
Oh, danke, sehr aufmerksam, dass ihr fragt. Es ist so: Ich kann nicht zeichnen. Jetzt werden vermutlich ein paar Menschen aufstöhnen, denken, dass ich nur hören will, dass ich es doch kann und ich werde wieder total erbost reagieren und sagen, dass das hier kein Fishing for Compliments ist, sondern realistische Selbsteinschätzung. Ja, ich kann zeichnen, das kann jeder. Ja, vermutlich kann ich auch besser zeichnen als 80% derjenigen, die das hier lesen, aber ich kann nicht so gut zeichnen, wie ich es eigentlich will.
Das kann man vermutlich nie, mich ärgert das allerdings aus diversen Gründen. Einerseits weiß ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt erheblich besser sein könnte, weil ich weiß, was man dafür tun muss. Zeichnen nämlich. Irgendwie zeichnete ich die letzten Jahre durchgehend, aber nicht viel. Ich wurde besser, aber nicht genug. Ich kann Comickram (mehr oder weniger), aber sobald es an Realismus geht, bin ich raus.
Warum ist das so? Weil ich zu viele Dinge will. Ich habe jetzt eine Entscheidung rund drei Jahre vor mir hergeschoben und sie vor zwei Wochen entgültig gefällt. Wer diesen Blog verfolgt, weiß, dass ein Großteil meiner Aktivitäten sich ums Zeichnen oder Designen drehen. Sei es die “meuterei!” von damals, bei der mir Editorial-Design unheimlich viel Spaß gemacht hat, oder diverse Webprojekte, allen voran dieser Blog, der vermutlich rund 30 Redesigns erfahren hat, im Laufe der Zeit. Gleichzeitig zieht sich eine lange Schlange von Illustrations- und Comicdingen durch die Chronik meiner Webtätigkeiten. Das Problem: Hätte ich eine der beiden Sachen weniger gemacht, wär ich in der anderen besser. Weniger Design, mehr Zeichnungen, bessere Zeichnungen. Und andersrum. Und das ist ja auch noch gar nicht alles, dann gibt es Dinge wie Hallo Unbekannt, oder die Shirts oder Wasauchimmer, alles Sachen die ich geil finde, die aber Zeit brauchen und verbrauchten.
Papperlapapp, sowieso zu spät und ich bereue nichts. Viel gelernt, viel gemacht, viele Dinge, die ziemlich gut ankamen, neue Wege und Türen geöffnet haben, alles gut. Aber schlecht. Die Entscheidung, die vor zwei Wochen geschlossen wurde, entstand in einem Telefonat mit Malte, der mir einige gute Denkansätze gab. Es stand immer folgende Frage im Raum: Kommunikationsdesign oder Illustration? Da haben wir auf der einen Seite die designlastige Richtung, in der ich all die Dinge lernen werde, für die ich mich seit Jahren intensiv interessiere, auf der anderen Seite die illustrationslastige Richtung, in der ich all die Dinge lernen werde, für die ich mich seit Jahren intensiv interessiere. Ein Hybrid aus beidem kommt für mich nicht in Frage, wenn schon, denn schon.
Ich entschied mich für Illustration. An der HAW. In Hamburg. Vor geraumer Zeit sprach ich mit Christian, der kurz mein Nachbar war und an der HAW derzeit Illustration studiert und alles was ich hörte klang fantastisch. Warum also nicht Kommunikationsdesign? Das ist der Teil bei dem Malte mir stark half. Ergebnis war, dass man sich die Dinge, die man in einem Kommunikationsdesignstudium lernen würde, leichter auf eigene Faust beibringen kann, als das, was man in einem Illustrationsstudium lernt. Jetzt schütteln viele Kommunikationsdesignstudenten und vielleicht einige, die den Kram hinter sich haben den Kopf, aber das passt schon. Der Gedankengang dahinter ist folgender: Egal was, um gut zu werden muss man üben. Das gilt für “normales” Design, als auch für Illustration. Was ich aber denke ist, dass man Design durch Hinschauen lernen kann. Durch observation. Natürlich, es gibt Regeln, Grundlagen, Techniken, klaro, ich mach das ja auch irgendwie und bin nicht vollkommen Ahnungslos. Aber es ist nicht so grundlegend trainingsabhängig wie Zeichnen.

Die einzige Möglichkeit möglichst viel zu zeichnen und möglichst gut zu werden, ist also das Studium. In der Hoffnung nebenbei im Designkram besser zu werden, aber sekundär. Berufstechnisch ist die Entscheidung vermutlich behämmert. Auch, wenn gerade jeder Hans und Franz Kommunikationsdesign studiert, sind die Berufschancen nach dem Studium mit Sicherheit höher, als nach einem Illustrationsstudium. Wer braucht schon Illustratoren.
Aber – und das ist so eine Art Lebensgrundlage von mir – es geht um den Spaß. Sowohl Design, als auch Illustration macht mir Spaß, was die Entscheidung ja erst so schwierig machte. Aber letztendlich finde ich es spannender ganze emotionale Welten durch Bilder zu erfinden, als den Kunden vor der Fold abzuholen und zu den selling Points zu führen. Oder so. Soll heißen: Ich finde Design, also Application Design, Webdesign, Editorial-Design total geil! Keine Frage. Und ich werde das Zeug auch weiter machen. Aber ich werde Illustrator.
Jetzt ist noch die Frage, wie es nach dem Studium weitergeht. Vermutlich sieht es, wenn man in Agenturen arbeiten möchte, auf dem Papier besser aus, wenn man Diplom Designer oder Ähnliches ist. Aber ich glaube fest daran, und habe mir das bestätigen lassen, dass es um die Arbeiten geht. Also werde ich vermutlich letztendlich keinen schlechten Stand haben. Und es gibt verdammt wenig Designer, die auch noch Zeichnen können. Oder Illustratoren die Ahnung von Design haben. Hörte ich von Menschen die es wissen müssen. Und so.
Äh ja. Damit führe ich gleichzeitig den Blog hier wieder in richtige Bahnen. Dinge, die es in letzter Zeit nämlich gar nicht gab: Mein Leben. Das ist verwirrend, weil das hier doch der Blog ist, in dem es um mein Leben geht. Aber das wird jetzt besser. Ach und eigentlich wollte ich auch davon schreiben, warum ich derzeit ein großes Problem habe, nämlich, dass ich keine analogen Arbeiten habe, aber das habe ich jetzt vergessen. Auch egal. Derzeit hänge ich mich relativ intensiv in die Vorbereitungen zur Erstellung einer Mappe, die mich dazu bringen wird, ab nächstes Jahr an der HAW eingeschrieben zu sein. Das wäre doch gelacht. Hoffentlich.
Genug von mir. Und bei euch so?

Es gab da mal dieses Projekt von Freunden und mir. meuterei! nannte es sich. Die ganze – nicht so unspannende – Geschichte werde ich bezeiten vermutlich mal niederschreiben. Wie auch immer.
Es war eine Zeitschrift mit allerlei Texten, Layout von mir. Einige kennen und kauften sie hier sogar vielleicht. Aktuelle Situation ist: Die meuterei! ist tot. Sie röchelt noch, aber dem bereiten wir gerade, vermutlich, ein Ende. Geröchelt wird nicht, es wird nur gebrüllt.
Also wollen wir wieder brüllen. Da unser Absatzmarkt aber leider mehr oder minder weggebrochen ist, frage ich mich, wie erfolgsversprechend es wäre, ein Printprodukt über das Internet, anfangs in erster Linie über diesen Blog zu vertreiben.
Jetzt mal unabhängig von Inhalt und Preis (der vermutlich mehr als fair sein wird), würde mich sehr interessieren, ob ihr, meine Leser, dazu bereit wärt eine Zeitschrift zu kaufen, die irgendein Team von Menschen in meinem Alter publiziert. So eine Sache muss sich ja irgendwie auch finanzieren.
Über Kommentare und/oder Gedanken zum Thema würde ich mich tatsächlich ziemlich freuen. Irgendwie liegt mir beeindruckend viel an der Sache. Weil ich weiß, dass sie gut werden würde.
Update: Weil die Frage in den Kommentaren oft kommt: Also der Inhalt wird für junge Menschen interessant sein. Mehr kann ich noch nicht sagen. Aber es wird kein Fachmagazin für ein bestimmtes Thema, sondern eine Breite Themenvielfalt abdecken, die jeden irgendwie interessiert.
Ich bin der Überzeugung, dass man als Arbeitnehmer erheblich mehr Urlaubnehmer sein sollte. Darum guck ich mir in naher Ferne mal die Türkei an. Deswegen.
Ich wurde von ein paar Leuten gefragt, ob ich das alles nicht ein bisschen albern und übertrieben fände. Immerhin sei ein Cintiq absolute Profi-Hardware und für meine Zwecke würde das Intuos doch lange reichen. Eigentlich müsste ich mich natürlich nicht rechtfertigen. Eigentlich rechtfertige ich mich auch ungerne, vor allem, wenn es um Dinge geht, von denen ich weiß, dass ich recht habe und der Rest der Welt unrecht (das ist übrigens meistens so.)
Ich kann nachvollziehen, was und wie es diese Personen meinen. Aber, um mich selbst nochmal zu vergewissern, werde ich jetzt meine Meinung zu diesen Dingen kundgeben: Nein! Es ist ganz genau richtig so. Mal davon abgesehen, dass dieses Ding unverschämt teuer ist, ist es einfach eine grandiose Freude mit ihm zu zeichnen. Und warum sollte ein Stümper wie ich keinen Spaß daran haben? Mal ganz davon abgesehen, dass ich, wenn man sich mal den Kram, den ich vor einem Jahr gemacht habe (Stichwort: Adventskalender 2007) ansieht, noch einiges vor habe.
Ich bin nicht der Meinung, dass man, mit teureren Arbeitsgeräten direkt bessere Arbeit abliefert. Diejenigen von euch, die Ahnung von Fotografie haben, wissen, was ich meine. Man kann auch mit den teuersten Gehäusen und dicksten Objektiven beschissene Bilder machen.
Trotz allem hatte ich diverse Bedenken, ob das Teil wirklich groß genug ist, ob man nicht irgendwann genervt ist, blabla. Allerdings hat Jojo, den ich deswegen fragte, mich meiner Bedenken beraubt.
Und ganz nebenbei freue ich mich immer furchtbar, wenn ich mir irgendwelches technisches Spielzeug kaufe.
Und das wird, vermutlich, nächste Woche der Fall sein. Amen.
An dieser Stelle noch mal vielen allerherzlichsten Dank an alle, die mitgeholfen haben den Balken rechts zu füllen. Es ist jetzt natürlich noch nicht zu spät um trotzdem noch einen Teil dazu beizutragen.
Und als Anreiz, und um zu zeigen, dass der Adventskalender für dieses Jahr wirklich in Arbeit ist, hier ein Foto einer schnellen Skizze eines Panels von einem der Tage. Geiler Satzbau olé. Den ganzen Beitrag lesen »

Hallo ihr Menschen vom Sleaze-Magazin,
ich weiß nicht, wie ich zu der Ehre komme, dass ihr mir eine Ausgabe zuschickt, vor allem, weil ich gar nicht danach gefragt habe. Ich weiß auch nicht, was ihr euch davon erwartet, aber irgendwie finde ich es gut. Also die Tatsache, dass ihr schickt.
Soso, “Trash mit Substanz”…, well irgendwie cool. Das Cover finde ich auch total gut. Sehr sogar. Und den Rest der Zeitschrift verstehe ich einfach nicht. Aber das finde ich auch irgendwie gut. Es geht um Zombies, Comics, Spiele, Musik und irgendwie alles mögliche. Nur das Layout ist innen meist kacke.
Eigentlich erwähne ich das hier nur, weil ich im Sleaze, das ich gerade aus dem Briefkasten (eigentlich lag es obendrauf) fischte, diverse Parallelen zu einem Projekt sehe, das Sophia und ich uns für 2009/2010 vorgenommen haben. Vermutlich wird es meuterei! heißen. Vermutlich wird es geil.
So. Und solange ich nicht weiß, was ihr von mir wollt, verlinke ich euch auch nicht. Ha!
Als da wären: Wurst, Wurst, Toast, Nutella (
), Batterien, 4GB USB-Stick (ich hatte tatsächlich keinen), eine Kopie der meuterei!, aus einem Copyshop (7,30€
), eine Ausgabe der Komma (allerdings für umsonst) und eine neue Maus, weil meine MX500 (retro!) den Geist aufgab.