Millimeter & Gigabyte

Damals™, als ich noch in Hamburg wohnte und mich an meine erste eigene Wohnung gewöhnte, in der ich wirklich allein wohnte, dachte ich das erste Mal ernsthaft darüber nach vielleicht eine Katze als Lebensbegleitung zu wollen.

Am Ende gab es verschiedenste Gründe warum daraus nichts wurde. Einer der größten vermutlich, dass ich jemand bin, der Dinge gerne ganz oder gar nicht macht. Ein Haustier muss also perfekt vorbereitet und dann durchgezogen werden. Erziehung, Wohnungsoptimierung, eigener mentaler Zustand, absolute Bereitschaft andere Dinge im Leben zu opfern um dem Tier ein gutes Leben zu bieten.

Das ist auch eine Art Perfektionismus, die einerseits hilfreich, andererseits völlig blockierend ist. Darum dauerte es bis letzte Woche Samstag, bis tatsächlich passierte, was ich mir eigentlich schon seit Ewigkeiten wünschte. Meine Freundin und ich wohnen jetzt nicht mehr alleine in unserer Wohnung, sondern haben zwei Mitbewohnerinnen: Millimeter und Gigabyte.

Millimeter

Gigabyte

Ich hatte eigentlich erwartet, dass die beiden die ersten Tage ganz verschüchtert unter dem Sofa verbringen werden. Neue Umgebung, neue Menschen, neues Leben. Das kann schon belastend sein.

Stattdessen öffnete ich die Transportbox und Gigabyte (die Entdeckerin der beiden) trottete heraus und fing an sich alles ganz genau anzusehen. Ecke für Ecke, Raum für Raum, wurde alles beschnüffelt, betastet und ausprobiert. Millimeter immer im Schlepptau, die, so merkten wir seitdem, zwar etwas wilder spielt, aber eher Mitläuferin als Anführerin ist.

Das lief überraschend gut. Die beiden eierten durch die Wohnung, versuchten in Ecken zu gelangen,von denen wir wirklich nicht wollten, dass sie dahin kommen (hinter dem Kühlschrank und der Waschmaschine, Orte an denen sie potentiell stecken bleiben könnten ohne, dass wir sie ohne Probleme wieder herausholen können) und wir stopften diese Ecken mit Dingen, die gerade so herumlagen.

Am selben Tag entdeckten und verstanden sie die Katzenklos, wo ihr Futter und Trinken stehen. Gigabyte ließ sich zwischendurch auch mal streicheln, war aber noch etwas zögerlich. Millimeter hingegen floss wie Wasser durch unsere Hände und wollte am liebsten gar nicht berührt werden.


Am Abend allerdings, als ich auf dem Sofa herumlag, kamen beide langsam angedackelt, legten sich zu mir und nutzten meine bedaumten Hände um einige Streicheleinheiten abzugreifen. Tag 1 lief erheblich besser als gedacht.

Die nächsten Tage wurden nur noch besser. Alle wurden zutraulicher, Gesichter wurden geleckt, Stammplätze gefunden und entwickelt.

Jetzt, nach nur dieser einen Woche, möchte ich die beiden gar nicht mehr missen. Gigabyte, die entdeckt hat, dass sie mir noch näher sein kann, wenn sie sich am Schreibtisch hinter mich zwischen Stuhllehne und Rücken legen kann, Millimeter, die zwar noch immer manchmal eine gewisse Distanz wahrt, aber manchmal dann doch gerne etwas gekrault werden möchte und angetappst kommt. So süß.

Wenn ihr die beiden in Bewegt sehen wollt, folgt mir gerne auf Instagram. Auf meinem Profil ist ein Highlight der letzten Tage und in meiner Story gibt es täglich neue Abenteuer von Millimeter und Gigabyte.

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