Wie man in 2018 einen erfolgreichen Blog führt

Mein Mai war ein sehr erfolgreicher Monat. Ich wurde 29, womit ich mit 3 nie gerechnet hätte und außerdem schrieb ich so viele Blogposts, dass die gesamte erste Seite und ein Teil der zweiten aktuell aus frischen Beiträgen besteht. Das gab es seit langer Zeit nicht mehr.

Ich, ein farbenfrohes T-Shirt tragend und eine der Krücken meiner Freundin festhaltend, auf einer Bank in Berlin auf eine Tram wartend.

Mit diesem Erfolg als Grundlage, dachte ich mir, dass es an der Zeit ist, meine Blog-Autor-Weisheit mit anderen Leuten zu teilen, die vielleicht einen Anstoß brauchen und nicht wissen, was für Tricks und Kniffe man in 2018 anwenden muss um noch erfolgreich in der, Achtung, ein ausgestorbenes Wort, Blogosphäre zu werden.

Hier also meine Top 5 Liste von Tricks zum Führen eines erfolgreichen Blogs.

  1. Legt euch einen Blog an. WordPress, Tumblr, Medium, völlig egal, Hauptsache es hat ein Textfeld, das eure Beiträge freudig empfängt und einen “Veröffentlichen” Button, der sie mit der Welt teilt.
  2. Stop giving a fuck.
  3. Stop giving a fuck.
  4. Stop giving a fuck.
  5. Stop giving a fuck.

Ganz im Ernst. Damals™, als die Welt noch farbenfroher und das Internet weniger professionalisiert war, funktionierten Blogs, weil Leute einfach Spaß hatten. Dann fingen alle an zu denken, dass sie mit ihrem Hobby Geld verdienen müssen und Werbeanzeigen und sponsored Posts in ihren Blogs unterzubringen. Das zog so langsam, aber sicher, das Leben und die Freude aus Blogs. (Mal von Twitter und Instagram abgesehen, die auch eine Rolle spielen.)

Ich brauchte Jahre, bis ich mir diese Freude wieder antrainieren konnte. Mir ist alles egal, was diesen Blog hier angeht. Ich habe keine Kommentare mehr, ich habe kein Tracking mehr, ich habe keine wirklichen Kategorien, kein Endgame, keine aktive Leserschaft, die auf neue Posts wartet. Was ich aber habe: Lust ein paar meiner Gedanken in Textform einigermaßen unterhaltsam aufzubereiten, falls sie jemand lesen möchte.

Alles, was mich über Jahre davon abhielt Beiträge zu schreiben habe ich aktiv entfernt. Mein Anspruch an visuell hochwertige Posts, mit einem coolen Bild? Nope, ist weg. Wenn ich nur einen Text, aber kein Foto habe, gibt es halt kein Foto. I don’t give a fuck. Mein Anspruch an Texte zu Themen, die neu und von anderen unbehandelt sind? Nope, ich schreibe einfach meine Meinung und die wird schon für irgendjemanden neu sein. Wenn nicht, who cares, I don’t give a fuck. Kommentare? Einerseits wünsche ich mir die gute, alte Zeit zurück, in der es tatsächliche gut gemeinte Gespräche in Kommentarbereichen gab, aber LOL, es ist 2018, Kommentarbereiche gehören überall verbrannt, aus denen kann man kein Glück mehr ziehen. Ich freue mich also über jede Reaktion auf Twitter zu irgendwelchen Blogposts, erwarte aber nichts. Das ist wie mit Geschenken, man gibt sie, weil man sie geben möchte, nicht weil man eine Reaktion erwartet. Ich schenke euch meine Beiträge, weil ich ein gütiger Herrscher bin. Nein, nein, ihr müsst euch nicht verbeugen.

Auch meinen generellen Qualitätsanspruch an Beiträge musste ich runterschrauben. Posts dürfen dumm sein. Nein, es bringt mir weder eine Kooperation mit Porsche, noch einen Pulitzer, wenn ich einen Beitrag über Tiefkühlpizza schreibe (aber hoffentlich eine mit Dr. Oetker), aber es bringt mir Freude. Wenn mir morgen ein 5-zeiliges Limerick einfällt, werde ich auch das hier veröffentlichen. Die Messlatte für Qualität muss nicht erreicht werden, weil es keine Messlatte geben muss. Für wen? Genau. Habe ich diesen Blogpost im Bezug auf Tippfehler und Zeichensetzung probegelesen? LOL, nein. Natürlich nicht. Ich habe ihn gerade erst geschrieben und werde ihn direkt danach veröffentlichen. Probelesen würde mir keine Freude bereiten und ich denke, dass er gut genug ist. Was, wenn die Tippfehler jemanden davon abhalten diesen und künftige Posts zu lesen? Bekomme ich nicht mit, habe keine Statistiken. Ha! I don’t give a fuck.

Hier ist eure Hausaufgabe: Schreibt einen Blogpost zu irgendeinem Thema, das euch privat interessiert und schickt ihn mir auf Twitter. Das würde mich freuen.

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