
Da ich als Publizist auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen habe, greife ich an dieser Stelle eine Suchanfrage auf, die offenbar einer Antwort bedarf. Wie unterhält man sich also mit unbekannten Menschen?
Mein genereller Rat wäre: Gar nicht. Zumindest nicht, wenn man kein großes Interesse an sozialen Kontakten und einem intakten Leben hat. Gespräche mit Menschen ziehen unangenehm häufig Probleme nach sich. Vielleicht findet man sich sympathisch, passt kurz nicht auf und findet sich in einer Ehe mit dem kürzlich noch fremden Gesprächspartner wieder, hat drei Kinder und einen fetten Kredit am Arsch.

Liebe GMX-User,
vielleicht wisst ihr es nicht, vielleicht ist es euch egal, aber ich darf euch hiermit feierlich verkünden, dass jeder eurer Mails Werbung folgt. Das ist natürlich an sich vollkommen okay, aber ich gehe fest davon aus, dass es auch nicht in eurem Interesse ist, dass jede eurer Mails mit Werbung endet.
Ihr bemitleidet jemanden zum Tod seiner Oma, das ist eine traurige Angelegenheit! Was man nicht tun sollte? Sie mit einer
maxdome Movie-FLAT
beenden. Natürlich habt ihr darauf keinen Einfluss und euch stört es auch nicht, weil ihr es nicht seht. Aber ich muss mir das ansehen. Und es kann durchaus sein, dass das tatsächlich nicht mit jeder Mail verschickt wird, aber ich sehe es oft genug. Und ein einziges Mal reicht irgendwie auch vollkommen.
Pro-Tipp: Die riesige, furchtbare Datenkrake Google hat den besten E-Mail-Dienst, den man derzeit benutzen kann. Es ist, wenn ich mich nicht irre, sogar möglich, dass ihr all eure Mails von GMX (da kann man doch sowieso nur fünf behalten, dann ist der Speicherplatz voll) importieren und somit behalten könnt. Und nein, dafür bekomme ich keine Provision.
Hochachtungsvoll,
Herr Wichmann

Jaja, wie auch immer. Auf jeden Fall habe ich jetzt tatächlich die Möglichkeit acht sieben von euch einzuladen. Kommentar und Angabe der richtigen Mailadresse hier. Die ersten acht sieben gewinne gewinne gewinne!
Das was Google Wave (ich schrieb hier schon darüber) am meisten auszeichnet, sind wohl die Kolaborationsfeatures. Allen vorweg die Funktion, dass man live sehen kann, was von den Teilnehmern einer Wave gerade geschrieben wird. Buchstabe für Buchstabe, Tippfehler für Tippfehler und auch die Korrektur derselben.
Das ist natürlich cool. Zukunft, Web 3.0, Laser, Pewpew und Schnickschnak. Aber es ist sinnlos. Ich unterhielt mich dazu mit einer Hand voll Menschen und das einzige nachvollziehbare Argument das mir gebracht wurde, war, dass man schon wärend der andere Tippt, auf das Getippte reagieren kann. Digitales ins Wort fallen also. Das ist im echten Leben unfreundlich und störend, im digitalen auch.
Was digitale, schriftliche Kommunikation von der normalen Kommunikation unterscheidet ist, dass man für das, was man ausdrücken möchte, mehr Zeit hat es in ein angemessenes Wortkonstrukt zu bringen. Oft genug schrieb ich E-Mails mit pikanten Themen an pikante Empfänger, in denen delikate Sachen behandelt, und damit jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wurde. Wie oft korrigierte ich ewig viele Sätze, bis ich dann das fertige Textgebilde abschickte.
Natürlich ist das Beispiel nicht ganz auf Wave zu übertragen. Aber davon ausgehend, dass Google mit Wave die E-Mail ablösen will (irgendwann), und man dementsprechend damit auch seine private Kommunikation abhandeln soll, ist diese Live-Tipperei ein Manko. Ein großes unabschaltbares (wie in der Hilfe explizit erwähnt wird. Live-Tippen ist nicht abzuschalten.)
So. Haben wir also einen winzigen Vorteil (jetzt mal abgesehen von der Awesomness und technischen Entwicklung) und irgendwie sind der Rest Nachteile. Wave würde genauso funktionieren, wenn nicht direkt der Text angezeigt wird, sondern lediglich ein Indikator, dass Teilnehmer XY gerade eine Eingabe macht. Sobald er diese beendet und bestätigt hat, wird sie angezeigt. Zumindest sollte etwas vergleichbares als Option angeboten werden. Sage ich mal so.
Um das mal losgeworden zu seien. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, sollte jemand mehr wissen, oder mehr Ahnung haben.

Selten wartete ich so lange darauf, irgendeinen Service nutzen zu können, wie Google Wave. Nicht, weil ich mich total darauf freute, sondern rein zeitlich. Es gibt nicht unbedingt wenig relevante Services, die eine Einladung erfordern, viele davon unfassbar rar. Da hätten wir fffffound!, für das noch immer Leute Einladungen suchen, ich meine aber schon seit Ewigkeiten habe.
Was ich damit ausdrücken möchte: Dass Wave-Accounts so selten sind, bringt das Internet, also zumindest diesen kleinen Kreis an potentiellen Interessenten, geradezu zum durchdrehen. Sobald jemand das Wort “Wave” in dieses Ding namens “Twitter” brüllt, gibt es ein dutzend Anfragen nach einer Invite.