





»Guten Tag, ich brauche ein groooßes Messer um groooße Tiere zu töten.«
Schlagartig herrschte Stille in dem Laden, den ich mit diesen Worten betrat. Die drei Frauen, die sich vorher noch angeregt unterhielten, schauten mich entgeistert an.
Ich wollte mir ein Messer kaufen. Sowas braucht man nunmal als männliches Mitglied (welch Zweideutigkeit) unserer Rasse. Einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen. Naja, das kennt man doch. Aber wie soll man das alles (okay, den dritten Punkt vielleicht mal ausgenommen) ohne vernünftiges Werkzeug machen?
Darum beschloss ich schon vor geraumer Zeit mir eben dieses Werkzeug zuzulegen. Und was wäre da nicht ureigener als eine Klinge, befestigt an einem Handstück. Allerdings nicht so ein Mumu-Schweizer-Taschenkindermesser. Ich brauche keine Q-Tipps an meinem Taschenmesser, keinen Flaschen- und Dosenöffner, und erst recht keine Pinzette. Das lässt sich alles auch auf männlichere Art mit einer vernünftigen Klinge erreichen!

»Nun, ein Taschenmesser tut es auch.« Erleichterung. Die beiden Frauen die nur für ihr Privatgespräch mit der Verkäuferin im Waffenladen standen verzogen sich in hintere Bereiche des Geschäfts.
Die Verkäuferin, welche mir ein paar Messer zeigen sollte, reichte mir diese mit spitzen Fingern und dem Kommentar, dass sie Angst vor diesen Teilen habe. Falscher Job, Fräulein.
Letztendlich fiel meine Entscheidung auf ein handliches Exemplar mit einigermaßen gutem Aussehen. Die Messer die besser aussahen kosteten entweder 200€ oder hätten in einem extra Rucksack mit sich herumgetragen werden müssen.
Ich hab ein Messer. Harhar.
Und beim nächsten Mal erzähle ich euch von Kirsten und beschmierten Emobrötchen.