Freelancing als Designer #2: Das erste Kundengespräch.

Freelancing als Designer #1: Wie fängt man an?

In wie viel stelligen Bereich hattest du ein eigenes Kapital zur Seite angelegt gehabt und wie viel oder wie oft musstest du bisher darauf zurückgreifen? Du bist ja ohne Gründungsförderung in die Selbständigkeit gewechselt, right?

Puh, ich hatte ein bisschen was auf der hohen Kante, als ich anfing, allerdings habe ich nichts davon gebraucht. Bereitete alles so vor, dass ich direkt mit einem Projekt anfing und hatte seitdem auch keine Phase, in der nicht ein Projekt aktiv war. Alle Pausen, und davon gab es bisher nur eine längere, habe ich mir auferlegt, nicht genommen, weil es keine Projekte gab. Kann sein, dass ich da in einer luxuriösen Position bin, klar, aber ich denke, dass man es einigermaßen leicht hat, wenn man im Vorfeld schon mit Leuten spricht und Projekte anleiert. 

8 Monate Freelancing

Willkommen im Mai! Ende des Monats werde ich 27 Jahre alt, ich fühle mich zwar eher wie 32, aber das tut nichts zu Sache. Seit dem 8. Mai bin ich ein Jahr in Berlin und im Oktober letzten Jahres wurde ich Freelancer. Das war vor acht Monaten.

Wie erging es mir so in der Zwischenzeit fragt ihr euch? Das trifft sich gut, ich versuche das für mich selbst, aber auch für euch in den nächsten Zeilen zu formulieren. 

  1. Ich bereue den Schritt absolut nicht. Ich hatte wirklich viele großartige Arbeitserfahrungen in der Vergangenheit, hatte ein eigenes Startup, arbeitete zwei Jahre bei mytaxi und mein kurzer Abstecher zu Soundcloud, alles auf seine Art fantastisch, aber kein Vergleich zu den letzten acht Monaten.

    So sollte das Leben sein. Ganz im Ernst. Allein die Tatsache, dass ich keinen nennenswerten Arbeitsweg mehr habe, hat mein Leben so sehr verbessert. Wenn mich irgendwas morgens ankotzte, dann war es jeden Tag den gleichen gottverdammten Weg gehen/fahren zu müssen. Passiert nicht mehr. 

  2. Ich bin glücklicher. Egal in welcher meiner vergangenen Situationen, es gab relativ regelmäßig Tage, an denen ich abends nach Hause kam und schlecht gelaunt war. Vielleicht nervte jemand, vielleicht nervte ein Projekt, vielleicht nervte einfach nur in einem Büro sein müssen, was auch immer. Ich merkte erst jetzt, so im Nachhinein, dass es nicht unbedingt so sein muss. Meine Laune war nie besser. 
  3. Ich bin mir sicher, dass jeder diese langsamen Tage im Büro kennt, in denen nicht viel passiert, man auf Feedback, oder irgendwas anderes wartet, das einen davon abhält produktiv zu sein. Und ihr kennt sicher auch die Momente, in denen man irgendwie angestrengt so wirken muss, als wäre man produktiv, damit Leute um einen herum nicht denken, dass man nur abhängt, ne? Habe ich nicht mehr. Wenn es gerade nichts zu tun gibt, weil Feedback aussteht, oder ich einfach unkonzentriert und damit unproduktiv bin, dann mache ich einfach irgendwas anderes. Einkaufen gehen, Friseurbesuch, Spaziergang, ausführlich Mittag essen gehen. Downtimes sind tatsächliche Downtimes, in denen ich nicht produktiv wirken muss, weil ich der einzige bin, der in meiner Bürogemeinschaft (bestehend aus mir) die Regeln vorschreibt.
  4. Kunden! Ich liebe Kunden ja. Ich mag es mit ihnen zu arbeiten, wenn die Zusammenarbeit eine enge ist. In den meisten Projekten, die ich bisher machte, war es so, dass ich bei mir im Büro war, der Kunde bei sich im Büro und es tagsüber einfach so 3-15 Skypecalls gab, an denen kurz was beschnackt wurde. Man hat eine Frage? Kurz durchklingeln. Nicht annähernd so stressig wie scheduled Meetings und fast immer kürzer, weil niemand versucht seinen Tag irgendwie zu füllen, sondern jeder erpicht darauf ist, wieder an die Arbeit zu kommen.
  5. Spannende Projekte. Ich arbeitete in den letzten acht Monaten an so vielen Apps und Webseiten, wie noch nie zuvor und jedes war auf seine Art hochgradig interessant. Der Nachteil ist natürlich, dass man nur immer kurz auf einem Projekt ist und dann wieder an etwas anderes rangeht, aber aktuell passt das sehr gut zu mir. Macht viel Spaß und wirkt sehr produktiv.

Ach, es gibt noch so viele andere positive Aspekte und vermutlich vergesse ich die Hälfte. Wenn ihr also Fragen habt, die nicht unbedingt “Wie viel verdienst du?” sind (Worauf die Antwort übrigens: “Mehr als vorher!” wäre), dann lasst sie doch hier. Ich werde sicher auf ein paar davon antworten. Sofern es kluge Fragen sind. 

An dieser Stelle auch einen Lieben Gruß an meine Steuerberaterin, ohne die ich absolut aufgeschmissen wäre. Der ganze Papierkram geht über sie und ich muss mich um so gut wie gar nichts kümmern. Ein Traum. 

Freelancing? ★★★★★ 

Oh und kein Post ohne Werbung. Hier ist mein Portfolio, wenn du auch eine App, eine Webseite, oder irgendwas anderes, das auf einem Screen stattfindet, konzipiert und designed bekommen musst, ich mache das sehr gerne. Man erreicht mich auch unter hi@marcel.io

<3

Aalghor… AlGorery… Algorithmus

Es saßen mit Sicherheit 300 Programmierer an der Entwicklung des zweiten Tabs in Instagram. Dieser Tab dient gleichzeitig als Suche und als Mittel um neue Inhalte zu finden, was bei mir offenbar in irgendwelchen Fitness-Inspirations-Bildern und Fashionbloggerinnen resultiert. Abs und Bilder von Essen also. Daran habe ich mich gewöhnt, damit fand ich mich ab. 

Aber jetzt hat dieser ach so intelligente Algorithmus entschieden, dass das ganze mit etwas mehr Abenteuer gespickt sein sollte. Dadurch lernte ich zwei Dinge. 

  1. Es gibt Accounts auf Instagram, die nur medizinische Sonderbarkeiten posten.
  2. Es kann wirklich sehr viel Ohrenschmal aus einem Ohr kommen, das mit einem Gerät voll Wasser gespritzt wird. Die Ohrenschmalzwurst war ungefähr so lang wie mein Mittelfinger, etwas breiter als selbiger und hatte eine dunkelorangene bis schwarze Färbung. 
  3. Offenbar kann man eine offene Wunde am Bauch haben, durch die man Eingeweide betrachten kann, während die Person, der es so geht noch lebt. 

Ich habe auf zwei dieser Bilder, die Instagram mir ohne sinnvollen Grund anfing zu zeigen, geklickt und sie seitdem nicht mehr vergessen. Das tolle ist: Dadurch, dass ich sie ansah, bekomme ich jetzt noch mehr dieser Ergebnisse. 

Ein großes “Juchu” für automatisch generierte Inhalte.