Ich habe eine Meinung zum aktuellen Stand des Marvel Cinematic Universe

Irgendwann in den letzten fünf Jahren hat Marvel mich als Zuschauer sowohl verloren, als auch wiedergewonnen. Ich weiß nicht genug darüber, wie man über 10 Jahre eine ewig lange Reihe von aufeinander aufbauenden, aber auch alleine funktionierenden Filmen konzipiert und kann daher nicht beurteilen, ob es Absicht, oder Zufall war. So oder so: Es gefällt mir.

Als ich an dem Punkt ankam, dass ich wirklich keine Lust mehr auf weitere Marvel-Filme hatte, schaute ich gerade Thor: The Dark World und ich hatte das Gefühl, dass ich zwar noch den einzelnen Filmen, aber nicht mehr der größeren Storyline folgen konnte. Thor gefiel mir außerdem als Held damals nicht wirklich und ich hatte das Gefühl, dass alle Filme der gleichen Struktur folgten. Ergebnis war, dass ich meinen Frieden damit schloss, die Filme künftig nur noch zu schauen, wenn mich einer explizit interessiert, aber alle Versuche aufgebe die große Geschichte zu verstehen und zu verfolgen.

Dann ging alles irgendwie ganz schnell und einige der darauf folgenden Filme haben mich neu gefesselt und gestern schaute ich, als das Ende einer langen Zeit voller Vorfreude, Avengers: Infinity War in der 23 Uhr Vorstellung im IMAX und habe jede Sekunde genossen.

In den Monaten davor habe ich mir die Zeit genommen einige Filme nachzuholen, die mich vor meinem Infinity War Hype nicht genug interessierten. Doctor Strange — nicht fantastisch, außerdem bin ich kein großer Fan von Benedict Couscoucumber, aber der Charakter war interessant genug und der Film war visuell toll. Thor: Ragnarok — Schaute ich ebenfalls im IMAX, weil mich der Trailer visuell schon so beeindruckt hat und der Film gefiel mir super. Spider Man: Homecoming — Hat mir überraschend gut gefallen, angenehm locker und kurzweilig. Die Guardians Of The Galaxy Filme muss ich gar nicht erwähnen. Der erste war toll, der zweite war brilliant. Black Panther respektierte ich kulturell, fand ihn stellenweise etwas lang und bin kein Fan von den Fähigkeiten des Heldens, aber mir gefiel die Reihe von Charakteren, die in dem Film eingeführt wurden. (Ich hoffe so sehr, dass seine Schwester irgendwann vielleicht Tony Stark als primärer Badass-Erfinder ablösen wird.)

Film für Film ergab sich damit für mich die übergreifende Story wieder und ich hatte das Gefühl gut gerüstet zu sein. Und was für eine Story es ist! Sobald ich dieses Verständnis wieder gewann, hatte ich allerdings ein schlechtes Gefühl Infinity War gegenüber. Wie könnten die jemals all diese Storylines zusammenbringen? Es gibt Filme die versuchen zwei bis drei verschiedene Geschichten zu erzählen und es endet in einem unansehnlichen Knäuel aus halbgaren Geschichtsfäden. Infinity War hat es aber irgendwie geschafft.

Keine Spoiler, daher werde ich nichts zum Ende, oder den einzelnen Details der Story sagen, aber dieser Film hatte einige der besten Kampfszenen von allen Filmen dieser Art. Jeder Charakter (abgesehen von Black Widow, aber die ist sowieso überflüssig) hat mindestens 1-2 sehenswerte Momente. Alle Handlungsorte funktionieren, gehen nachvollziehbar ineinander über. Es gibt Momente die wirklich(!) witzig waren und Momente, die wirklich(!) Emotional waren. Und obwohl mich Thanos im Trailer nicht überzeugte, schafft der Film zu zeigen, dass er wirklich, wirklich mächtig ist und nicht nur ein mittelmäßig CGI-Bösewicht, der mehr albern als gefährlich wirkt.

Jetzt gerade freue ich mich sogar auf “Ant-Man and The Wasp” und das, obwohl ich den ersten Ant-Man Film mies fand. Den schaute ich übrigens, kleiner Not-So-Fun-Fact am Ende, im Flugzeug auf dem Weg nach Shanghai.

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