Hallo, ich bin Marcel Wichmann, Designer & Konzepter aus Hamburg.

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Antitouchsurfaces.

26. Mai 2011

Tatsächlich interessieren mich irgendwie öffentliche Toiletten. Ich mag es, wenn ich in einer Lokalität aufs Klo gehe und sehe, dass es nicht nur ein abgefuckter Hinterraum ist, bei dem der Kalk von der Wand bröselt und die Schuhe durch Urin am Boden kleben, sondern jemand sich Mühe beim Interieur gegeben hat, das Konzept “Klo” durchdachte und alles irgendwie hygienisch daher kommt.

Allerdings habe ich, obwohl ich mich teilweise durchaus in etwas gehobeneren Lokalitäten herumtrieb (nicht weil ich es wollte, sondern weil es irgendwie dazu kam), noch keine perfekte Toilette gesehen. Mein Problem mit öffentlichen Toiletten, wobei das öffentlich, von dem ich hier spreche, eher semiöffentlich ist, davon ausgehend, dass ich von Restaurants und Bars spreche und nicht die Kaschemmen auf öffentlichen Plätzen, sind die anderen Menschen. Wüsste ich, dass das alles normale Personen sind, die sich ab und zu waschen und deren Handinnenseite nicht giftiger ist, als Gurken aus Spanien, wäre alles gut. Aber das ist nicht so, dafür muss man nur mal U-Bahn fahren.

So. Die Lösung? Man muss nichts anfassen, prinzipiell. Das dümmste sind Pissoirs, deren Spülung durch einen Knopf betätigt werden muss. Generell sind Klospülungen abartig. Erst wischt sich die betreffende Person am Arsch herum, rutscht vielleicht ab und hat die halbe Soße am Arm hängen, und dann drückt sie auf den Knopf, den noch fünftausend andere drücken müssen. Personen also, die vermutlich auch Affen in Käfigen mit Kacke bewerfen, weil sie an die Evolution glauben und denken, dass sie sich mit ihren Vorfahren irgendwie verständigen müssen und ihnen deswegen auch kleine Milben aus dem Fell fischen und diese genüsslich mit ihren zurückgebildeten Eckzähnen zerkauen. Dann springen sie kreischend von Ast zu Ast und…

Moment… also, was ich sagen wollte: Ich will Toiletten, auf denen ich nichts anfassen muss. Keinen Türgriff, keine Spülung, keinen Wasserhahn, kein Trocknungsgerät und erneut keinen Türgriff.

Aus der Reihe “Blogeinträge, die auch ‘Liebes Tagebuch’ als Überschrift gehabt haben könnten’.

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  • Re: Antitouchsurfaces. » der tag und ich:

    [...] Marcel schreibt über Toiletten. Damit kenne ich mich aus, stille Örtchen und vor allem ihre Benutzung gehören wohl durchaus zu meinen Kernkompetenzen. Ich besuchte schon Bedürfnisanstalten verschiedenster Art in allerlei Ländern: Vom Autobahnraststätte in Frankreich, wo man wegen des Loches im Boden zuerst mal „WTF? Eine Dusche!“ denkt, über lettische Doppel-Plumpsklos ohne Trennwand vom Typ „Villeroy und Loch“, bis hin zu slowenischen Bahnhofskneipenklos war da schon alles dabei. Wobei letztere glaube ich auch eine der unangenehmsten Erfahrungen dieser Art war. [...]