UARRR.org Bitte versteht mich als Angriff auf eure Person.

Von Flattr, Facebook und fantastischen Visionen.

Das Problem an Revolutionen ist, dass sie nur funktionieren, wenn alle mitmachen. Oder zumindest ein großer Teil. Gerade passieren einige Dinge im Internet, die durchaus einen revolutionären Ansatz haben. Da wäre einerseits der Facebook Like-Button, der es jetzt jedem ermöglicht alles Mögliche  überall zu mögen. Das beeindruckende an dieser Stelle ist, dass diese Buttons gerade überall auftauchen. Jeder dritte Blog hat ihn, selbst CNN nutzt die neuen Facebook-Features auf ihrer Seite. Es ist auch klug, weil die schnellste Möglichkeit Content viral zu verbreiten. Mir gefällt die Idee.

1. Was, wenn einfach nur mögen nicht reicht?

Auf einen Like-Button klicken, damit zeigen, dass man etwas mag und es gleichzeitig an seine Facebook-Freunde verbreiten ist die eine Sache. Was ist aber, wenn ich etwas so gerne mag, dass ich am liebsten fünfzehn Mal auf den Like-Button klicken, den Autoren umarmen und eine Familie mit ihm gründen möchte? Sprich: Was ist, wenn der Content mir wirklich sehr gefallen hat, er mir sehr geholfen hat,  oder ich denjenigen, der ihn erstellt hat, einfach irgendwie unterstützen möchte? Flattr setzt an diesem Punkt an. Micropayment, furchtbares Business- und Buzzword, aber genau das ist es, worum es hier geht. Am leichtesten ist es verständlich, wenn man sich das Video der Schweden anschaut:

Oder in meinen Worten: Ihr sagt eurem Flattr-Account wieviel Geld ihr im Monat einsetzen möchtet, um Dinge zu mögen. Bei mir ist gerade zwei Euro der Fall. Angenommen jeder Blogbetreiber wird Flattr einsetzen, das würde bedeuten, dass jeder Inhalt einen Flattr-Button bekommt. Wenn ich den neusten Comic von Jojo sehr gerne mag, klicke ich auf den Flattr-Button. Angenommen ich klicke den Rest des Monats keinen dieser Buttons mehr, dann bekommt Jojo am Ende des Monats meine zwei Euro, die ich zuvor festgelegt habe. Ich hätte auch 35€ festlegen können, dann würde Jojo die bekommen.

Bleiben wir aber bei den zwei Euro. Stellen wir uns vor, dass im selben Monat Philipp auch noch einen guten Beitrag schreibt, dann klicke ich wieder auf den Flattr-Button. Das Ergebnis am Ende des Monats ist, dass ein Euro an Jojo, und einer an Philipp geht. Klicke ich im Monat auf 200 Flattr-Buttons, bekommen zweihundert Leute am Ende des Monats einen Cent von mir. Allerdings kann ich auf jeden Button nur ein Mal pro Monat klicken.

2. Konsum, Kommerz, Schwein!

Nein. So ist das. Natürlich kann man sich über Werbung in Blogs beschweren und über das Verkaufen der Seele. Aber was gibt es schöneres, als jemandem etwas Gutes zu tun? Niemand klickt  auf Google Ads, weil er weiß, dass der Blogbetreiber dadurch zwei Cent bekommt. Und niemand klickt wirklich aus Nächstenliebe auf “Like”-Links. Eigentlich klickt man auf die Links, um etwas mit seinen Freunden zu teilen, weil man weiß, dass es direkt ins Facebook-Profil gepostet wird. Aber Anerkennung ist etwas anderes. Und da Geld nunmal durchaus irgendwie eine wichtige Sache in unserer Gesellschaft ist, fügt sich Flattr perfekt in das Konstrukt ein. Ich gebe denjenigen, die Sachen machen, die mir gefallen, oder mir geholfen haben, Geld. Nicht viel, aber etwas. Das ist vollkommen okay, man muss damit nicht reich werden, kann es aber.

3. Die soziale Komponente

Das gute daran, dass da irgendeine Zahl pro Flattr-Nutzung um eins steigt, ist, dass man Ranglisten erzeugen kann. Das heißt also, dass Flattr am Ende auch vergleichbar zu Digg und den sonstigen Bookmark/Like-Diensten ist. Es zeigt nämlich, welche Inhalte von vielen Leuten so sehr gemocht wurden, dass sie sogar bereit waren dafür Geld auszugeben. Oder ihren Kuchen zu teilen. Ihr wisst schon.

4. Alles, was oben vergessen wurde

So ist das nämlich. Ich beobachte Flattr jetzt schon, seitdem es angekündigt wurde, auf der re:publica hat einer der Gründer, die übrigens auch für die Pirate Bay verantwortlich sind (wofür ich sie durchaus heiraten würde), Dinge über Flattr erzählt, was mich wieder daran erinnerte, wie großartig ich die Idee finde. Und darum werde ich jetzt mitmachen. Der Button sieht derzeit noch relativ scheiße aus, darum schmückt er meine Beiträge nur transparent. Ein kleinerer wäre mir lieber. Leider ist Flattr derzeit noch Beta, aber ich würde jedem empfehlen Interesse zu bekunden, sich schon mal anzumelden und später den Kram in seinen Blog zu bauen, ich werde klicken, wenn mir etwas gefällt, versprochen.

Solltet ihr bei euch schon Flattr-Benutzen, könnt ihr hier gerne Bescheid sagen, ich sammel dann mal flattrbare Seiten an dieser Stelle. Und mache hiermit den Anfang: UARRR.orgtalinee.deelektrospanier.de • mac-muc.de querbeet-deluxe • denkding.de • pl0g.de

26. April 2010