Als ich gerade nach einem langen Schultag nach Hause kam, die Tür aufschloss, meine Sachen ablegte und in die Küche ging, lag auf meinem Platz ein riesengroßer Haufen Post für mich.
Darunter war ein Brief auf dem ein rot/gelbes, mit Tribals verziertes “HAPPY BIRTHDAY” abgedruckt ist.
Meine Reaktion: “:juhu”
Etwas kleiner darüber ist das Logo der Bundeswehr und der Bundeswehrschriftzug.
Meine Reaktion: “:was”
Nachdem einige meiner Freunde ihren Bescheid zur Musterung vor wenigen Wochen bekommen haben, dachte ich, dass meiner nun auch auf dem Tisch liegt. Ironischerweise mit einem Glückwunsch verziert.
Schluchzend und zitternd öffnete ich den Brief und las mir 15 Zeilen Text durch. Sie waren eingerahmt von gelb/roten Tribals, was den Eindruck nochmal verschlimmerte. Es war “lässig” geschrieben und begann mit Glückwünschen zu meinem Siebzehnten. Danach ging allerdings direkt die Eigenwerbung los.
Obwohl Du durch unsere Infos schon einiges über die Bundeswehr weißt, geht doch nichts über den eigenen Eindruck.
Infos? Habe ich was verpasst? Nimmt der Laden an, dass ich mich selbst über sie Informiert habe, oder habe ich einfach die Infobroschüren die mir vorher zugeschickt wurden nicht erhalten?
Deshalb unser Angebot: Füll’ einfach die beiliegende Karte aus, schick sie an uns zurück, und Du nimmst automatisch an unserer Verlosung “Truppe live erleben” teil.
Bei einer Reise zu Heer, Luftwaffe oder Marine kannst Du zusammen mit anderen Jugendlichen dann Soldaten und Truppe hautnah erleben.
Na, das klingt doch wirklich verlockend! Truppe live! Vermutlich werde ich diese Reise nicht antreten. Bisher hatte ich wirklich nicht den Drang Truppe und Soldaten hautnah zu erleben. 
Interessant finde ich aber wie durch die Verkürzung der Verben ein ansprechender Sprachstil erzeugt werden soll. Authentischer hätte ich es gefunden, wenn dieser Brief in wunderbarem Bürokratendeutsch verfasst worden wäre.
