Bouldern bis der Arzt kommt

Abgesehen vom Wechsel von zuckerlastigen Koffeingetränken auf zuckerlosere, beinhaltet mein Quest auf der Suche nach dem Beachbody for life auch herauszufinden, welche Sportarten mir gefallen könnten. Ich gehe zwar noch immer drei Mal die Woche ins Fitnessstudio, aber das ganze basiert ausschließlich auf Willensstärke, nicht auf Spaß. Eine Art und Weise mit Situationen umzugehen, auf der man vielleicht nicht alle Aspekte seines Lebens aufbauen sollte. Aber es funktioniert.

Auf meiner, wirklich kurzen, Liste von Sportarten, die ich mal testen wollte, stand auch schon lange Bouldern. Martin schenkte mir vor einem Jahr einen Gutschein für eine Boulderhalle in Berlin. Samstag entschieden meine Freundin und ich das Experiment Bouldern endlich anzugehen und begaben uns auf den Weg nach Sonstwo. Die Halle war ungefähr 40 Minuten von unserer Wohnung entfernt, weil in Berlin einfach nie irgendwas in vernünftigen Zeiteinheiten erreichbar ist. In Hamburg: 15 Minuten zu jedem Ort, so im Schnitt, 20-30 Minuten für wirklich weite Strecken. In Berlin: 40 Minuten. Punkt. Immer. Egal wohin. Kurz zum Späti an der Ecke? 40 Minuten, weil spontane Bombenentschärfung! Immer.

Wir machten also einen Schnupperkurs und erfuhren viel über die Theorie des Boulderns, aber auch über uns selbst. Zum Beispiel habe ich über mich gelernt, dass Bouldern in mir absolut keinen Ehrgeiz weckt. Alle gelben und blauen Strecken habe ich ohne weitere Probleme gemeistert. Die eine blaue, die für mich nicht funktionierte, hat absolut kein Verlangen in mir geweckt, sie durch Training und Anstrengung irgendwann schaffen zu können. Das ist vielleicht nicht die beste Voraussetzung um Bouldern künftig zu meinem Sport-BAE zu machen. Vielleicht sollte ich dem aber auch mehr als eine einzige Chance geben.

Ist aber auch alles total egal. Kurz vor Ende landete meine Freundin unglücklich auf ihrem Knöchel, alles schwoll fürchterlich an, wir begaben uns intensiv humpelnd und kühlend in ein Taxi, das uns in das nächste Krankenhaus fuhr und hingen dann vier Stunden dort ab. Ergebnis: Bänderriss. Sechs Wochen Gips, tägliche Anti-Thrombose-Spritzen, die in meiner Verantwortung liegen werden und eine stark beeinträchtigte Mobilität.

Dementsprechend, hier meine objektiv subjektive Review.
Unser erstes Mal Bouldern: ★☆☆☆☆

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