Alles geht den Bach hoch.
„Blogs sind tot“ unken die einen, die anderen wenden sich optisch fast vollkommen von der Blogsache ab und satteln auf Magazin um, wieder andere machen derzeit noch genauso weiter, wie vor drei Jahren. Der Hype ist vorbei, sage ich mal so, jetzt zieht nämlich der Alltag in die frische neue deutsche Blogwelt ein.
Was redest du da? Derzeit merke ich verstärkt, dass eigentlich nichts mehr so ist, wie damals, als ich dieses Blogding hier startete. Damals, als es gleichzeitig bestimmt 20 andere Blogs im Dunstkreis gab, die regelmäßig geupdated worden sind, die sich untereinander verlinkten, unterstützen und Stöckchen zuwarfen. Das gibt es nicht mehr, zumindest habe ich das Gefühl, dass es diese Form von Blogs nicht mehr gibt. Viele Blogs sind gestorben. Lukas Ursprungsblog, monstrs.de, startete Anfang 2006 gleichzeitig mit meinem. Anfangs waren wir beide total gut dabei, dann wurde es bei Lukas immer weniger, dann gabs einen Relaunch unter neuem Namen und eigentlich ist der Laden seit anderthalb Jahren mehr oder weniger tot. Manchmal zuckt es noch, das hat er vielen anderen Blogs voraus, die höchstens noch mal ausgekramt werden, um bei irgendwelchen Gewinnspielen mitzumachen.
Und wie siehts jetzt aus? Ich kann das alles natürlich nur aus meiner Sicht beschreiben, aber derzeit ist das Betreiben eines Blogs durchaus irgendwie eine andere Angelegenheit, als vor drei Jahren. Es passiert weniger. Damals gabs jede Woche irgendwas abgefahrenes neues, mit dem man sein Unding treiben konnte. Derzeit ist alles eher behäbig. Kommt mir zumindest so vor.
Außerdem verschiebt sich alles sehr Richtung Twitter. Was viele nicht einsehen wollen, aber es ist logisch. Es ist nämlich so: Die ganzen kleineren, privaten, Blogs lebten von Nichtigkeiten. Davon, dass jemand ein Bild seiner Pizza bloggte und darunter „NOM NOM NOM“ schrieb. Das dauerte minimal fünf Minuten. Bild machen, verkleinern, Blogeintrag dingsen, abschicken. Das schafft man jetzt innerhalb von Sekunden via Twitter und es lesen vermutlich sogar noch mehr Menschen.
Weiterhinmerke ich, dass ich meinen RSS Reader nicht mehr benutze. Seit einem Monat klicke ich fast ausschließlich auf „Mark all as read“. Ich kann mir nicht ganz erklären, warum das so ist, ich weiß auch nicht, ob es anderen ebenso geht. Was ich merkte ist, dass ich mich hauptsächlich auf Twitter verlasse, was das mitbekommen neuer Blogeinträge, Informationen und Whatever angeht.
Und? Seit ein paar Wochen mache ich mir Gedanken darüber, wie es mit meinem Webkram weitergeht. Und ich wollte euch an dieser Stelle kurz mal an meinen Überlegungen teilhaben lassen. Unstrukturiert und wirr, wir immer.
Es gibt noch diverse Projekte, die über kurz oder lang an den Start gehen. Das, von dem ich mir am meisten verspreche, neben diesem Blog hier natürlich, ist hallounbekannt.de. Soweit alles gut geht, sollte das Ding am Samstag, oder Sonntag starten. Weiterhin habe ich das Bedürfnis UARRR.org/blog etwas aufzuhübschen. Ob es ein ganzes Redesign geben wird, kann ich noch nicht sagen, aber es wird besser, auf irgendeine Art und Weise. Insgesamt sind so viele Dinge geplant, dass ich arbeitslos sein müsste, um alles irgendwie zu schaffen.
Was mich derzeit am Internet am meisten fasziniert, sind Fashionblogs. Das ist, aus meiner Sicht, derzeit der aktivste Teil des bloggenden Internet. Es ist unfassbar, wie intensiv die (hauptsächlich) Damen den Netzwerkgedanken vorantreiben, wie sie sich Gegenseitig Ansporn und Inspiration liefern. Sie zicken, schneiden und schleimen. Sie sind lebendig. Was man von uns anderen nicht wirklich behaupten kann.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Wenn Kai zum Beispiel zu seiner „Ein Herz für Blogs“-Aktion aufruft, kommen plötzlich alle aus ihren Löchern gekrochen und verlinken fröhlich untereinander. Das hält dann ganze zwei Tage und danach verfallen alle wieder in ihren lethargischen Grundzustand.
Was das für mich heißt ist relativ klar. Es wird mehr Wahnsinn geben. Mehr Party, mehr Abenteuer, mehr Selbstironie, mehr Awesomeness.
Die Überlegung stehet im Raum eine Co-Autorin mit an Bord zu holen, vielleicht erstmal als Experiment. Außerdem überlege ich, einhergehend damit, in der Fashionbloggerwelt ernsthaft Fuß zu fassen. Auf welche Art auch immer. Weiterhin werde ich mehr Vlogs machen. Youtube bietet ein unglaubliches Potential. Und wenn ich mir ansehe, dass Schminvideos 16.000 Views bekommen, dann sollte doch auch jemanden irgendeinen Spinner dabei zuhören wollen, wie er belanglosen Unsinn redet. Warum auch nicht.
So. Vermutlich sagte ich jetzt vieles, aber irgendwie auch gar nichts. Aber ich habe das Gefühl mich mal geordnet zu haben. Merkt ihr? Ich schreibe längere Texte. Andauernd. Das gab es sonst nie. Alles geht den Bach hoch.
Don’t forget to be awesome.