig schreiben zu können.

Das führt dazu, dass dort oben nicht alles stimmt. Die Ecken oben sind rund, es steht Marcel an einer Stelle, statt Linda. Naja, und die Texte sind nicht final, was aber an dieser Stelle egal ist.

Wie auch immer. Es ist beeindruckend, wie viel man lernt, wenn man intensiv an einem Projekt arbeitet, bei dem einem niemand Arbeit, auch im Sinne von Arbeit, die konzeptionell passieren muss, abnimmt. Und es ist beeindruckend, wie viel Spaß der ganze Kram macht. Wenn man abends ins Bett geht und sich darauf freut am nächsten Morgen darüber nachzudenken, ob das nächste große Feature eher Ordner oder Labels braucht, läuft irgendwas richtig.

Wir entschieden uns übrigens für Labels. Die sind bunter.

☰ Fuck Yeah Internet

Oh, ach ja, die Kuratoren, ne… wow. Richtig gute Idee. Wer nämlich, nachdem er das gesehen hat, noch denkt, dass da eh nur alle unter Sich bleiben blablabla mimimi ist eh zu dumm. Poste geile Texte, kommentiere anständig, sei kein Vollidiot und du bist Kurator. 

:rebell

☰ Apprenticeship.

Folgend ein Beitrag, der im Internettagebuch von Marcel Wichmann steht, in dem er seit Jahren seine Meinung proklamiert und dabei nicht unbedingt zimperlich ist. Er weiß, dass man das vielleicht nicht machen sollte, wenn man ein arschkriechender Geschäftsleiter irgendeiner saulangweiligen Firma sein möchte, aber gleichzeitig ist ihm das egal. Außerdem schreiben nur Vollidioten aus der dritten Person von sich.

Liebes Internet,

vor geraumer Zeit erwähnte ich hier im Blog ein Apprenticeship-Modell für QUOTE.fm, es ging prinzipiell darum, dass wir noch immer nicht wollen, dass jeder Texte empfehlen kann, aber durchaus wollten, dass jeder sich eine Timeline zusammenstellen kann.

1. Invites

Ich weiß, dass es einige absolut ankotzt, dass sie keinen Account haben. Die ganz bescheuerten davon regen sich auf, weil sie gerne gute Texte lesen und QUOTE.fm nicht nutzen können. Nein, Leute, ihr könnt QUOTE.fm nutzen, das ist der Witz. Ihr seht jede Empfehlung und jede Konversation unter eben diesen. Ich erwähnte hier, im offiziellen Blogeintrag zum Launch, dass QUOTE.fm nicht für jeden ist. Auf der einen Seite braucht es nicht jeder (die meisten von denjenigen, die um Invites betteln und dann irgendwas von zitate.de zitieren), auf der anderen Seite wollen wir nicht jeden.

Ja, das ist elitäre Scheißkacke und es gibt, wie man mir in fünf E-Mails und mehreren Kommentaren auf anderen Blogs mitteilte, erheblich bessere Möglichkeiten der Qualitätswahrung, als unser Invite-System, das würde lediglich dazu führen, dass Leute, die es zwar nutzen wollen, aber niemanden mit Invite kennen, es nicht nutzen können. Dazu: Ich bekam bisher noch keinen intelligenten Vorschlag, wie das Qualitätsproblem besser lösbar ist, als mit Invites. Ich weiß, jeder weiß, dass das Prinzip nicht perfekt ist, das das auch dafür sorgt, dass Kacke durchkommt, aber wisst ihr was? Bisher ist das beeindruckend wenig. Das Prinzip funktioniert.

Dann kommen alle fünf Minuten Leute, die behaupten, dass unser aktuelles System dazu führen würde, dass die Themen einseitig und monochrom werden. Ja, ihr dürft mir gerne irgendwelche wissenschaftlichen Untersuchungen per Mail schicken, das ändert allerdings nichts daran, dass die Themen, die aktuell im System sind, schon so eine hohe Diversität aufweisen, dass das Argument einfach nicht mehr zieht.

Dann gibt es da noch die Spitzfindigen, die mich selbst zitieren und sagen, dass man ja den Leuten, die nur Scheiße empfehlen, nicht folgen muss. Ja, stimmt. Mit dem Problem, dass zwei Millionen Idioten, die nur Dreck empfehlen und nur Dreck liken, dafür sorgen, dass jeder potentielle automatisierte Qualitätsberechnungsvorgang nicht mehr funktioniert. Discover wäre damit hinfällig.

Diejenigen, die behaupten, dass es nur um den Hype geht: Arschlecken. Ihr macht den Hype, nicht wir, ihr behauptet es geht um den Hype, wir würden gerne auf 200 Tweets pro Minute verzichten, in denen wir um Invites gebeten werden. Es geht um die Qualität, ihr dürft mich gerne der Lüge bezichtigen, aber wem wollt ihr mehr glauben, als denjenigen, die das Ding gebaut haben? Na? Seht ihr.

QUOTE.fm ist nicht für jeden. Es darf sich jeder ansehen, jeder darf daraus einen Mehrwert ziehen (ich weiß, dass einige von euch verstanden haben, dass die Seite sogar ohne Invite sinnvoll ist. Das sind aktuell meine Lieblingsmenschen.) und, wie ich hier im Blog immer proklamierte, wir sind cool damit, dass wir nicht jeden glücklich machen können, das ist nicht möglich, wenn es um Qualität gehen soll. Und ja, Qualität ist subjetiv und zum Glück baut nicht ihr, sondern wir die Seite und unsere Subjektivität ist glücklicherweise an dieser Stelle erheblich objektiver als eure. Weil ihr keine Wahl habt.

2. Apprenticeship

Einige Leute haben mir in den letzten Tagen Tweets und Mails geschrieben, dass eine Art Apprentice-Prinzip toll wäre. Dann erklärten sie mir, was sie damit meinen und sagen, dass Dribbble das auch macht. Zwei Möglichkeiten, entweder ist das ein riesiger Zufall und ihr habt euch einfach genau das ausgedacht, was ich vor Ewigkeiten schrieb und habt aus Versehen übersehen, dass es bei Dribbble nicht “Apprentice”, sondern “Prospect” heißt, oder ihr habt vergessen, dass ihr die Idee von mir habt.

Es wird Apprentice-Accounts geben, die nichts anderes können als Leuten folgen. Wir hatten das bereits fertig konzipiert, aber es war scheiße, weswegen wir QUOTE.fm ohne das launchten. Jetzt gibt es ein gescheites Konzept, wir arbeiten daran und aktuelles Veröffentlichungsdatum liegt auf dem 5. Dezember. Das ist übrigens unsere Art von Hype, wir bringen neue Funktionen raus.

Apprenticeship-Accounts können durch Codes, die gleichen, wie es sie jetzt schon gibt, aufgestuft und zu normalen Accounts gemacht werden. Ohne Code kann man lediglich Leuten folgen, mehr nicht. Damit dürfte das dringende Bedürfnis befriedigt werden, sich unbedingt einen Account anzulegen, auch, wenn man danach merkt, dass man das alles ja total blöd findet.

Und jetzt entspannt euch mal, meine Fresse. Wir gehören zu euch, ihr pisst uns ans Bein. Wir bauen das nicht, weil wir euch fertig machen wollen, sondern weil wir etwas gutes bauen wollen. Und ja, das übliche, ich bin vollkommen kritikunfähig, weil ich undurchdachtes Gelaber scheiße finde. Wir haben im Laufe der Beta massig Funktionen eingebaut, an die wir selbst nicht dachten, die jemand kritisierte und einen konstruktiven Vorschlag brachte. Der Lesezeichenlängenindikator war so eine Sache. Die Funktionalität kommt nicht von uns, jemand schlug es uns vor und wir fanden die Idee gut. Und es gibt zig weitere Beispiele.

Wer uns also Kritikunfähigkeit unterstellt, sollte vielleicht daran arbeiten, gescheite, konstruktive Kritik zu üben.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass wir nichts anderes wollen, als das Ding so gut wie möglich zu bauen. Vielleicht bin ich etwas empfindlich und bin nicht sonderlich gut in arschkriechenden “Ja, danke für deinen Input, wir denken darüber nach.”-Antworten, die im Prinzip auch nur ein “Jaja, du hast keine Ahnung, halt die Fresse.” sind, wie andere Firmen sie in Massen raushauen. Aber ich verstehe vollkommen, warum man das tut.

Es geht uns um Qualität. Nicht darum, dass ihr alle einen Account habt und euer Ego streicheln könnt.

☰ Meine Meinung zu quote.fm « Online « rckrz™

Adrian Berger:

Deswegen verstehe ich die Entscheidung nicht ganz und hoffe, dass dies irgendwann mal geändert wird. Denn auch wenn manche meinen, dass auch ohne Account quote.fm großartig ist (was ich nicht bestreite an dieser Stelle!!), gibt es Menschen, die liebend gern tolle Texte teilen wollen, aber nicht ewig auf eine Einladung warten werden/wollen.

1. Mimimimimi. 2. Leute finden es großartig, auch wenn sie keinen Account haben, er möchte auch nicht abstreiten, dass es großartig ist, aber generell findet er es schrecklich und hat auch keine Ahnung wie man es besser machen könnte. Und wieder ging etwas kostbarer Internetspeicherplatz für undurchdachten “HIER ICH, ICH WILL AUCH MAL WAS SAGEN!!”-Unsinn drauf. Danke.