Wie einer meiner Kunden die Zeche prellte

Man hört ja immer Geschichten von Freiberuflern, die monatelang einer nicht bezahlten Rechnung hinterherlaufen und an den Rand des finanziellen Abgrundes getrieben werden, weil irgendein Kunde entschieden hat eine Rechnung nicht zahlen zu wollen.

So fing mein Jahr an. So kurz vorm Ende von 2016 habe ich ein Projekt mit einem Kunden (relativ große, deutsche Firma, die in jeder Kleinstadt mindestens eine Filiale hat.) abgeschlossen, der auch sehr zufrieden war. Die Rechnung wurde schnell bezahlt, alle zufrieden, alles super.

Offenbar war der Kunde so zufrieden, dass er dann fragte, ob wir im Dezember/Januar noch ein paar weitere Sachen in die App einbauen könnten, weil sie jetzt entschieden haben, dass das doch noch cooler sein soll, als anfangs geplant. Gar kein Problem, sagte ich, klar, ich arbeite auch ein bisschen zwischen den Jahren.

Mein Ansprechpartner war jemand, der mich durch diesen Blog hier kannte und durch ihn kam ich an diesen Auftrag. Er war auch die einzige Person, mit der ich im Zuge des ersten und zweiten Projektes in Kontakt stand. Mir ist sowas immer ganz lieb. Eine persönliche Bindung und wenig bürokratische Ecken machen das Produkt am Ende meistens besser.

Dann, im Januar, meldete sich diese Person nicht mehr. Eine Woche, zwei Wochen, ein Monat. Ich schrieb 1-2 E-Mails, bekam keine Antwort und fing an zu suchen. Stellte fest, dass mein Ansprechpartner einen privaten Blog führt, auf dem er Bilder seiner Reisen veröffentlichte, auch mit Einträgen aus dem Januar. Beruhigend, zumindest ist ihm nichts passiert.

Was also tun? Insgesamt ging es nicht um eine riesige Rechnung. Ungefähr 1.500 €, wenn ich mich richtig erinnere. Das ist nicht wenig Geld, aber jetzt auch nichts, wofür ich mir einen Anwalt nehme und eine Firma dieser Größe verklage.

Ergebnis: Ich tat nichts. Habe noch 1-2 Nachrichten geschrieben, auch noch Monate später an die private E-Mail Adresse meines Ansprechpartners und erhielt keine Reaktion.

Vermutlich hätte ich… direkt an andere Leute in der Firma schreiben sollen, wie auch immer, ohne andere Ansprechpartner, aber ich war dann mit anderen Projekten beschäftigt und habe es so sein lassen.

Mein Jahr fing also, projekttechnisch, eher schlecht an. Der Rest des Jahres war der Hammer, also alles kein Problem, aber… es war eine Lektion.

Nur für was? Was lerne ich daraus? Eigentlich nur, dass man einen finanziellen Puffer braucht, der solche Sachen kompensiert. Tja.

Gruß an meinen Ansprechpartner bei dieser Firma, falls du diesen Blog hier noch liest. Ich bin nicht böse, nur enttäuscht. ❤️

PS: Wenn jemand ein App- oder Webdesign braucht: mich kann man buchen!

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