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Wie unterhalte ich mich mit Leuten, die ich nicht kenne?

Da ich als Publizist auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen habe, greife ich an dieser Stelle eine Suchanfrage auf, die offenbar einer Antwort bedarf. Wie unterhält man sich also mit unbekannten Menschen?

Mein genereller Rat wäre: Gar nicht. Zumindest nicht, wenn man kein großes Interesse an sozialen Kontakten und einem intakten Leben hat. Gespräche mit Menschen ziehen unangenehm häufig Probleme nach sich. Vielleicht findet man sich sympathisch, passt kurz nicht auf und findet sich in einer Ehe mit dem kürzlich noch fremden Gesprächspartner wieder, hat drei Kinder und einen fetten Kredit am Arsch.

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Begeisterungsfähigkeit

Selbstreflektion ist nicht schlecht. Vermutlich wird es diverse Trolle geben, die mir jede Fähigkeit der Selbstreflektion absprechen, aber denen kann ich gerade nur müde zulächeln. So vor mich hin selbstreflektierend denke ich also darüber nach, was mir an Menschen gefällt, wann ich die Anwesenheit einer Person als angenehm empfinde und wann als störend und verzichtenswert. Natürlich gibt es dafür unzählige Faktoren, aber es gibt einen, der vielleicht oft unterschätzt wird. Die Begeisterungsfähigkeit der Person.

Damit meine ich nicht die Fähigkeit irgendwas gut zu finden. Beispielsweise ist jeder froh und begeistert, wenn er ein neues Auto, ein neues goldenes Diadem oder einen Haufen Goldbarren geschenkt bekommt. Das, was ich meine, ist subtiler, sympathischer, weniger materiell, obwohl es das auch sein kann. Es ist nicht die Begeisterung für Besitz, sondern das drumherum. Ich finde es schön, wenn jemand fünf Stunden lang kleine Plastikfiguren anmalen kann und einem dann begeistert davon erzählt, dass es ihm Spaß macht. Es ist nicht das normale “irgendwas mögen” sondern eine anhaltende Begeisterung für eine Sache. Mein Interesse an Blumen ist wirklich nicht sehr ausgeprägt. Wenn mir dann aber ein Mädchen mit strahlenden Augen davon erzählt, dass sie dieses und jenes Gestrüpp gepflanzt hat und es ganz wunderbar gedeiht? Finde ich super, tatsächlich freue ich mich dann für die Person, dass sie sich daran erfreuen kann.

Am schlimmsten ist Neutralität. Menschen die die Fresse nicht aufbekommen, ihre Meinung nicht äußern wollen. Aus welchen Gründen auch immer. Ich möchte nicht abstreiten, dass es Momente gibt, an denen man keine Meinung hat, aber als normalintelligenter Mensch denkt man automatisch über Dinge nach. Und wenn nicht, sollte man es auf jeden Fall dringlichst tun. Es ist anstrengend, sich mit jemandem zu unterhalten, dem alles egal ist. Wenn ich mich unterhalte, dann will ich, dass mein Gegenüber etwas zu sagen hat, eine Meinung vertritt, seine Meinung vertritt. Die kann vollkommen von meiner Abweichen, das ist okay. Aber er soll eine haben. Wenn diese dann auch noch irgendwie argumentiert werden kann, ist es natürlich noch besser, aber man kann nicht alles haben.
Das hat nun nicht direkt etwas mit Begeisterungsfähigkeit zu tun, wenn ich aber eine Person kennenlerne und sie sich weder für etwas begeistern kann, was vergleichbar ist mit dem, was ich oben beschrieb, noch irgendwelche Meinungen zu Themen hat, dann verliere ich ungemein schnell das interesse an eben dieser. Vielleicht klingt es nicht nett, allerdings sollte langsam durchgesickert sein, dass mein Menschenbild auch nicht das rosigste ist. Personen die sich nicht für etwas begeistern können und keinerlei Interessen und Meinungen haben, sind flach. Flach, langweilig und uninteressant. Für mich zumindest.

Es muss kein Hobby sein für das man sich begeistert, es reicht mir schon, wenn man der Meinung sein kann, dass irgendein Song so unglaublich fantastisch ist, dass jeder, wirklich jeder ihn hören sollte, weil er das Leben verbessert. Oder dass die Arbeiten irgendeines Regisseurs so toll sind, dass man alles von ihm gesehen haben sollte. Das muss nicht für jeden die Wahrhei sein, aber dass man Sachen im Leben hat, für die man sich absolut begeistern kann, ist ungemein wichtig. Glaube ich. Ich kann mich für Menschen begeistern, die sich begeistern können.

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Blogautoren, die selbst nicht wissen, was sie damit ausdrücken wollten.

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Wir haben einen Podcast gemacht.

Sechstausend Menschen haben wir gefragt: Was fehlt Ihnen noch im Internet? Die Topantwort: Ein Podcast mit Jan, Philipp, Martin und Marcel Wichmann (das bin ich).

Hamburg liefert. Nachricht Eins. Folge Eins.

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Wer hat schon Blink-Masern

Ich weiß nicht mehr, wie wir ursprünglich auf das Thema kamen, aber irgendwie unterhielten Julia und ich uns über die Bücher unserer Jugend. Nämlich die (die Bücher, nicht die Jugend), die uns am besten in Erinnerung geblieben sind und die wir somit sozusagen als Lieblingsbücher unserer frühen Lesekarriere einstufen würden. Für mich war das ein relativ großer Vergangenheitsdurchbruch, weil ich bis zu dem Zeitpunkt vergessen hatte, dass genau so ein Buch für mich existiert. Ich hatte das so sehr vergessen, dass mir nichtmal der Titel mehr einfiel. Geschweige denn der Autor.
Twitter grob mit der Story, an die ich mich noch gut erinnerte, weil es eben ein Buch war, das sich offenbar stark in mein Hirn brannte, brachte nichts, niemand hatte eine Ahnung und alle brabbelten irgendwas vom Sams. Papperlapapp. Ein paar hundert Google-Suchen später hatte ich Titel und Autoren, allerdings keine Möglichkeit es zu kaufen gefunden.

Irgendwo auf elterlichen Dachböden müsste das Buch noch herumliegen, aber die Wahrscheinlichkeit es zu finden geht eher gegen null. Bevor ich es also erneut vergesse und potentielle Kinder meinerseits somit niemals in den Genuss dieses fantastischen Buches kommen können, entschloss ich es erneut zu kaufen. Kann ja nicht so schwer sein. Wie auch immer, ich fand keine Möglichkeit, aber das Juliamädchen trieb ein Online-Antiquariat auf, das offenbar genau ein Exemplar des Buches zu bieten hatte. Bestellt, gehofft, vorhin erhalten. Liebe.

Mich verbindet überraschend viel mit dem Schinken. In erster Linie die Story, die total beknackt und darum unbeschreiblich großartig ist. Ein Junge bekommt blinkende Masern, geht zum Arzt, trifft im Wartezimmer einen russischen Spion mit Funkgerät im Schuh, der ihn auf ein Schiff entführt. Im Laufe der Geschichte landet er noch in der Arktis und trifft die Kapelle der Titanic und schwebt irgendwann mit einem Fahrstuhl durch den Weltraum. Es ist großartig, nicht mehr und nicht weniger.

Außerdem war es das Buch, mit dem ich den zweiten Wettbewerb gegen andere Menschen meines Lebens gewann. Der erste war ein Malwettbewerb im Schwarzwald, an dem ich mit fünf oder sechs teilnahm, aber disqualifiziert wurde, weil die Jury nicht glaubte, dass ich das Bild ohne Hilfe erstellt habe. Ich bekam daher einen Trostpreis, ein Mikadospiel. Allerdings war die Gewissheit zu gut für den Laden zu sein mehr wert, als der eigentliche erste Preis, ein Brettspiel. :zzz

Der zweite Wettbewerb war mit sieben Jahren, ein Vorlesewettbewerb in der Grundschule, an dem ich mehr oder minder unvorbereitet teilnahm, dieses Buch in Auszügen vorlas und gewann.
Es ist beeindruckend inwiefern man durch Dinge in der Kindheit beeinflusst wird und wie stark Kleinigkeiten, die vielleicht zu dem Zeitpunkt als nichtig angesehen werden, ganze Leben beeinflussen können. Mir ging es so, Julia ging es so und vermutlich geht es jedem anderen auch so. Und wäre das hier nicht dieser Blog, würde hier die Frage nach euren :f1 Lieblingsbüchern :f2 der Jugend stehen. Aber da ich sowas nicht frage, steht es euch vollkommen offen, ob ihr darauf antwortet.

Ich freue mich. :juhu

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Unyousual.

Profanfotografie wider Willen.
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Coffer.

Heute erhielt ich diesen Koffer. Wär mein Leben Pulp Fiction, würde ich aus Cliffhangergründen nicht verraten können, was sich in ihm befindet, aber mein Leben ist eher ein anderer Film, ohne Cliffhanger. Erklärt sich ja von selbst. Was rede ich da? Auf jeden Fall twitterte und twitpicte ich vor zwei Wochen so vor mich hin, Zeichnungen zum Beispiel, Hamburger Freund und Kupferstecher Claudius von Zwogee sahs, fragte mich, ob ich Verwendung für Folgendes hätte, weil er es in gute Hände abgeben möchte und ich freue mich sehr. Danke! <3

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