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googlewave

Selten wartete ich so lange darauf, irgendeinen Service nutzen zu können, wie Google Wave. Nicht, weil ich mich total darauf freute, sondern rein zeitlich. Es gibt nicht unbedingt wenig relevante Services, die eine Einladung erfordern, viele davon unfassbar rar. Da hätten wir fffffound!, für das noch immer Leute Einladungen suchen, ich meine aber schon seit Ewigkeiten habe.

Was ich damit ausdrücken möchte: Dass Wave-Accounts so selten sind, bringt das Internet, also zumindest diesen kleinen Kreis an potentiellen Interessenten, geradezu zum durchdrehen. Sobald jemand das Wort “Wave” in dieses Ding namens “Twitter” brüllt, gibt es ein dutzend Anfragen nach einer Invite.

Dazu: Leute, wie man eigentlich schon wissen sollte, weil es jeder vernünftige, große Blog schon erwähnt hat: Niemand kann jemanden zu Google Wave Einladen. Es funktioniert nicht auf die normale “jemand läd jemand anderes ein, derjenige bekommt eine E-Mail und hat direkt einen Account”-Art-und-Weise, auch wenn das einige einfach nicht einsehen wollen.

Wenn ihr bisher keinen Wave-Account habt, gibt es nur zwei Möglichkeiten einen zu bekommen:
1) Ihr habt euch bei der Google-ichwürdebittegerneWavenutzen-Sache angemeldet und bekommt bei irgendeiner kommenden Einladungswelle einen Account.
2) Einer derjenigen, die direkt von Google eingeladen wurden (Punkt 1) NOMINIERT euch. Hier ist das lustige an der Sache. Nominierungen sind NICHT Einladungen. Nominierungen sind lediglich, wie der Name schon sagt, und, so wie ich euch einschätze, ihr alle von Big Brother kennt, Benennungen von Menschen. Diese werden dann, das ist aber dann auch keine Garantie, in der nächsten, übernächsten, oder wannauchimmer, Einladungwelle von Google angeschrieben und bekommen ihren Account.

So. Ich habe meinen Account, weil eine Person aus Punkt 1) mich nominierte. Dann dauerte es rund 4 Tage und ich bekam meine Google-Mail, dass ich für Wave freigeschaltet wurde. Wildes herumgefrage, ob jemand eine Invite hat bringt also überhaupt nichts. Mashable stimmt mir hier zu.

Jetzt aber zu Wave:

Albern ist es, zu sagen, dass Wave langweilig ist und man viel mehr erwartet hat. Oder zu sagen, dass es doch blödsinnig ist, noch ein Kommunikationstool zu benutzen, neben Facebook, Twitter und Whatever. Jah, das hat man mir wirklich gesagt. Und es ist wirklich das dümmste, was ich in den letzten zwei Tagen gehört habe.

Ihr seht das (Übertreibung ahead!) alle vollkommen falsch. Ihr nehmt an, dass ihr euch anmeldet und euch neue Dimensionen der online-Kommunikation offeriert werden. Das ist nicht der Fall, das hat auch niemand versprochen. Alle sind verblendet von diesem großen “Wow, was neues von Google, es heißt Wave und ist bestimmt sowas wie Twitter, oder Facebook, oder so”-Mysterium. Nein, nein nein. So wurde es von Google auch nie kommuniziert.

Fakt 1) Ohne Kontakte die auch Wave nutzen ist es nur der halbe Spaß. Natürlich kann man es auch als einzelner User benutzen, aber dann ist es vergleichbar mit den Google-Docs. Zu sagen, dass es langweilig und deswegen schlecht ist, weil es niemand sonst hat, ist naiv.

Fakt 2) Es ist kein Spielzeug. Es ist keine Kommunikationsplattform auf der man sich den ganzen Tag rumtreiben soll. Es soll auch nicht spannend sein. Wurde es nicht als Revolution eingeführt, als Nachfolger der E-Mail? Findet ihr es jedes mal total geil, spannend und lustig, wenn ihr eine E-Mail schreibt? Und: treibt ihr euch den ganzen Tag in eurem E-Mail-Client herum? Nope.

Es ist so: Es handelt sich um ein Werkzeug, in einer beliebigen anderen Sprache, in diesem Fall Englisch: Tool. Google Wave ist ein Tool, das man nutzt, wenn man es braucht. wann braucht man Google Wave?
Alltagsbeispiel: Lukas und ich suchen oft neue Domains. Das machen wir dann, meistens ziemlich erfolgreich in IM-Session. Das ist gut, aber schlecht, weil ich jetzt nicht mehr unsere Domainfindungsgespräche von vor 3 Jahren wiederfinde. Hätte es damals Wave gegeben, und wir hätten es benutzt, könnte ich jetzt einfach eine Suchanfrage machen: Lukas, Domainfindung und hätte alle Waves zu dem Thema.

Fakt 3) Sich über die Langsamheit von Wave aufzuregen ist dumm. Wer diese Aussage näher erläutert braucht, ist dumm.

Vermutlich ist das erstmal alles, was ich dazu zu sagen habe. Sollte jemand Fragen haben bin ich durchaus bereit, sie zu beantworten. Aber seid klug. Bitte.

Kommentare

  1. Stimme dir voll und ganz zu! Bei allen Aussagen und auch sogar bei denen, die du nicht verschriftlicht hast!
    Was jetzt noch ein Problem ist: Wie findet man gute Wave-Kontakte? Also ich bin der roitsch hier und da und überall! (Endung @gmail.com)
    Ich finde dieses Lied passt so gut zum Thema: #nichtsportfreundestiller

  2. Danke für den Artikel und die Klarstellung zu den Invites!
    Das ist endlich mal ein sachlicher Artikel zu Wave… jedenfalls einere der nicht von der üblichen erwartungshaltung ausgeht. Überall in den Beiträgen liest man, dass die leute gar nicht so recht wissen, was sie mit Wave machen sollen…. Dann sollten sie meiner Meinung aber auch nicht wave bewerten vor allem dingen nicht mit den Hintergrund “Brauch ich nicht, ist also unnütz!” Ich finde Wave vorab sehr nützlich und es ist etwas auf das ich schon sehr lange gewartet habe um mit anderen Leuten zusammen zu ARBEITEN(!). Versteh das sowieso nicht, warum einige der Leute der Meinung sind das müsse spaß machen. Google Docs macht auch keinen spaß… aber es erleichtert die Zusammenarbeit ungemein. Etwas anderes soll Wave auch nicht machen: Einen arbeitsprozess erleichtern.

    Der Kommentar im Bild ist Göttlich (wenn man alle dich bezogenen tweets in Twitter verfolgt hat!)

  3. Was ich vergessen habe: Wer sagt, dass es zu kompliziert ist, stellt sich damit selbst ins Aus. Komplexe Dinge erfordern Einarbeitungszeit. Das ist überall so.

  4. @knuspermagier: Habe gehofft, dass das jemand ansprechen wird. Wie willst du das machen? Willst du nach “Domain” suchen? Oder schreibst du dann im Chat “Start Domainsuche CMS Projekt für Kunde Müller”, damit du es später wiederfinden kannst? In Wave kannst du taggen und es als eine einzelne Konversation abspeichern. Natürlich kannst du auch Brieftauben hin und her schicken und nach drei Jahren die 200 kleinen Zettelchen wiedersuchen. Aber es ist kein Fortschritt.

  5. @knuspermagier: Ich habe da oben nirgendswo Features aufgezählt, sondern Tatsachen beschrieben. Dass es besser ist, als alte Domains zu durchsuchen ist eine Tatsache, warum das der Fall ist, steht oben nicht.

    @aSak: Habe nirgends gesagt, dass ich bestimmte Personen beleidigen werde.

  6. Ich habe so gut wie keine Kontakte bisher. Aber schonmal etwas herumgespielt mit den wenigen Kontakten und es läuft sehr flüssig, die Funktionen, die ich bisher in kindlicher Entdeckungsfreude angeklickt habe sind sogar sinnig und scheinen auch zu tun wie angedacht.

    Bisher gefällts und ich kann es auch als nützlich ansehen in Koordinations- und Abspracheszenarien, die sonst über das Internet deutlich umständlicher wären

  7. Ich finde ja immer der Herr uarrr! fühlt sich immer schnell angegriffen und beleidigt schnell drauf los, meist mit einer doch eher “dummen” Begrifflichkeit am ende eines Satzes.
    Das mache ich auch, nur das ich gern an alles “Nackt!” dranhänge 😉
    Ok was ich sagen will, ich finde Google Wave leider Dumm sry! Aber für das ein oder andere Netkiddi ganz cool.

  8. *seufz* Da du mich aufgefordert hast, dich zu widerlegen, hier:

    “If you haven’t been invited by a friend, you won’t be able to use the service at this time.”

    Quelle: Google höchstselbst (http://www.google.com/support/wave/bin/answer.py?hl=en&answer=163044)

    Mit anderen Worten: das Verb “to nominate” hat eben mehrere Bedeutungen. Eine davon ist tatsächlich “aussuchen”.

    Oder: was da oben steht, ist zu großen Teilen schlicht falsch. Ausdrücklich NICHT falsch ist der Rest, da schliess ich mich sogar an.

    Grüße. Und nein, ich entfollowe nicht 😛

  9. @ElPlatero: Ich weiß nicht, was bei dir falsch läuft, aber laber bitte nicht hier auch noch Scheiße. Das letzte mal, als du mir überheblich gesagt hast, dass das, was ich sage, falsch ist, und mir einen Link geschickt hast, habe ich danach mit dem gleichen Link einen Blogeintrag (siehe oben) geschrieben, der mir, mit dem gleichen Link, recht gibt.

    Versager.

  10. Das letzte mal, als ich dir einen link schickte, hast du ihn, obwohl er deine Aussage nur sehr gutwillig interpretiert unterstützt hat, benutzt, um einen Blogpost zu machen, der so falsch ist.

    Das ging mit dem Link diesmal nicht. Also ignorierst du ihn. Merkst was?

  11. @ElPlatero: Okay, ziehen wir das also durch.

    Erkläre mir, warum niemand von den Menschen die einen Google Wave Account haben (hast du einen?) und hier kommentierten, was ja nicht unbedingt wenig sind, sagen, dass ich Unrecht habe, sondern sogar sagen, dass ich Recht habe? Ergibt das in deiner, wirklich überaus begrenzten Argumentationsweise, irgendeinen Sinn?

    Du hast da einen Link der irgendwas sagt. Sehr gut. Das was in Wirklichkeit der Fall ist, ist das, was ich oben beschrieb.

    Und, um zurück auf den Mashable Link zu kommen:
    Ich sage bei Twitter: Blabla, Idiot, bei Wave gibts keine Direktinvites, es gibt nur Nominations.
    Du sagst dort: Du bist falsch, so falsch. Hier ein Mashable Link, der dir widerspricht und mir recht gibt.
    Ich sage bei Twitter: Nein, der Link gibt mir recht.

    Jetzt schreibe ich einen Blogeintrag, der den Mashable Link wieder referenziert und ich sage, dass der das gleiche sagt, wie ich sage. Dann sagst du hier, dass mein Blogeintrag falsch ist. Gut bis hierhin. Jetzt sagst du das hier:

    Das letzte mal, als ich dir einen link schickte, hast du ihn, obwohl er deine Aussage nur sehr gutwillig interpretiert unterstützt hat, benutzt, um einen Blogpost zu machen, der so falsch ist.[…]

    Sagst also 1. dass er meine Aussage unterstützt (wenn auch nur gutwillig, was du nicht weiter erläuterst, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass du dafür keine Begründung hast)
    Und wiederholst, dass das, was ich sage, was der Mashable-Link aber, nach deiner Aussage, durchaus unterstützt, falsch ist. Der Link, den du vorher anführtest um mir zu beweisen, dass meine Aussagen falsch sind.

    Merkste was? :doh

  12. Nun bewege ich mich natürlich auf dem Grat zwischen dem, was du als trollig bezeichnest, und einer ernsthaften Argumentation. Ich versuch’s. Weil ich glaube, dass du irrst, und dass dein Posting die – richtig erkannt – ohnehin große Verwirrung um den Anmeldeprozess bei Wave nicht bessert, sondern verschlimmert (was zugegeben auch keine große Sache ist. Vielleicht wurmt mich die Tatsache, dass du Leute mit anderer Meinung als Idioten abkanzelst, obwohl du auch leicht daneben liegst, wie ich glaube. Ich schreib das mal deiner Jugend zu und nicht einem miesen Charakter 😉 ).

    Punkt a) der Mashable-Link unterstützt deine Argumentation nur, und wirklich nur, wenn man die Worte “We’ll ask some of these early users to nominate people they know” so interpretiert, wie du das tust: dass (einige) primary user die Möglichkeit bekommen, Google Leute zu benennen, die auch einen Invite (durch Google) kriegen sollten.

    Nach meiner Meinung falsch an dieser Darstellung ist, dass nur primary users “nominieren” dürfen. Zum Beweis schau dir die tweets eines Users namens swhitley an, wenn du mir echt nicht glaubst: er hat seinen Wave-Account durch eine Nominierung durch einen Freund erhalten, und zwei Tage später selbst 20 “invites” vergeben. Mit deinem Modell ist das nicht zu erklären.

    Natürlich hast du recht, dass die invites immer noch von Google kommen. Die “Nominierungen” gehen aber automatisch durch und sind daher so gut wie direkte Invites. Oder hast du Gegenteiliges zu berichten? (Zur Erklärung: wenn man tatsächlich so…erm…exakt sein will, kann man drauf bestehen, dass es immer noch nur Nominierungen sind, die auch abgelehnt werden könnten und durch Google haarklein geprüft werden, bevor daraus invites werden. Was meinte ich mit “guten Willem” beim Interpretieren. kay?)

    Der ganze Prozess ist ziemlich identisch mit der Einführung von GMail, wenn du dich daran erinnerst. Ein ähnliches Geschacher um die Invites.

    Zum ersten Punkt: “Es gibt welche, die mich bestätigen” ist das, was du als unbegründeten Dünnschiss bezeichnen würdest. Nix für ungut.

    Noch ‘ne kleine Anmerkung zum Schluss:
    Ich weiss nicht, was du für ein Problem damit hast, sachlich zu argumentieren. Nicht jeder, der dir nicht sofort recht gibt, will dir ans Leder. Ich hab mich bemüht, klar und an der Sache zu bleiben. Der Link von Google macht die Analogie zu den GMail-Invites eigentlich klar, ohne dass man was dazu sagen müsste. Nur ignorierst du den leider. Schade.

  13. @ElPlatero: Zum letzten Absatz: Das was du bisher, jetzt den aktuellen Kommentar ausgeschlossen, keine sachliche Argumentation, sondern in den Raum geworfene Dinge.

    Du bringst ein Beispiel, das du Recht hast, ich kenne 30 Beispiele von Leuten die nur über Nominierungen (hier ist es halt Auslegungssache, wie du schon sagst, inwiefern das nicht doch ein Direkt-Invite ist) ihren Account bekommen haben und auch nach zwei Wochen noch keine Menschen einladen können.

    :weissnich

    Wie auch immer. Keine Lust mehr. Kann wohl eh jeden scheiß schreiben, wenn Blödsinn ist, wirds einfach auf mein Alter geschoben. Guter Zug. :doh

  14. netter text, seh das eigentlich genauso. wie damiondavis schon sagte: egal was hater sagen, we dont care about the G’s out there 😉

    gmail ging ja auch schon in die richtung finde ich, mit nem integrierten messenger, labels, ner 1A suche und wat weiss ich, aber will trotzdem wave, so. also her mit ner einladung, aehm nominierung :yea

  15. Hehe, manchmal sind die Kommentare unterhaltsamer als der eigentliche Beitrag 😀
    Für dieses ganze Google-Zeug bin ich allerdings zu paranoid. Ich hab keine Lust, dass irgendeine nerdige Firma Zugriff auf mein Leben hat. Aber wahrscheinlich will ich damit nur überspielen, dass ich keine coolen Freunde hab, die mich nominieren (!) könnten.

  16. Seit heute habe ich auch einen Wave- Account, weil ich nominiert wurde (vielen Dank für die Aufklärung!). Noch ist Wave für mich wirklich Neuland- da muss man erst einmal durchblicken, was mir im Moment noch irgendwie schwer fällt.

  17. Sehr schöner Artikel. Jetzt kann ich mir endlich etwas unter Wave vorstellen. Nur leider habe ich keine Einladung bekommen – Da heißt es wohl: Abwarten…

    Danke für die Aufklärung, Wave würde mir auch sehr viele Vorteile bringen…