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A3 Bogen und Bleistiftminenverbrauch des gestrigen Abends.

Riesige Bleistiftminen. Aber das ist okay.
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Posemaniacs.

Eine der besten Internetseiten der letzten Wochen ist ganz eindeutig Posemaniacs.com, die unfassbar viele anatomische Dingsbumsbilder zur Verfügung stellen. Das ist nett, was aber Gold wert ist, ist das Thirty Seconds Drawing Tool, das man auch gut auf 90 Sekunden einstellen kann. Irgendwie macht es süchtig und ist SUPER EFFEKTIV.

Außerdem probierten Julia und ich heute uns in die U-Bahn zu setzen, irgendwo hinzufahren und auf dem Weg dahin die mitfahrenden Mitfahrer zu zeichnen. Sonntag ist vielleicht nicht unbedingt der beste Tag dafür, wenn man nicht viel Schlaf hatte und kein anderer Mensch unterwegs ist, aber ich glaube, dass U-Bahnen als fahrende Kunstkurse mit unfreiwilligen Models ein gutes Konzept sind.

Und der Herr Mitbewohner, dessen Datenbank sich allerdings gerade verabschiedet hat, hat ein paar Bilder am Wochenende gemacht, die zum Großteil auch meinen Wochenendinhalt zeigen.

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Faithbook.

Es ist gar nicht so lange her, dass ich mich mit Jan darüber unterhalten habe, auf wie unwahrscheinlich vielen Fotos man sich befindet, ohne, dass man diese jemals zu Gesicht bekommt. Sei es, weil ein Freund die Bilder auf einer Party gemacht hat und sie seitdem auf seiner Kamera herumgammeln, oder – und das ist die eigentlich spannende Überlegung – weil man einfach irgendwo draußen herumlief und irgendwer irgendwo irgendein Bild machte, auf das man zufällig geriet.

Brandenburger Tor, Eiffelturm, Hamburger Hafen, alles Touristenanlaufplätze, an denen man sich ab und an herumtreibt. Wir überlegten, wie fantastisch es sein muss, alle Bilder die es von einem gibt irgendwie bekommen zu können und wie abstrus das Gefühl sein muss, sich selbst irgendwo zu sehen, ohne zu wissen, dass das Bild von einem gemacht wurde.

Eher unmöglich, dachten wir, schließlich bedarf es dafür eine Hauptanlaufstelle, auf der alle zusammenkommen und ihre Bilder hochladen… bis dann Facebook mich letzte Woche darum bat, doch mal einen Namen zu diesem Gesicht einzutragen, das sie gerade auf einem meiner Bilder gesehen haben. Also in langsam: Facebook! Klar. Unfassbar viele Menschen haben einen Facebook-Account und bis letzte Woche dachte ich nicht darüber nach, dass man die Technologie, die Apple in iPhoto bereits einsetzt, genauso gut in einem Social Network nutzen kann. Sprich: Nutzer definieren Namen zu Gesichtern, Software erkennt markante Gesichtszüge und damit später die Gesichter selbst und ordnet sie einem Namen zu.

Was Facebook also offenbar schon kann, ist Gesichter erkennen. Schließlich sagte es mir, dass hier ein Gesicht ist, zu dem es gerne einen Namen hätte. Freundlich, wie ich bin, habe natürlich gleich den richtigen Namen eingegeben. Das macht jetzt jeder andere Facebooknutzer auch und schon hat der Laden eine beeindruckende und verstörende Datenbank an Namen zu Gesichtern.

Das hat zur Folge – und ich weiß nicht, ob ich das gruselig oder total cool finden soll – dass, sollte in Indien jemand seine Paris-Urlaubsbilder von 2006 hochladen und ich mich auf einem von denen befinden, es ein leichtes für Facebook ist, den Wichmann zu entdecken und automatisiert zu taggen.

Krasser Scheiß.

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Marcel, erzähl uns doch etwas über dein Leben.

Oh, danke, sehr aufmerksam, dass ihr fragt. Es ist so: Ich kann nicht zeichnen. Jetzt werden vermutlich ein paar Menschen aufstöhnen, denken, dass ich nur hören will, dass ich es doch kann und ich werde wieder total erbost reagieren und sagen, dass das hier kein Fishing for Compliments ist, sondern realistische Selbsteinschätzung. Ja, ich kann zeichnen, das kann jeder. Ja, vermutlich kann ich auch besser zeichnen als 80% derjenigen, die das hier lesen, aber ich kann nicht so gut zeichnen, wie ich es eigentlich will.

Das kann man vermutlich nie, mich ärgert das allerdings aus diversen Gründen. Einerseits weiß ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt erheblich besser sein könnte, weil ich weiß, was man dafür tun muss. Zeichnen nämlich. Irgendwie zeichnete ich die letzten Jahre durchgehend, aber nicht viel. Ich wurde besser, aber nicht genug. Ich kann Comickram (mehr oder weniger), aber sobald es an Realismus geht, bin ich raus.

Warum ist das so? Weil ich zu viele Dinge will. Ich habe jetzt eine Entscheidung rund drei Jahre vor mir hergeschoben und sie vor zwei Wochen entgültig gefällt. Wer diesen Blog verfolgt, weiß, dass ein Großteil meiner Aktivitäten sich ums Zeichnen oder Designen drehen. Sei es die “meuterei!” von damals, bei der mir Editorial-Design unheimlich viel Spaß gemacht hat, oder diverse Webprojekte, allen voran dieser Blog, der vermutlich rund 30 Redesigns erfahren hat, im Laufe der Zeit. Gleichzeitig zieht sich eine lange Schlange von Illustrations- und Comicdingen durch die Chronik meiner Webtätigkeiten. Das Problem: Hätte ich eine der beiden Sachen weniger gemacht, wär ich in der anderen besser. Weniger Design, mehr Zeichnungen, bessere Zeichnungen. Und andersrum. Und das ist ja auch noch gar nicht alles, dann gibt es Dinge wie Hallo Unbekannt, oder die Shirts oder Wasauchimmer, alles Sachen die ich geil finde, die aber Zeit brauchen und verbrauchten.

Papperlapapp, sowieso zu spät und ich bereue nichts. Viel gelernt, viel gemacht, viele Dinge, die ziemlich gut ankamen, neue Wege und Türen geöffnet haben, alles gut. Aber schlecht. Die Entscheidung, die vor zwei Wochen geschlossen wurde, entstand in einem Telefonat mit Malte, der mir einige gute Denkansätze gab. Es stand immer folgende Frage im Raum: Kommunikationsdesign oder Illustration? Da haben wir auf der einen Seite die designlastige Richtung, in der ich all die Dinge lernen werde, für die ich mich seit Jahren intensiv interessiere, auf der anderen Seite die illustrationslastige Richtung, in der ich all die Dinge lernen werde, für die ich mich seit Jahren intensiv interessiere. Ein Hybrid aus beidem kommt für mich nicht in Frage, wenn schon, denn schon.

Ich entschied mich für Illustration. An der HAW. In Hamburg. Vor geraumer Zeit sprach ich mit Christian, der kurz mein Nachbar war und an der HAW derzeit Illustration studiert und alles was ich hörte klang fantastisch. Warum also nicht Kommunikationsdesign? Das ist der Teil bei dem Malte mir stark half. Ergebnis war, dass man sich die Dinge, die man in einem Kommunikationsdesignstudium lernen würde, leichter auf eigene Faust beibringen kann, als das, was man in einem Illustrationsstudium lernt. Jetzt schütteln viele Kommunikationsdesignstudenten und vielleicht einige, die den Kram hinter sich haben den Kopf, aber das passt schon. Der Gedankengang dahinter ist folgender: Egal was, um gut zu werden muss man üben. Das gilt für “normales” Design, als auch für Illustration. Was ich aber denke ist, dass man Design durch Hinschauen lernen kann. Durch observation. Natürlich, es gibt Regeln, Grundlagen, Techniken, klaro, ich mach das ja auch irgendwie und bin nicht vollkommen Ahnungslos. Aber es ist nicht so grundlegend trainingsabhängig wie Zeichnen.

Die einzige Möglichkeit möglichst viel zu zeichnen und möglichst gut zu werden, ist also das Studium. In der Hoffnung nebenbei im Designkram besser zu werden, aber sekundär. Berufstechnisch ist die Entscheidung vermutlich behämmert. Auch, wenn gerade jeder Hans und Franz Kommunikationsdesign studiert, sind die Berufschancen nach dem Studium mit Sicherheit höher, als nach einem Illustrationsstudium. Wer braucht schon Illustratoren.
Aber – und das ist so eine Art Lebensgrundlage von mir – es geht um den Spaß. Sowohl Design, als auch Illustration macht mir Spaß, was die Entscheidung ja erst so schwierig machte. Aber letztendlich finde ich es spannender ganze emotionale Welten durch Bilder zu erfinden, als den Kunden vor der Fold abzuholen und zu den selling Points zu führen. Oder so. Soll heißen: Ich finde Design, also Application Design, Webdesign, Editorial-Design total geil! Keine Frage. Und ich werde das Zeug auch weiter machen. Aber ich werde Illustrator.

Jetzt ist noch die Frage, wie es nach dem Studium weitergeht. Vermutlich sieht es, wenn man in Agenturen arbeiten möchte, auf dem Papier besser aus, wenn man Diplom Designer oder Ähnliches ist. Aber ich glaube fest daran, und habe mir das bestätigen lassen, dass es um die Arbeiten geht. Also werde ich vermutlich letztendlich keinen schlechten Stand haben. Und es gibt verdammt wenig Designer, die auch noch Zeichnen können. Oder Illustratoren die Ahnung von Design haben. Hörte ich von Menschen die es wissen müssen. Und so.

Äh ja. Damit führe ich gleichzeitig den Blog hier wieder in richtige Bahnen. Dinge, die es in letzter Zeit nämlich gar nicht gab: Mein Leben. Das ist verwirrend, weil das hier doch der Blog ist, in dem es um mein Leben geht. Aber das wird jetzt besser. Ach und eigentlich wollte ich auch davon schreiben, warum ich derzeit ein großes Problem habe, nämlich, dass ich keine analogen Arbeiten habe, aber das habe ich jetzt vergessen. Auch egal. Derzeit hänge ich mich relativ intensiv in die Vorbereitungen zur Erstellung einer Mappe, die mich dazu bringen wird, ab nächstes Jahr an der HAW eingeschrieben zu sein. Das wäre doch gelacht. Hoffentlich.

Genug von mir. Und bei euch so?

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Zwei Dinge. Musik und Lyrik.

Zwei Dinge, das erste: In einer Stunde, also um 21 Uhr spiele ich DJ Wichmann auf QUU.fm, hier ist der Beitrag dazu, hier ist der Streamkram. Es wird auch so eine Art Interview geben, in dem ich irgendwelche Bandnamen falsch ausspreche und Blödsinn erzähle.

Das zweite Ding: Ich habe mal die Twittersuche nach dem offiziellen Hashtag für den diesmonatigen Lesezirkel befragt und mir erlaubt die Bilder hier reinzudingsen. Mahnt mich nicht ab, aber es ist einfach saucool. Wenn irgendeines der Bilder weg soll, dann motzt rum.

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Blöde QUU.fm

Bekanntlich habe ich einen fantastischen Musikgeschmack. Das kann man abstreiten, das wäre aber eine Lüge. Und die haben kurze Beine. Und Zwergen glauben wir hier nicht.
Was ich eigentlich sagen wollte: Solltet ihr euren Mittwoch Abend angenehm verbringen wollen, so schlage ich vor, dass ihr Mittwoch ab 21 Uhr in den Stream von QUU.fm reinhört, weil ich dann für eine Stunde (glaube ich.) das Programm übernehmen und irgendwelche Dinge (die morgen, also Dienstag) aufgenommen werden, erzähle.

Die Playlist steht und ich denke, dass es sich lohnen wird sie von vorne bis hinten anzuhören. Also. Mittwoch, 14. Juli 2010, 21:00 Uhr QUU.fm.

Ich werde Mittwoch Abend nochmal via Twitter Bescheid geben. Das wird superduper!

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