Sie, weiblich, rund 21 Jahre alt, Dreadlocks und Unterlippenpiercing, springt mir in den Weg und reicht mir ihre Hand.
»Hallo, kommst du aus Hamburg?«
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»Jau, seit kurzem.«
[…]
»Kennst du die AWO? Oder das Logo? Oder so?«
»Äh, jah?«
»Wenn du zwei Minuten Zeit hast, erzähle ich dir was darüber.«
»Hmnee. Ich mag nicht.«
»Ach Mensch, komm schon. Das ist interessant!«
»Aber ich habe weder Interesse, noch Zeit, noch Lust.«
»Kein Interesse daran, Menschen zu helfen?«
»Ganz schön asozial, was?«
»Hm…«
»Einen schönen Tag wünsche ich noch. Tschö.«
Gerade rief eine Dame aus dem Vodafone Call-Center an. Ich spreche eigentlich recht gerne mit Menschen aus Call-Centern, weil es mich nichts kostet, diejenigen an der anderen Seite der Leitung etwas von mir wollen, und dementsprechend freundlich sein müssen und man ja nie weiß, was so passieren kann.
Eben so eine Dame rief also gerade an. “Spreche ich da mit Marcel Wichmann?” “Jau!” “Das ist ja toll, dass ich sie persönlich erreiche.” Nungut, dachte ich mir, wer sollte auch sonst an mein Handy gehen? Sie redete also 3 Minuten davon, dass ich ja derzeit eine Prepaid Karte habe, dies und das pro telefonierte Minute bezahle (das wusste ich selbst gar nicht, ist mir aber auch wurst, weil ich das Handy eh sehr selten benutze) und das sie diejenige ist, die mein Leben viel besser machen kann.
So fragte sie mich, wie oft ich meine Karte im Monat aufladen würde. “Naja.. also im Monat ist gut… vielleicht alle drei Monate?” Schweigen. “Alle drei Monate? Das ist aber selten.” “Jah… wenn sie das sagen, ich brauche es halt nicht öfter.
” Kurz, ohne zu Lügen, aus dem Konzept geschleudert. Hier merkte sie nämlich, dass ihr Angebot, rein rechnerisch, keinen Sinn mehr macht. Nach dieser kurzen Schrecksekunde rappelte sie sich aber auf und bot mir trotzdem folgendes an: Für nur 9,99€ im Monat soundso viele Frei-SMS, kostenlos in irgendwelche Netze und sowieso.
Daraufhin erwähnte ich, dass es doch irgendwie gar keinen Sinn ergibt und ich dementsprechend dieses Angebot wohl nicht annehmen werde. Sie reagierte ein bisschen trotzig, erzählte mir, dass man doch, wenn man etwas billiger haben könnte, das Angebot annehmen sollte. Auf diese Sinnlosigkeit ging ich nicht weiter ein, ich bot ihr stattdessen folgendes an:
“Sehen sie, wir machen das so: Sie nehmen das neue iPhone bei sich auf, und ich schließe einen 30€-iPhone-Vertrag bei ihnen ab!”
“Herr Wichmann, auch bei der Telekom gibt es keinen 30€-iPhone-Vertrag, da muss ich sie enttäuschen, der kostet 50€ im Monat.”
“Naja… doch den gibt es. Es gibt sogar drei unterschiedliche Verträge, der günstigste davon für 29 Euro Nochwas.”
“Aber…”
“Nee, vertrauen sie mir, ich habe Recht.”
Daraufhin erwähnte ich nochmal, dass ich ihr Angebot dementsprechend nicht annehmen werde, sie wünschte mir noch einen schönen Tag, ich ihr auch, und mein 4:34 Minuten Gespräch war vorbei.
Langweilig? Mir doch egal.



